Singer Pur Tage feiern Debüt - Reise in die Zeit Maximilians I.

Himmelstürmende Renaissance-Polyphonie, neue Musik und Orgelklänge: Die Konzertreihe auf dem Adlersberg begeisterte. Eigentlich war alles wie immer: In der voll besetzten Kirche auf dem Adlersberg ertönte himmlische Vokalpolyphonie, durchsetzt von neuer Musik und Orgelklängen. Aber eben nur eigentlich: Denn Jahr eins nach dem Ende der Stimmwercktage bedeutete gleichzeitig Jahr eins der Fortsetzung des wunderbaren Festivals in Form der Singer Pur Tage. Ganz im Geist der mittlerweile aufgelösten Formation Stimmwerck wollte das Weltklasse-Ensemble mit Regensburger Wurzeln deren Vermächtnis fortführen. Die Ovationen nach dem letzten Konzert am Sonntag machten deutlich, dass dies gelungen war. Anstelle eines Eintauchens in die Klangsprache eines einzelnen Komponisten – so waren die Stimmwercktage meist angelegt – nahmen Singer Pur ihr Publikum mit auf eine Reise in die Zeit Maximilians I., dessen 500. Todestag heuer begangen wird. Unter den Tonsetzern aus seiner Hofkapelle und aus deren Umfeld konnte man somit vielen Namen aus den vergangenen Jahren wiederbegegnen: Heinrich Isaac, Ludwig Senfl, Jakob Obrecht oder Josquin Desprez. Zunächst ließ aber einer der vielen anonymen Komponisten dieser Zeit aufhorchen. Das „Ave mundi spes Maria“, das am Anfang des ersten Konzerts stand, setzte gleich den Maßstab in Sachen Linienführung und Klangentfaltung. Die Entwicklung eines aus individuellen Stimmfärbungen und -verläufen bestehenden, unverwechselbaren Ensemblesounds ist – neben der ungewöhnlichen Besetzung aus fünf Männerstimmen plus Sopran – ein Markenzeichen von Singer Pur. Wie sie diesen in satztechnisch wechselnden Konstellationen, auch unter Mitwirkung Stefan Steinemanns (Alt) und Jan Kuhars (was für ein Bass!), stets aufs Neue herstellten, war beglückend zu hören. Höhepunkte waren hier unter anderem das nachträglich auf den Tod Maximilians umgetextete „Quis dabit oculis“ von Constanzo Festa und das „Salve Regina“ von Adam Rener. Vereinzelte Spannungsabfälle gab es auch – keine Schande bei einem solchen Mammutprogramm über drei Tage, inklusive wissenschaftlicher Akademie und Workshop-Angebot. Wohl eher der Klangphilosophie des Ensembles geschuldet ist es andererseits, wenn bisweilen über spannende harmonische Rückungen oder einzelne prägnante Stimmführungen eher glättend hinweggesungen wird, als sie demonstrativ herauszuarbeiten. Das alles bewegt sich allerdings auf schwindelerregendem Niveau, wie etwa die Stimmkopplungen in der hohen Lage in Josquins „O virgo prudentissima“ zeigten, bei denen sich erst Markus Zapp und später Manuel Warwitz herrlich an Claudia Reinhards Sopranton anschmiegten. Auf diese grandiose Motette bezieht sich Joanne Metcalf in dem Stück „Among Dark Whirlwinds“, das sie eigens für diese Singer Pur Tage geschrieben hat. Als composer in residence bereicherte die amerikanische Komponistin, die dem Ensemble seit 25 Jahren freundschaftlich verbunden ist, das Festival. Dabei hinterließen ihre älteren Stücke – allen voran das expressiv-aufgefächerte, im ersten Konzert überragend gesungene „Kyria christifera“ – gegenüber den neuen einen stärkeren Eindruck. Inspiriert von den Sting-Arrangements im Singer-Pur-Repertoire habe sie akkordischer komponieren wollen, erklärte Metcalf in einem Einführungsgespräch. „Gold and Thorns, Fire and Ice“ und „It is enough“ gaben sich dabei allzu bereitwillig dem Schönklang und der betörenden Tessitura Claudia Reinhards hin. Einen klanglichen Gegenakzent zu den vokalen Höhenflügen bildeten die von Peter Waldner souverän präsentierten Orgelstücke an dem nach einem historischen Stich rekonstruierten Apfelregal. Der nasale, leicht schnarrende Klang, den die dekorativ apfelförmigen Resonanzkörper auf den Pfeifen des Instruments von Christian Kögler erzeugen, verlieh den geistlichen Vorlagen der Werke einen ganz eigenen Charakter von herber Volkstümlichkeit, der dann auch die launige „Sitzweyl“ im Stadel bereicherte.

Juan Martin Koch - Mittelbayerische

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Konzerttätigkeit

Seit vielen Jahren konzertiert Peter Waldner in zahlreichen Ländern und
Musikmetropolen Europas sowohl solistisch an Orgel, Cembalo,
Lautenclavier, Virginal und Fortepiano als auch im Ensemble als Leiter und
Continuospieler.

Sehr gerne gestaltet er auch spezielle Konzertprogramme für Kinder:

  • Alte Musik für junge Ohren
    Eine musikalische Reise durch das barocke Europa für Kinder ab 6 Jahren
    Peter Waldner Cembalo, Virginal & Clavichord
  • Die kleine Prinzessin & die Zauberkraft der Musik
    Ein neues Märchen mit Alter Musik von Peter Waldner & Verena Wolf
    Peter Waldner Spinett

Vortragstätigkeit

Peter Waldner ist immer wieder als Vortragender aktiv.

Vortragsthemen:

  • Alte Musik heute
  • Musik als Sprache und Ausdruck der Seele
  • Alessandro Poglietti "Rossignolo"
  • Johann Sebastian Bach:
    "Orgelbüchlein"
    Das Orgelwerk
    Das Cembalowerk
    Musikalische Rhethorik
    Verhältnis von Text und Musik
    Affekten- und Figurenlehre
    Zahlensymbolik

Lehrtätigkeit

Seit 1993 unterrichtet Peter Waldner Cembalo, Orgel, Generalbass und historische Aufführungspraxis am Tiroler Landeskonservatorium sowie an der Expositur des Mozarteums in Innsbruck.