Schöpfungsmythos und unerhörter Barock

Motetten aus der Barockzeit und ein zeitgenössisches Oratorium von Franz Baur präsentieren die neuen CDs der Reihe „musikmuseum“.

Innsbruck – Der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Wolfgang Meighörner, ist stolz auf die umfangreichen Noten- und Instrumentenbestände der von ihm geführten Häuser. Die Musikaliensammlung im Ferdinandeum löse aber trotzdem ein Gefühl der Bedrückung in ihm aus, sagt er. „Es erinnert an einen Sarkophag, die Instrumente sind hinter Glas. Hier wird musikalisches Erbe bewahrt und ausgestellt. Aber um die Inhalte wirklich vermitteln zu können, müssen Instrumente zum Klingen gebracht werden“, so Meighörner. Deshalb bringen die Landesmuseen unter dem Label „musikmuseum“ seit 2009 ausgewählt­e Werke aus ihrer Sammlung in Form von Konzerten auf die Bühne und als CD-Mitschnitt­e auf den Markt.

Am Montag wurden die „musikmuseum“-Ausgaben Nummer 14 und 15 im Ferdinandeum präsentiert. „Gerade an diesen zwei Veröffentlichungen lässt sich die Spannweite der CD-Reihe beispielhaft zeigen“, erklärt Franz Gratl, Kustos der Musiksammlung der Landesmusee­n. Während die erste CD den zu Unrecht vergessenen Tiroler Barockkomponisten Ingenuin Molitor (um 1619–1669) würdigt und dessen geistliche Motetten in Erinnerung ruft, präsentiert die zweite Aufnahme das Oratorium „Genesis“ des zeitgenössischen Tiroler Komponisten Franz Baur.

Baurs Werk wurde bei seiner Welturaufführung im Herbst 2011 in der Kirche Maria am Gestade in Innsbruck aufgezeichnet. Zu hören sind Chor und Orchester der Akademie St. Balsius unter der Leitung von Karlheinz Schiessl. Die Solistenrollen singen die Sopranistin Susanne Langbein, Ensemblemitglied des Tirole­r Landestheaters, und der Tiroler Bassbariton Andreas Matters­berger.

Die Kompositionen des Bozner Franziskanerpaters Ingenuin Molitor, eines zu seinen Lebzeiten weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannten Organisten, entstanden im Frühjahr 2012 in der Kirche des Innsbrucker Priesterseminars. Zu hören sind das Tiroler Ensemble für Alte Musik vita & anima sowie das Instrumental­ensemble la dolcezza. Die musikalische Leitung hatte Peter Waldner inne.  

Joachim Leitner - Tiroler Tageszeitung

 

Olympische Gesänge 

Liederabend im Canisianum Innsbruck 

Schuberts Vertonungen von Texten griechisch-mythologischen Inhalts standen im Zentrum des gelungenen Liederabends, den Bassbariton Markus Flaig und Peter Waldner am Hammerflügel in der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" gestalteten. 

Schuberts Lieder wie "Die Götter Griechenlands", "Ganymed" oder "Der zürnenden Diana" liegen außerhalb des üblichen Konzertrepertoires.
Umso verdienstvoller war es, zehn dieser Lieder nach Texten von Goethe, Schiller und dem Schubert-Freund Johann Baptist Mayrhofer in den Mittelpunkt zu stellen, denn abgesehen von der Musik sind auch die Inhalte spannend: Da stellt Zeus dem schönen trojanischen Königssohn Ganymed nach, beobachtet der Jäger Actaeon unerlaubterweise die schöne Diana im Bad, und Orest erleidet Höllenqualen, weil er seine grausame Mutter Klytemnästra in den Hades beförderte.
Der deutsche Bassbaritonsänger Markus Flaig kann diese Geschichten großartig "erzählen", auswendig, was allein schon in Anbetracht der langen Texte eine große Leistung ist, und musikalisch bestechend, mit feiner, bruchloser, in allen Lagen aber stets voluminöser Stimme.
Peter Waldner begleitete ihn auf einem neuen Hammerflügel aus der Werkstatt des genialen historischen Klavierbauers Robert Brown, einem Nachbau von 1815. Kongenial auf den Sänger eingehend musizierte er akzentuiert, inspirierend und die klangfarblichen Modulationen des mit Zusatzpedalen ausgestatteten Instruments souverän nützend.
Zur Mitte des Konzerts hielt der Tiroler Musikwissenschaftler Franz Gratl einen brillianten Kurzvortrag zum Thema "Mythologie in Schuberts Liedschaffen".

Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung


Neue Tastenfreuden

Peter Waldner gilt als profunder Kenner des reichhaltigen Repertoires für die Tasteninstrumente Cembalo, Orgel, Fortepiano und der entsprechenden historischen Aufführungspraxis. In seinem eigenen Musiklabel sind soeben zwei neue CDs erschienen.

Schon am frühen Morgen kommt er vom Unterricht - am Konservatorium und am Mozarteum in Innsbruck lehrt er Cembalo, Orgel und Generalbass.
Peter Waldner, der unter anderen bei Gustav Leonhardt und William Christie studierte, führt ein straff getaktetes Leben, sein Arbeitspensum ist bemerkenswert: Er ist Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf in Innsbruck, künstlerischer Leiter der Konzertreihe für Alte Musik "AbendMusic - Lebensmusik" und Gründer des Ensembles für Alte Musik "vita & anima". Orgel, Cembalo, Virginal, Spinett, Clavichord, Lautenclavier und Fortepiano sind seine Welt. Vor einiger Zeit gründete er ein eigenes Plattenlabel, in den turbulenten Zeiten des Musik-Marktes keine Selbstverständlichkeit. Diverse Unternehmen traten an Waldner heran und wurden abgewiesen, denn alle „wollen immer nur das Gängige und oft Gespielte“. Dem verweigert sich Waldner strikt, wie auch der Anpassung an bestehende Verlagsprogramme. Eine seiner Prämissen lautet, sich niemals an eine Plattenfirma zu verkaufen. Dann schon lieber selbst die (mühsame) Vermarktung in die Hand zu nehmen. Mit der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol stehen dem Tastenenthusiasten die nötigen Partner zur Seite.

