Die gefeierte Gambistin Rebeka Rusó konzertiert seit den Anfängen ihrer internationalen Karriere mit einem Stainer-Instrument. In Innsbruck bot sich in den vergangenen Tagen die Möglichkeit einer Familienzusammenführung. Auch in der Sammlung der Tiroler Landesmuseen gibt es eine großteils baugleiche Stainer-Gambe. Für das letzte Abendmusik-Konzert der aktuellen Spielzeit wurde sie aus dem Depot geholt. Am Sonntagabend in der Aula des Canisianums spielte Rusó - begleitet von Abendmusik-Leiter Peter Waldner am Cembalo - beide. Der Unterschied im Klang war verblüffend: Ihr eigenes Instrument klingt kernig hart, die Innsbrucker Gambe ungleich weicher. Dramaturgisch klug zusammengestellt, hochintensiv und konzentriert war der Abend. Rusó und Waldner interpretieren die Stücke ungemein sinnlich und lassen auch Dramatisches - den Schlusssatz der Gambensonate in D-Dur etwa - federleicht leuchten.
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Joachim Leitner - Tiroler Tageszeitung