Ein Konzert in Superlativen mit Peter Waldner aus Innsbruck!

Schon lange nicht mehr flogen die Tasten so schnell auf den Orgeln der Stiftskirche in Ossiach! Schon lange nicht mehr hat aus den zwei alten Barockorgeln ein Organist so viel hervorgeholt wie Peter Waldner! Musik, die lebt, spritzig und sprühend daherkommt. Ich kenne auch vom Hören die Musik von Peter Widensky, der 1969 gleich mit 5 (!) Orgelkonzerten "Alte Musik" beim 1. Carinthischen Sommer gespielt hat. Die große und die inzwischen dazugekommene kleine Knoller-Orgel, die wegen der schwierigen Spielweise in der unteren kurzen und gebrochenen Oktave von den Organisten eher gemieden werden, haben Töne von sich gegeben, die der Konzertbesucher schon lange nicht mehr gehört hat. Die Art und Weise, Geschwindigkeit und Selbstverständlichkeit, wie Peter Waldner in seiner Barockmusik Verzierungen anbringt, macht sprachlos. 
Inhaltlich hat Peter Waldner einen Bogen gespannt vom Stylus phantasticus eines Johann Jacob Froberger, der diesen Stil in Rom bei Frescobaldi kennengelernt hatte, bis hin zu J.S. Bach, der die berühmte Toccata in d- Moll in jungen Jahren auch in diesem Stil komponiert hat. 
Peter Waldner hat die Orgellandschaften von Süd-und Nordtirol und der Steiermark erkundet. Bei der Styriarte tritt er im Sommer in Gasen, Pöllauberg und Pöllau auf. Er hat auf seinen CDs - bis jetzt hat er über 50 verschiedene CDs herausgebracht - Musik eingespielt, die mit dem Entstehungsjahr der jeweiligen Orgel und den Komponisten des Landes und der Landschaft zu tun hat. Und so war das auch in Ossiach. An der großen Metzler-Orgel spielte Waldner Werke norddeutscher Komponisten wie Buxtehude, Böhm und J.S.Bach, auf den zwei alten Barockorgeln von Franz Knoller Werke von Froberger, Kerll, Poglietti und Georg Muffat. Musik aus dem kaiserlichen Österreich, deren Musikmetropole Wien und dem erzbischöflichen Salzburg. Die Stücke über den Kuckuck und die Nachtigall (Kerll und Poglietti) waren hervorragend und virtuos in den Übergängen gespielt. Die Toccata von Bach habe ich selten so schnell und virtuos gehört... atemlos durch die Nacht.
 Peter Waldner ist ein Organist, der im östlichen Österreich und auch beim Carinthischen Sommer viel mehr Beachtung verdient. Abt Iblpacher, an dessen 300. Todestag in diesem Jahr gedacht wird und dem Ossiach die zwei alten Barockorgeln verdankt, hätte seine helle Freude mit diesem Konzert gehabt. Lang anhaltender Applaus des Publikums.


Alois Gaggl - Stiftsorganist in Ossiach

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Konzerttätigkeit

Seit vielen Jahren konzertiert Peter Waldner in zahlreichen Ländern und
Musikmetropolen Europas sowohl solistisch an Orgel, Cembalo,
Lautenclavier, Virginal und Fortepiano als auch im Ensemble als Leiter und
Continuospieler.

Sehr gerne gestaltet er auch spezielle Konzertprogramme für Kinder:

  • Alte Musik für junge Ohren
    Eine musikalische Reise durch das barocke Europa für Kinder ab 6 Jahren
    Peter Waldner Cembalo, Virginal & Clavichord
  • Die kleine Prinzessin & die Zauberkraft der Musik
    Ein neues Märchen mit Alter Musik von Peter Waldner & Verena Wolf
    Peter Waldner Spinett

Vortragstätigkeit

Peter Waldner ist immer wieder als Vortragender aktiv.

Vortragsthemen:

  • Alte Musik heute
  • Musik als Sprache und Ausdruck der Seele
  • Alessandro Poglietti "Rossignolo"
  • Johann Sebastian Bach:
    "Orgelbüchlein"
    Das Orgelwerk
    Das Cembalowerk
    Musikalische Rhethorik
    Verhältnis von Text und Musik
    Affekten- und Figurenlehre
    Zahlensymbolik

Lehrtätigkeit

Seit 1993 unterrichtet Peter Waldner Cembalo, Orgel, Generalbass und historische Aufführungspraxis am Tiroler Landeskonservatorium sowie an der Expositur des Mozarteums in Innsbruck.