So sind auch die beiden neuen CDs, die unter dem Serien-Titel „Tastenfreuden" soeben erschienen sind, über Waldner selbst zu beziehen. Tastenfreuden Nummer 3, eine Doppel-CD, ist bedeutenden Clavierwerken aus Franz Schuberts letzten Lebensjahren gewidmet. Die späte Claviermusik des Wiener Meisters wird von Waldner überraschend neu gelesen und interpretiert, ganz im Geist spätbarocker Rhetorik, Tonarten-Charakteristik, Figuren- und Affektenlehre sowie in ungleich schwebender historischer Stimmung. Tastenfreuden Nummer 4 stellt unter dem Motto "Bachs Mentoren" virtuose Tastenmusik von Johann Sebastian Bachs Lehrern und Vorbildern Georg Böhm, Dieterich Buxtehude und Jan Adam Reincken vor. Darauf erweckt Waldner barocke Meisterwerke des Tasten-Repertoires an einem zwei-manualigen Cembalo nach Ioannes Ruckers, einem Oktavspinett nach Samuel Bidermann und einem Muselar nach Andreas Ruckers dem Jüngeren zu prallem Leben, üppiger Vitalität und Sinnenfreude.
Die gute Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und dessen Konzert- und CD-Reihe "musik museum" bewirkt das Erscheinen einer weiteren CD von Peter Waldners Ensembles für Alte Musik "vita & anima". Sie ist Ingenuin Molitor gewidmet, einem erstklassigen, im 17. Jh. an der Franziskanerkirche in Bozen tätigen Komponisten. Die darauf zu hörenden Motetten & Canzonen gelten als Weltersteinspielung.
www.peterwaldner.at 

Ulla Fürlinger - Kultur Tirol


CD reviews

Sacred music of the 17th century in Tirol

[I] Leopold VON PLAWENN (c1620 - 1682): Sacrae Nymphae op. 4
Neue Innsbrucker Hofkapelle
Dir: Jörg-Andreas Bötticher
rec: July 24 & 25, 2010 (live), Stift Stams (Austria), Basilika
Institut für Musikforschung Innsbruck - Klingende Kostbarkeiten aus Tirol 75 (2 CDs) (© 2010) (1.40'10")
Liner-notes: E/D; lyrics - translation: D
Cover

Amo Christum; Amo te o vita; Anima Christi; Cantabo Domino; Da pacem Domine; Diligam te Deus meus; Ecce sacerdos magnus; Hic est vere Martyr; Laudetur sanctissimum sacramentum; O beati viri Benedicti; O Deus ego amo te; O Domine Jesu; O dulcissima virgo; O mater Dei; O nomen Jesu; Peccavi super numerum; Salve Regina; Sanctum Benedictum veneremur; Suspiro ad te Domine; Venite ad me

Source: Sacrae Nymphae duplicium aquarum in Dei, deiparae et divorum laudes, op. 4, 1679

Andrea Lauren Brown, Heike Heilmann, Gunta Smirnova, soprano; Beat Duddeck, Bernhard Landauer, alto; Georg Poplutz, Johannes Puchleitner, tenor; Ralf Ernst, Florian Kresser, bass
Thomas Engel, Claudia Gerauer, recorder; Gebhard David, Frithjof Smith, cornett; Gerhard Schneider, Fritz Joast, Johannes Giesinger, sackbut; Christa Feuersinger, dulcian; Isabel Schau, Cosimo Stawiarski, violin; Barbara Leitherer, Jakob Rattinger, Armin Bereuter, viola da gamba; Alexandra Lechner, violone; Louis Capeille, harp; Daniele Caminiti, theorbo; Magdalena Malec, harpsichord; Jörg-Andreas Bötticher, organ


[II] "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser - Motets and canzonas by baroque composers from Tirol"
Sabine Neumann, contralto; Satoshi Mizukoshi, tenor; Peter Kooy, bass
vita & anima
Dir: Peter Waldner
rec: May 31, 2010 (live), Bozen (Austria), Franziskanerkirche; June 1, 2010 (live), Burgeis (Vinschgau, Austria), Benediktinerstift Marienberg (Klosterkirche)
Musikmuseum - CD 13005 (© 2010) (64'14")
Liner-notes: D; lyrics - translations: D
Cover & track-list

Ingenuin MOLITOR (c1610-1669): Canzona in d minor [4]; Canzona in g minor [4]; Canzona I [2]; Canzona II [2]; Canzona III [2]; Canzona IV [2]; Canzona V [2]; Canzona VI [2]; Leopold VON PLAWENN (c1620 - 1682): Ah sero te amavi [3]; Estote fortes in bello [3]; Homo Dei creatura [3]; Quemadmodum desiderat cervus [3]; Terra audi sermonem [3]; Johann STADLMAYR (1575?-1648): Ave regina coelorum [1]; Regina coeli [1]; Salve Regina [1]

Sources: [1] Johann Stadlmayr, Antiphonae vespertinae, 1636; [2] Ingenuin Molitor, Fasciculus musicalis, 1668; [3] Leopold von Plawenn, Sacrae Nymphae duplicium aquarum in Dei, deiparae et divorum laudes, op. 4, 1679; [4] Brixner Orgelbuch, ms., Tirol, late 17th C

Judith Steenbrink, Maite Larburu, violin; Arno Jochem, viola da gamba, violone; Andreas Arend, theorbo; Peter Waldner, organ

These two discs are devoted to composers who worked in the southern part of Germany and in Austria. Leopold von Plawenn is the central figure as he is represented on both discs. When I received them I had never heard of him. I am in good company because New Grove hasn't heard of him either. He is one of the many composers who have remained under the radar. Their activities were often restricted to a specific region, and it is often thanks to the research and performances of regional historians and musicians that their oeuvre is brought to light.

