Betörendes Finale beim Orgelsommer

Peter Waldner konzertierte in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Mittenwald

Der Platz im Programmheft reichte fast nicht aus. Angereist aus Innsbruck entpackte Prof. Mag. Peter Waldner eine beträchtliche Anzahl europäischer Orgelwerke in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, wobei sich kleine Juwelen mit Suiten, Variationen und umfangreicheren Werken abwechselten. Die Auswahl von auch kurzen Stücken gab dem Alte Musik-Spezialist die Möglichkeit eine Reihe von Komponisten und deren Stilen den Zuhörern vorzustellen.

Der erste Teil des Abends war Musik des französischen Barock gewidmet. Im Gegensatz zur deutschen Orgelmusik dieser Zeit lässt sich oft direkt am Titel die Registrierung ablesen, wie z.B. „Grand jeu“ oder „Basse de Trompette“.
Peter Waldner lotete die gesamte Farbpalette der Edskes-Hauptorgel (Bj.1999) aus und unterstrich den oft majestätischen Charakter der Musik von Grigny, Guilain und Clérambault. Aber auch die intimeren Stücke, wie Duos und Trios, kamen eindrucksvoll zur Geltung.

Vitalität und Lebensfreude der Renaissance und des elisabethanischen Zeitalters danach im Altarraum mit Kompositionen aus England, Spanien und Polen. Waldner schenkte damit am Edskes-Chorpositiv (Bj.2012) den ca. 60 Zuhörern faszinierende Einblicke in eine Klangwelt die den Übergang zum Barock bildet.

Nicht weniger Brillanz und verführerische Strahlkraft auch im letzten Teil. Wieder an der Hauptorgel konnten sich die Zuhörer mit der „Toccata sexta“ (1690) von Georg Muffat am italienischen Wohlklang an französischen Verzierungen und deutschen strengen Strukturen und Kontrapunkt erfreuen. Herrlich tänzerisch interpretiere der Organist das Fugenthema in der nachfolgenden „Canzonetta in G-Dur“ von Dietrich Buxtehude (1637-1707), das die anderen Stimmen in absteigender Reihenfolge beantworten. Interessant und schön herausgearbeitet wie sich das verwandte Thema der zweiten Fuge (im Zwölfachteltakt) in einem punktierten Siciliano-Rhythmus bewegt und die Antwort in aufsteigender Reihenfolge erfolgt.

Ein klangschönes Choralvorspiel von Johann Gottfried Walther (1684-1748), einem Zeitgenosse Bachs, leitete passend das Abschlusswerk des Abend ein: „Toccata und Fuge d-moll“ von Joh. Seb. Bach. Dieses berühmte Meisterwerk voller genialer thematischer Erfindungs,- und Gestaltungskraft bildete auch im Orgelsommer 2019 Prof. Waldners letzten Programmpunkt. Erstaunlich auch diesmal wieder, neben exzellenter Technik, schlüssiger Registrierung und ausgefeilter Verzierungskunst, die betörender Tonfülle der Edskes Orgel mit ihren fast 2000 Pfeifen. Nach viel Beifall und einer Zugabe endete ein denkwürdiger Abend.

Klaus-Bernd Heer - Münchner Merkur - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

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Konzerttätigkeit

Seit vielen Jahren konzertiert Peter Waldner in zahlreichen Ländern und
Musikmetropolen Europas sowohl solistisch an Orgel, Cembalo,
Lautenclavier, Virginal und Fortepiano als auch im Ensemble als Leiter und
Continuospieler.

Sehr gerne gestaltet er auch spezielle Konzertprogramme für Kinder:

  • Alte Musik für junge Ohren
    Eine musikalische Reise durch das barocke Europa für Kinder ab 6 Jahren
    Peter Waldner Cembalo, Virginal & Clavichord
  • Die kleine Prinzessin & die Zauberkraft der Musik
    Ein neues Märchen mit Alter Musik von Peter Waldner & Verena Wolf
    Peter Waldner Spinett

Vortragstätigkeit

Peter Waldner ist immer wieder als Vortragender aktiv.

Vortragsthemen:

  • Alte Musik heute
  • Musik als Sprache und Ausdruck der Seele
  • Alessandro Poglietti "Rossignolo"
  • Johann Sebastian Bach:
    "Orgelbüchlein"
    Das Orgelwerk
    Das Cembalowerk
    Musikalische Rhethorik
    Verhältnis von Text und Musik
    Affekten- und Figurenlehre
    Zahlensymbolik

Lehrtätigkeit

Seit 1993 unterrichtet Peter Waldner Cembalo, Orgel, Generalbass und historische Aufführungspraxis am Tiroler Landeskonservatorium sowie an der Expositur des Mozarteums in Innsbruck.