Ein barockes Klangfest in Ischgl - Facettenreiches Kirchenkonzert

Auf eine besondere barocke Europareise nahm Prof. Mag. Peter Waldner seine Zuhörer in Ischgl mit. An einem lauen Sommerabend erlebten sie eine Vielfalt musikalischer Stile aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Von Norddeutschland brach das Publikum auf, machte Zwischenhalte in Süddeutschland und Italien, um schlussendlich am französischen Königshof in Paris zu landen.

Die Musik nahm immer mehr Volumen auf. Immer lauter dröhnten die Orgelpfeifen. Opulente Klänge schwollen immer weiter an und erfüllten schließlich den gesamten Raum. Die Zuhörer bewegten sich im Takt mit. Einer spielte sogar die Melodie auf der Lehne der Kirchenbank vor ihm mit. Ein wahres barockes Klangfest hatte der Organist Peter Waldner für sein Publikum erschaffen. Bei den Ischgler Kirchenkonzerten ließ er sein Instrument Vitalität und Lebensfreude versprühen. Dabei kam ihm die sehr gute Akustik der Pfarrkirche St. Nikolaus zugute.

INS GEMACHTE NEST GESETZT. „Es ist für mich eine wahre Freude, wieder hier zu sein und diese schöne Orgel spielen zu dürfen. Ich danke der Pfarre für diese Möglichkeit und den großartigen Konzertsaal“, begrüßte er sein Publikum. Das bestand teils aus Einheimischen, teils aus Sommergästen, die in die beeindruckende Atmosphäre der Kirche eintauchten. Alte wie junge Zuhörer lauschten aufmerksam oder entspannten bei ruhigeren, fröhlicheren Passagen. Wie aus dem Wald rief plötzlich eine helle, klare Vogelstimme „Kuckuck! Kuckuck!“ Dem gleichnamigen Vogel hatte Johann Caspar Kerll (1627–1693) das Musikstück „Capriccio CuCu“ auf den gefiederten Leib geschrieben. Die fantasievolle Komposition verarbeitet den Kuckucksruf täuschend echt.

SPEZIALIST FÜR ALTE MUSIK UND HISTORISCHE TASTENINSTRUMENTE. Waldner ist unter anderem Professor für Cembalo, Orgel und Generalbass am Tiroler Landeskonservatorium und am Mozarteum in Innsbruck. Mehr als 40 Tonträger hat er schon aufgenommen. Der Musiker stammt aus Mals im Vinschgau. Da für ihn ein Orgelkonzert ohne Bach undenkbar ist, spielte er dessen Bearbeitung des Chorals „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ BWV 675 als Mittelpunkt seines Konzertes. In seiner Einleitung zu Anfang erklärte der Musikprofessor viel Interessantes zu den verschiedenen Komponisten und Stücken. Sein Spiel war mal vergnügt, mal besinnlich. Das Programm hatte er gut zusammengestellt und unterhielt seine Gäste bis zum Schluss. Mit einer Suite endete die etwa eineinhalbstündige musikalische Reise am französischen Hof. Komponist Louis-Nicolas Clérambault war für diesen tätig gewesen. Dementsprechend majestätisch ertönte die Orgel zuletzt.

Christina Hötzel - Rundschau Oberland

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Konzerttätigkeit

Seit vielen Jahren konzertiert Peter Waldner in zahlreichen Ländern und
Musikmetropolen Europas sowohl solistisch an Orgel, Cembalo,
Lautenclavier, Virginal und Fortepiano als auch im Ensemble als Leiter und
Continuospieler.

Sehr gerne gestaltet er auch spezielle Konzertprogramme für Kinder:

  • Alte Musik für junge Ohren
    Eine musikalische Reise durch das barocke Europa für Kinder ab 6 Jahren
    Peter Waldner Cembalo, Virginal & Clavichord
  • Die kleine Prinzessin & die Zauberkraft der Musik
    Ein neues Märchen mit Alter Musik von Peter Waldner & Verena Wolf
    Peter Waldner Spinett

Vortragstätigkeit

Peter Waldner ist immer wieder als Vortragender aktiv.

Vortragsthemen:

  • Alte Musik heute
  • Musik als Sprache und Ausdruck der Seele
  • Alessandro Poglietti "Rossignolo"
  • Johann Sebastian Bach:
    "Orgelbüchlein"
    Das Orgelwerk
    Das Cembalowerk
    Musikalische Rhethorik
    Verhältnis von Text und Musik
    Affekten- und Figurenlehre
    Zahlensymbolik

Lehrtätigkeit

Seit 1993 unterrichtet Peter Waldner Cembalo, Orgel, Generalbass und historische Aufführungspraxis am Tiroler Landeskonservatorium sowie an der Expositur des Mozarteums in Innsbruck.