Leopold von Plawenn was born around 1620 in Innsbruck. His father Andreas served as Archduke Council to Innsbruck in 1633 under Claudia de' Medici who was regent of Tirol after the death of her husband, Archduke Leopold V, in 1632. Leopold was the composer's religous name; his exact identity is impossible to establish - it could be Andreas' second son Franz Ulrich or the youngest, Friedrich. He took his vows in the Benedictine Abbey Zwiefalten in Upper Swabia in 1647. It could be due to the tribulations of the Thirty Years War - during which the Swedish troops attacked the Abbey in that same year - that he took refuge in the Benedictine Abbey Marienberg in Austria. Here he met Alfons Stadlmayr, the son of Johann Stadlmayr who for many years was Kapellmeister at the Archduke's court in Innsbruck. A collection of Stadlmayr's music was present in Marienberg, and that may have made a great impression on Leopold von Plawenn. It is possible that he has also come into direct contact with Stadlmayr himself and the court chapel. But as there are many question marks in regard to his biography that is impossible to prove.

Four collections of music by Leopold have been printed between 1659 and 1679, all with the words Sacrae Nymphae in it. The fourth collection added "duplicium aquarum" (of two waters) to this title and was dedicated to Abbott Johann Martin Gleuz of Zwiefalten. "The title Sacrae Nymphae [...] explained itself as follows: in antiquity the goddess of a spring was called a nymph. The spring is animated through the life-giving and rejuvenating element of water, so it and its deity receive special reverence. This image of the nymph is transfered onto the Virgin Mary in Zwiefalten. The attribute of Two Waters refers to the geographic location of the monastery, which lies at the confluence of the Zwiefalten Aach (River) and the Kesselaach" (liner-notes).

The opus 4 includes sacred concertos for three to six vocal and instrumental voices with basso continuo. They are all written on Latin texts from various sources, both free poetry and biblical texts. Some reflect Roman Catholic mysticism and have a rather introverted character, like O Deus, ego amo te (O God, I love thee) and Amo te, o vita, o salus (I love thee, my life, my salvation). There are also exuberant concertos, such as Cantabo Domino and Hic est vere martyr ("Here is a true martyr who shed his blood for the name of Christ"). This character is emphasized by the use of cornetts in the performance of the Neue Innsbrucker Hofkapelle.

This is a freedom which the liner-notes claim to be in line with common practice at the time. I would like to see more specific proof for this statement. In addition to the two violins which are prescribed by Leopold von Plawenn the ensemble uses recorders, cornetts, dulcian and sackbuts. I wonder why the composer didn't indicate its use in his collection as these were quite common instruments at the time. We know from music written in southern Germany and Austria how many effects - even trumpet signals - could be suggested by violins alone. Maybe that was exactly what Leopold von Plawenn had in mind too. Not only the instrumental scoring is debatable. In some concertos three sopranos sing some passages unisono. I very much doubt that this was prescribed by the composer. Cantabo Domino is performed with two voices per part which seems to be at odds with the character of the concertos in this collection. This is definitely music for solo voices.

The second disc adheres to the scoring which Leopold von Plawenn indicates. The sacred concertos are performed with two violins and bc. It is a matter of good fortune that there are no duplications on these two discs, despite the fact that both ensembles have selected from the same source. The concertos on the disc of the ensemble vita & anima confirm Leopold von Plawenn's compositional qualities. Terra audi sermonem is a dialogue between God (bass) and the wicked people (alto, tenor). They sing simulteously in such a way that the words of the latter are a reaction to those of the former. Estote fortes is about the war against the devil and a kind of battaglia for bass, two violins and bc. Homo Dei creatura includes some passages with striking chromaticism.

This disc includes some pieces by Johann Stadlmayr, whose music Leopold might have become acquainted with through Stadlmayr's son Adolph. Moreover we hear instrumental pieces by Ingenuin Molitor, another composer who has no appearance in New Grove. He was born in Swabia, and worked for many years as organist in the Franciscan monastery of Bozen. Some of his organ works have been preserved in the so-called Brixner Orgelbuch, from which we hear two canzonas in the style we know from other South-German and Austrian composers such as Johann Caspar Kerll. In 1668 Molitor published a collection of 19 sacred concertos for one to three voices (two sopranos and bass) with two violins and bc, and six canzonas for one or two violins, violone and bc. The ensemble chose to concentrate on the latter and record the complete set of canzonas. Like the two organ pieces they belong stylistically to what was written in the German-Austrian violin school: the canzonas are divided into a number of contrasting sections, some of which are fugal.

It wouldn't be quite correct to say that I am pleasantly surprised by the quality of the repertoire. It rather confirms my conviction that we still only know the top of the iceberg and that much very fine music still escapes the attention of the music scene. The concertos by Leopold von Plawenn definitely deserve to be known and performed, and it is great that these two productions include 25 of his compositions. They show a close connection between text and music, with some eloquent text illustration. Various concertos have marked rhythms which are brought out quite well in the performances of both ensembles. The canzonas by Molitor are also very worthwhile, and I am quite curious about his vocal  oeuvre. The singing and playing in both productions is outstanding, both in ensemble and individually.

These are rewarding productions which deserve the attention of any lover of 17th-century music.

Johan van Veen - Musica Dei donum (© 2013)

 

Lyrische und bewegende Tastenfreuden 

Peter Waldner präsentiert auf drei CDs Musik aus der Spätrenaissance bis zur frühen Romantik.

Innsbruck – Peter Waldner überraschte sein Publikum vor einem Jahr mit einem Schubert-Abend, gespielt auf Robert A. Browns Kopie eines Wiener Hammerflügels von Jacob Bertsche (um 1815). Nun legt er ein Doppelalbum dazu vor, erweitert um die kopierte Klangwelt eines Rosen­berger-Hammerflügels (ca.1805) und weiterer Schubert-Werke. Tänzen, Impromptus (op. 90) und Klavierstücken stehen die Sonaten in G-Dur (D. 894) und B-Dur (D. 960 aus dem Todesjahr 1828) gegenüber.

Spätwerke, die Waldner in der speziellen Klangaura nicht im Rückblick, sondern innerhalb Schuberts Traditionen und Errungenschaften interpretiert. Das ergibt eine eigene – Schubert wohl ganz nahe – Poesie und Sanglichkeit, transparent, farbig und dynamisch, ungemein reich in den Möglichkeiten. Waldner nützt das alles differenziert und doch natürlich, mit zügigen Tempi, die wie der Hammerklavierton keine Sentimentalität, aber bewegende Lyrik kennen. Ein sehr schöner Schubert-Zugang.

Nach Mozart war das ein logischer Schritt Waldners, der wie die meisten Spezialisten Alter Musik auch die Gegenrichtung erprobt. Johann Sebastian Bach bleibt natürlich ein Schwerpunkt, erkennbar in Waldners neuer, repertoiremäßig und interpretatorisch wertvoller CD „Bachs Mentoren“. Souverän und erhellend nicht zuletzt durch die Klangräume verschiedener Instrumente (Cembalo, Oktavspinett, Muselar – das ist eine Art Virginal) wird verdeutlicht, wo Bach beeinflusst wurde: bei seinen älteren Zeitgenossen Dieterich Buxtehude, Jan Adam Reincken und Georg Böhm.

Ein Jahrhundert zurück, zu im 16. Jahrhundert geborenen Komponisten, geht Waldner auf der Suche nach der Liebe. Wurde reichlich fündig bei vitalen, vielgestaltigen Bearbeitungen, die auf Liebesliedern basieren. Meister wie Byrd, Hassler, Frescobaldi, Sweelinck u. a. spendeten die Emotion, Waldner greift sie auf mehreren Instrumenten in einer besonders direkten Klangsprache auf. Alle CDs sind in Peter Waldners Eigenlabel „Tastenfreuden“ erschienen.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Neue CD-Reihe für Alte Musik 

Peter Waldner sorgt als Barock-Spezialist besonders außerhalb von Tirol für Furore.

Alte Musik ist seine Leidenschaft. Alte Musik ist sein Lebenselixier: Der künstlerische Leiter der Konzertreihe "Abendmusic-Lebensmusik" Peter Waldner gilt international als Koryphäe. Vor Monaten gründete er mit "Tastenfreuden" eine eigene CD-Reihe und sorgt auch damit für internationale Anerkennung. Weitere spannende Projekte sind bereits in Planung.

Die zwei neuesten Produktionen des Waldner´schen Labels "Franz Schubert Späte Clavierwerke" und "Bachs Mentoren" landeten auf Anhieb einen tollen Erfolg: Erst wenige Tage am Markt, kürte sie das Wiener Klassikradio "Stephansdom" zur "CD des Tages". Die Arbeit des Spezialisten für Alte Musik und historische Tasteninstrumente wird vor allem außerhalb Tirols geschätzt. Die eigene CD-Reihe gründete der Organist und Cembalist aus Gründen der Kontinuität: "Ich habe bisher immer mit unterschiedlichsten Labels gearbeitet. Ich wollte aber längerfristig Projekte gestalten - und so habe ich beschlossen, die Reihe "Tastenfreuden" zu gründen!"

Ein Jahr lang hat sich Peter Waldner mit Franz Schuberts späten Clavierwerken auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist phänomenal: Schubert wirkt auf einmal tänzerisch, hat eine nie geahnte Leichtigkeit und zeigt Esprit für Eleganz. Peter Waldner hat die Partituren genau studiert und die detaillierten Notizen ganz im Sinne Schuberts umgesetzt. Fachleute sprechen bereits davon, dass Peter Waldner mit dieser Einspielung Interpretationsgeschichte schreiben wird. Peter Waldner lässt die Kraft und Schönheit der Musik spüren. Und das ist für ihn auch die Antriebsfeder für weitere CD-Projekte, die in seiner Reihe erscheinen werden. Die Musikfreunde können sich auf Spannendes freuen.

Moni Brüggeler - Kronenzeitung

 

Abenteuer Interpretation

Neueinspielung: Peter Waldner spielt späte Klavierwerke von Franz Schubert am Hammerklavier ein und nimmt ihm so seine Schwere und den Weltschmerz.

Innsbruck/Mals. Wenn Peter Waldner von der Musik spricht, sprudeln nur so die Worte; man spürt seine Begeisterung und wähnt sich, Teil dieser zauberhaften Welt zu sein. Nun hat er zwei neue CDs eingespielt und vorgelegt: eine ist dem späten Klavierwerk Franz Schuberts gewidmet, die zweite stellt unter dem Motto „Bachs Mentoren“ die Komponisten Georg Böhm, Dieterich Buxtehude und Jan Adam Reincken vor.


„Dolomiten“: Sie sind ein Spezialist für Alte Musik und für Barockmusik. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, bedeutende Klavierwerke aus Franz Schuberts letzten Lebensjahren einzuspielen?

Peter Waldner: Seit vielen Jahren bin ich auf historische Tasteninstrumente spezialisiert und besitze auch eine umfangreiche Instrumentensammlung. Vom spätbarocken Repertoire hin zu Schubert sind es - musikgeschichtlich und interpretatorisch - nur wenige Schritte: so war es für mich ganz natürlich und logisch, mich mit Schuberts Klavierwerken an den historisch richtigen Instrumenten auseinanderzusetzen. Das Besondere an dieser Doppel-CD ist, dass ich sie an zwei Kopien früher Wiener Hammerflügel eingespielt habe: die beiden Hammerflügel aus den Werkstätten der Wiener Klavierbauer Michael Rosenberger (um 1805) und Jacob Bertsche (um 1815), die Franz Schubert gekannt und gespielt haben könnte, hat Robert Brown in minutiöser Feinarbeit nachgebaut; er ist ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet und hat auch schon die beiden Originalinstrumente restauriert.
 
„D“: Dem heutigen Konzertbesucher und Musikliebhaber ist Schubert durch den Klang der modernen Instrumente vertraut. Wie klingen seine Werke auf dem Hammerklavier?

Waldner: Ich habe anhand eines akribisch genauen Studiums der Partituren und durch die Verwendung der stilistisch richtigen Instrumente einen völlig eigenständigen, ganz anderen Zugang zu Schubert gefunden: seine Musik wirkt so tänzerisch, leicht und elegant. Schuberts geniale Werke klingen auf dem Hammerklavier nicht so schwer und tragisch, wie wir es von vielen konventionellen Interpretationen her kennen. Ich habe versucht, seine Musik, die er in seinen Partituren unglaublich detailliert notiert hat, von Pathos, Schwere und Weltschmerz, mit der sie Interpreten des 19. und 20. Jahrhunderts immer wieder beladen haben, zu befreien. Für mich war es ein spannendes Interpretationsabenteuer.
 
„D“: Wie lange haben Sie Schubert auf dem Hammerklavier einstudiert?

Waldner: Ich war fast ein Jahr lang mit den Vorbereitungen für diese Einspielungen beschäftigt und habe tagtäglich viele Stunden übend an den Instrumenten verbracht; denn es ging mir darum, zunächst die beiden Hammerflügel genauestens kennenzulernen. Robert Brown hat sie dann während der CD-Aufnahmen betreut. Seine beiden Hammerflügel stehen der spätbarocken Welt der Cembali deutlich näher als dem heutigen modernen Klavier. Das Hammerklavier hat noch keinen Metallrahmen, dünnere Saiten und einen viel leichteren Anschlag als moderne Flügel; im Klang ist es schlank, sehr elegant und transparent. Eine der beiden Kopien verfügt über sechs Pedale und bietet somit verschiedene Registerfarben, wie wir sie zum Beispiel auch von der Orgel her kennen: zwei Moderatoren, Fagottzug, Una-corda-Pedal, Dämpfungspedal und Janitscharenzug (Perkussion und Glocke). Im Instrumentenbau wurde schon immer sehr viel experimentiert. Auch die Entwicklung des Hammerflügels ist zu Beethovens und Schuberts Lebzeiten sehr schnell vorangetrieben worden: in diesen Jahren arbeiteten allein in Wien über 150 Klavierbauer fieberhaft an der Weiterentwicklung des Hammerflügels. 20 Jahre Klavierbau brachten enorme Fortschritte und Neuerungen: Instrumente, die 1810 oder 1835 gebaut wurden, sind voneinander sehr verschieden.
 
„D“: Würde eine Neueinspielung der Werke der Zeitgenossen Schuberts, etwa Ludwig van Beethovens, auch solch neue Erkenntnisse bringen?

Waldner: Ja, selbstverständlich; auch dieses Repertoire gilt es, neu zu beleuchten. Beethoven war ein gesellschaftlich hoch geachteter Komponist, der in den vornehmen Wiener Palais ein- und ausging und die reiche Wiener Aristokratie mit neuesten Kompositionen versorgte. So gut wie jeder Wiener Klavierbauer wollte ihm aus Werbegründen einen Flügel schenken. Beethoven aber lehnte alle diese Angebote ab: er entschied sich für einen Flügel von Anton Gabriel Walter, später dann spielte er immer mehr auch auf kostbaren englischen Klavieren. Schuberts Welt hingegen war eine ganz andere: in sehr bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen und lebend, stand er zeit seines Lebens im heroischen Schatten Beethovens; die Instrumente, die er zur Verfügung hatte, waren schlichter, seine Musik wurde nahezu ausschließlich im privaten Freundeskreis musiziert und gehört. Chopin und Brahms etwa spielten dann schon auf den Prachtinstrumenten von Carl Graf, die bereits über einen Metallrahmen, dickere Saiten und einen größeren Klaviatur-Umfang verfügten.

„D“: Wie waren die Reaktionen auf Ihre Schubert-Einspielungen?

Waldner: Bisher ausgesprochen positiv! Der österreichische Komponist Michael F.P. Huber formulierte es so: „Ich bin fest davon überzeugt, daß Du mir dieser Einspielung Interpretationsgeschichte geschrieben hast. Ich gratuliere Dir! Es ist Dir gelungen, diese Sonate (G-Dur) zum Leben zu erwecken - nachdem sie bisher ein kümmerliches Dasein im  Dornröschenschlaf gefristet hat.“ Und Franz Gratl, der Musikkustos des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, spricht von einer „Offenbarung“. Klassikradio Stephansdom in Wien hat die Doppel-CD übrigens gleich nach ihrem Erscheinen zur CD des Tages nominiert.
 
„D“: Die Verbindung von Hintergrundwissen mit der gespielten Musik ist Ihnen ein wichtiges Anliegen. Was wollen Sie mit der zweiten CD, die Werke der Mentoren Johann Sebastian Bachs präsentiert, vermitteln?

Waldner: Bach hatte keine leichte Kindheit und Jugend: bereits mit elf Jahren war er Vollwaise. Lernbegierig, wie er war, besuchte er anerkannte Komponisten und Tastenvirtuosen seiner Zeit, um sich weiterzubilden. So lernte er von drei der bedeutendsten Musikerautoritäten seiner Zeit: Georg Böhm, Dieterich Buxtehude und Jan Adam Reincken. Bach hatte nie über längere Zeit einen Lehrer; vieles hat er sich autodidaktisch angeeignet. Ich möchte zeigen, dass Bachs Musik nicht aus dem luftleeren Raum kam, sondern stilistisch und formal auf den Werken seiner Mentoren und Lehrer fußte, und damit auch ein neues Licht auf Bachs geniale Werke werfen. Interessierte finden im CD-Booklet detaillierte Informationen zu Johann Sebastian Bachs jugendlichen Studienreisen, etwa über seine Reise nach Lübeck, wo er sich vier Wochen lang bei Dieterich Buxtehude aufhalten wollte, dann aber ganze vier Monate dort blieb. Ich bin der Meinung, dass ein Musikwissenschaftler nicht bei der Theorie stehenbleiben, sondern sich auf die Praxis zubewegen soll; ein praktischer Musiker, der ganz ohne theoretischen Hintergrund arbeitet, ist in seinem Weitblick ebenso beschränkt. Ich habe das Glück, dass ich in meinem Metier beide Bereiche stimmig miteinander vereinen kann. Es geht mir immer um ganzheitliche Beschäftigung mit der Musik.
 
„D“: Die CDs sind in der Ihrer eigenen Reihe „Tastenfreuden“ erschienen. Welches ist das Ziel dieser Reihe?

Waldner: Das Logo der CD-Reihe besteht aus einer Klaviatur, auf der eine Nachtigall sitzt. Die Nachtigall ist ein Vogel, der besonders schön singt, zugleich auch ein oft zitiertes Liebessymbol. Bisher sind in meiner Reihe vier CDs erschienen: eine davon habe ich auf der ältesten spielbaren Orgel Südtirols, der Baldachin-Orgel (1559) der Churburg, eingespielt; diese CD stellt in erster Linie weltliches Orgelrepertoire vor, Intavolierungen von Liebesliedern und Tänze zum Beispiel; Musik, die heute - völlig zu Unrecht - fast in Vergessenheit geraten ist.
 
„D“: Welche Projekte sind in der nächsten Zeit geplant?

Waldner: Für das Label "musik museum" des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum wird gerade eine neue CD mit erstmals eingespielter Barockmusik aus Tirol, hervorragenden geistlichen Motetten von Pater Ingenuin Molitor, der an der Bozner Franziskanerkirche tätig war, fertiggestellt, die in Kürze erscheinen wird. Danach wartet ein voller Arbeits- und Konzertkalender auf mich: so werde ich einen Cembalo- und Klavierabend zu einem Kongress über die Ursprünge des (Wiener) Walzers oder etwa einen Liederabend zum Thema Mythologie mit weniger bekannten Werken von Schubert gestalten, um nur einige Projekte zu nennen. Auch in Südtirol werde ich 2013 mehrfach konzertieren.

Beate Gatterer - Dolomiten

 

CD des Tages - Radio Stephansdom Wien

Rund und silbern sind viele CDs.
Aber nur die besten schaffen es zur CD des Tages.
Unserer klassischen Antwort auf die Hitparade.

 
Freitag, 21.12.2012

Schubert: Späte Clavierwerke
Peter Waldner


Tastenfreuden 9120045192902

Peter Waldner ist ein feinsinniger Schubert-Interpret. Mehr als ein Geheimtipp!

 

 

 

 

 

 

 

Radio Stephansdom - Wien

 

Ein liebreiches Spektakelchen

Buch: Kombination aus Sprache, Bild und Musik

Wir betreten ein ausgesprochen helles Märchenland, und wir erleben eine wirkungsvolle Verschmelzung der Künste. Weitab von aufdringlicher Beflissenheit wird hier Kindern die Welt der Sprache, des Malens und der Musik nahe gebracht.

Das Bilderbuch „Die große Freude der kleinen Prinzessin“ ist gestaltet von Verena Wolf, der Vorleser auf der CD ist Wolfgang Hundegger und die Musik trägt Peter Waldner vor.

Die Musik, die Alte Musik, wird zur Triebfeder zum Glücklichsein.

Dabei liegt Musik auch auf dem Text und den Bildern. Die differenzierte Sprache, deren innere, sanft geerdete Unterlage das Verstehen und Spüren ist, lässt Herz und Verstand trefflich zusammen agieren, was höchst hilfreich ist für die Aufgabe, die sich die Prinzessin gestellt hat. Sie will das Rätsel um den Wald, der seinen Glanz verloren hat, lösen und sie möchte die Tiere, die es satt haben, mit verdorrtem Gras und ungenießbaren Beeren vorlieb zu nehmen, aufheitern. Durch die Musik bannt sie den bösen Zauber, mit Musik besänftigt sie gar das Herz des Drachen. Mittels deren Zauberkraft überwinden Prinzessin und Tiere unverzagt alle Hindernisse.

Nun erweisen sich die Nuancen in der Wahrnehmungen und die sprachlichen Variationen dazu als die große Stärke des Textes: Wenn etwa das Wohlgefühl des Igels aufblitzt, sobald er die Spinett-Musik hört, er die Augen schließt und das kuschelige, herbstliche Laub zum Darin-Schlafen spürt, er es riecht und rascheln hört, oder wenn fröhlich nicht einfach nur fröhlich ist, sondern sich einmal als Verzückung anfühlt, ein anderes Mal sich die Fröhlichkeit als Freudensprung kund tut. Oder wenn tanzen auch hüpfen, stampfen und Rad schlagen ist. So hebt die Sprache gänzlich unangestrengt Sinne und Sinnlichkeit hervor, eine leichtfüßige, selbstverständliche Sinnlichkeit. Sie wird gesteigert durch die Illustrationen, ebenfalls von Verena Wolf, und die Musik auf der beigelegten CD. Die Illustrationen, effektive, warmherzige Bilder, nehmen die Figuren ernst, die Sonnen- und die Schattenseiten ihrer Welt.

Ebenso schmiegt sich die Musik, durchwegs Alte Musik aus England und zum größten Teil dem „Fitzwilliam Virginal Book“ entnommen, an die Sprache, so dass auch durch sie der Charakter der Ereignisse zu Tage tritt, und der Klang der Interpretation den Klang der Erzählung trifft. Das Buchprojekt von Verena Wolf und Peter Waldner ist voll Lebendigkeit und Liebreiz.

Man kann sicher sein, dass die große Freude der kleinen Prinzessin auf das Publikum überschwappt.

Claudia Theiner - Dolomiten

 

Kultur kommt direkt ins Klassenzimmer

Innsbruck – Rund 50 Volksschulkinder sitzen mit großen Augen im Schneidersitz am Boden vor einer Bühne. Aufmerksam lauschen sie den Erzählungen von Verena Wolf, gehüllt in ein wallendes Kleid, und dem Spinettspiel von Peter Waldner, der mit einer selbstgebastelten Krone auf dem Kopf vor seinem kleinen historischen Tasteninstrument sitzt. Ein „Neues Märchen mit Alter Musik“ wird den Schülern der Volksschule Allerheiligen im Zuge der Initiative zur Kulturvermittlung der Tiroler Kulturservicestelle (TKS) präsentiert.

Seit nunmehr 38 Jahren vermittelt die TKS Kulturschaffende geradewegs in Tirols Klassenzimmer, um jungen Tirolern vom Volksschulalter bis zur Maturaklasse den direkten Kontakt zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.

Denise Daum - Tiroler Tageszeitung

 

Alte Musik für die Gegenwart

Innsbruck – Peter Waldners Herz schlägt für historische, sogenannte Alte Musik: die "spannende, lebendige und kreative Vermittlung" dieser ist das oberste Ziel des künstlerischen Leiters der Innsbrucker Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik", die sich in der kommenden Saison der Themenkreise "Mythen - Märchen - Religion" annimmt.

Das Publikum darf sich dabei auf neun klangvolle Abo-Konzerte, vier außergewöhnliche Orgelmomente und eine bedacht gestaltete Schiene für den interessierten Nachwuchs freuen.

Zu Saisonbeginn gibt es dabei ein Wiederhören mit dem Vorarlberger Barockorchester "Concerto Stella Matutina", das sich unter der bewährten Leitung des italienischen Barockoboisten Alfredo Bernardini unter anderem Händels "Feuerwerksmusik" und Purcells "Fairy Queen" widmet. Im Dezember sind erstmals der Tenor Hans Jörg Mammel und die französische Geigerin Amandine Beyer mit dem Ensemble "Les Cornets noirs" bei der Konzertreihe zu Gast, um das Publikum mit barocker Weihnachtsmusik zu beglücken. Mit schaurigen Liedern und Balladen von den Britischen Inseln verschafft sich das "Quadriga Consort" Gehör, dessen Konzert unter dem Motto "Mystery & Crime" steht, während Miriam Andersen mit Musik der Wikinger aufwartet und Peter Waldner sich auf eine spannende Spurensuche nach Themen und Motiven der griechischen Mythologie im hochbarocken Cembalorepertoire begibt. Der Lautenist und Barockgitarrist Rolf Lislevand lässt selten zu hörende Musik aus Frankreich und Tirol für sein Instrumentarium erblühen. Bassbariton Markus Flaig stellt zusammen mit Peter Waldner, der ihn am Hammerflügel begleitet, in einem Liederabend den mythologischen Schubert vor, während das römische Spezialisten-Ensemble "Arte musica" unter dem Motto "Mars & Venus" die affektreiche Welt der kunstvollen Madrigale Claudio Monteverdis erschließt. Die deutsche Sopranistin Melanie Hirsch präsentiert schließlich gemeinsam mit dem Ensemble "vita & anima" Motetten und Triosonaten des "gentiluomo di Trento" Francesco Antonio Bonporti.

Zwei Vorkonzerte mit jungen Tiroler MusikerInnen werden ebenso wie die beliebten Konzerteinführungen wiederum angeboten.

Für die jungen Zuhörer wird der "Froschkönig" als musikalisches Marionettenspiel aufbereitet, weiters steht ein Märchenwettbewerb für Schüler auf dem Programm.

Erweitert wird das Programm, bei dem eng mit den Tiroler Landesmuseen und dem Archäologischen Museum der Uni Innsbruck zusammengearbeitet wird, durch zwei Orgelkonzerte und zwei vielversprechende Orgelreisen, die ins Friaul und nach Füssen führen.

Detaillierte Infos zum Programm finden Sie unter www.lebensmusik.at.

Christiane Fasching - Tiroler Tageszeitung

 

Süße Koloraturen & Präzision

Mit eindrucksvollen Werken des Franziskanerpaters Ingenuin Molitor (um 1610–1669) bezauberten das Tiroler Ensemble „vita & anima“ und das deutsche Ensemble „la dolcezza“ am Donnerstag Abend in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in einem Konzert der Reihe „AbendMusic-Lebensmusik“.

In seinem Eröffnungsvortrag erläuterte der Ferdinandeums-Musikkustos Franz Gratl die Besonderheiten der Musik der Franziskaner, die als „Fratres Minores“ zunächst auf Purismus setzten und im 16. Jahrhundert nur den unbegleiteten Choral zuließen. Doch die prachtvolle, lebensfrohe Kirchenmusik des Südens eroberte schließlich nach und nach auch die Tiroler Franziskanerresidenzen, und einer, der den modernen Geist „hineinschwindelte“, war Pater Ingenuin Molitor, Organist im Franziskanerkloster Bozen. Seine Motettensammlung „Fasciculus musicalis“ (Musikalisches Bündel) ist beispielhaft für die „geringstimmige“ Kirchenmusik.

Zwei Geigen, zwei bis drei Sänger und eine Bassgruppe (im Konzert großartig besetzt mit Peter Waldner, Orgelpositiv, Andreas Arend, Theorbe, und Arno Jochem, Violone) umschwärmen einander mit süßen stimmlichen Verzierungen in hinreißender Mehrstimmigkeit zum Gotteslob. Die Ensembles „vita & anima“ und „la dolcezza“ ergänzten einander perfekt, doch auch die Stimmen des dynamischen Bassbaritons Markus Flaig und der verinnerlicht und doch bewegt singenden Sopranistinnen Ulrike Hofbauer und Gerlinde Sämann trugen zum Erfolg des Konzerts bei. Bewundernswert auch die Präzision der Barockgeigerinnen Veronika Skuplik und Maite Larburu.

Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung 

 

Melodische Motetten entdeckt

In der Tiroler Franziskanerprovinz wirkten zahlreiche ausgezeichnete Organisten: Einer der namhaftesten des 17. Jahrhunderts war Pater Ingenuin Molitor, der an der Franziskanerkirche in Bozen tätig war.

Im Rahmen der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" erklangen nun erstmals in heutiger Zeit zehn Motetten aus Pater Molitors bemerkenswerter Sammlung "Fasciculus musicalis" aus dem Jahre 1668. Molitor zeigt sich darin keineswegs als Vertreter des franziskanischen Armutsideals, sondern als zeitgemässer Komponist, der reiche melodische Auszierung und intensive musikalische Textausdeutung kultivierte.
Prunkvoll reich war auch die solistische Besetzung: Mit den beiden Sopranistinnen Ulrike Hofbauer und Gerlinde Sämann sowie dem Bassbariton Markus Flaig waren drei ganz außerordentliche international erfolgreiche Musiker zu hören. Das Instrumentalensemble "la dolcezza" rund um die Barockgeigerin Veronika Skuplik wurde von Peter Waldner am Orgelpositiv verstärkt und begleitete das Sängerensemble energisch, brilliant und beredt.
Bestens passte der durchaus weltliche Zugriff der Instrumentalisten zu den psalmartigen lateinischen Texten, die Ulrike Hofbauer und Markus Flaig mit Schwung, Freude und übereinstimmendem Atem sinnlich ausdeuteten.
Höhepunkt, sowohl kompositorisch als auch interpretatorisch, war die Solo-Motette "O anima", in der Gerlinde Sämann mit nuancenreicher Tongebung und einer fast bestürzenden Innerlichkeit berührend schlicht franziskanische Bescheidenheit erklingen liess.
Drei originelle Instrumental-Canzonen von Ingenuin Molitor, Johann Stadlmayr und Bernardin Wolk rundeten das Programm ab.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung


„Alte Musik braucht Mut zu Authentizität und Individualität!“

Der aus Mals im Vinschgau stammende Organist, Cembalist, Fortepiano-Spieler und Musikwissenschaftler Peter Waldner, Professor am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck, bemüht sich bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten um die Pflege und Vermittlung Alter Musik an historischen Tasteninstrumenten im Tiroler Raum und weit darüber hinaus.
Im Zett-Gespräch erzählt er von sich und seiner Liebe zur Alten Musik.

Zett: Herr Waldner, Sie leben und wirken seit 1985 in Innsbruck. Durch Ihre umfassende musikalische Ausbildung und Ihre ausgesprochen rege Konzerttätigkeit sind sie weit in Europa herumgekommen. Was fasziniert Sie gerade an Alter Musik so sehr?

Peter Waldner: Ich denke, das hängt sehr stark mit der archaischen Landschaft des Oberen Vinschgaus zusammen, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe. Diese bemerkenswert einzigartige Landschaft prägt sowohl Menschen als auch musikalische Tradition dieser Region sehr nachhaltig; schon als Kind, als ich angefangen habe zu musizieren, konnte ich mich diesem Einfluß nicht entziehen. Später dann am Konservatorium in Innsbruck, wo Alte Musik schon seit den 70-er Jahren einen hohen Stellenwert hat, eignete ich mir weiteres musikalisch-handwerkliches Können in diesem speziellen Bereich an und verfeinerte es; zusätzliche Impulse holte ich mir im Ausland, zum Beispiel beim Cembalisten Gustav Leonhardt in Amsterdam, einem der Pioniere der historischen Aufführungspraxis, dessen Spiel mich schon früh faszinierte.

Zett: Historische Aufführungspraxis liegt Ihnen am Herzen. Was hat man sich darunter vorzustellen?
 
Peter Waldner: Es geht dabei vor allem darum, Musik der Renaissance, des Barock, aber auch späterer Epochen wie der Klassik und Romantik so wiederzugeben, wie sie in der jeweiligen Epoche gespielt wurde. Das bedeutet auch, historische Instrumente oder deren Kopien ernst zu nehmen und für die Interpretation der Musik heranzuziehen. Dabei stellt sich die entscheidende Frage: „Wie hat sich ein Komponist oder Instrumentalist seine Musik vorgestellt, wie hat er sie klanglich umgesetzt?“ Nur so kann Alte Musik authentisch und frei von überladenem Pathos, das man speziell im 19. Jahrhundert liebte, wiedergegeben werden. Selbstverständlich spielen - neben gründlichem Quellenstudium - auch Kreativität, Fantasie und guter Geschmack des Interpreten eine sehr wichtige Rolle.

Zett: Sie besitzen selbst auch einige historische Tasteninstrumente…
 
Peter Waldner: Ja, ich habe eine Sammlung historischer Instrumente zu Hause, die ich auch bei Konzerten immer wieder bespiele. Darunter sind zum Beispiel ein französisches Cembalo nach Pascal Taskin und ein Lautenklavier nach Zacharias Hildebrandt. Ich mag diese filigranen Instrumente, weil sich die stilistisch richtige Musik auf ihnen so klar, transparent, natürlich und unverfälscht gestalten lässt. Selbstverständlich umfasst das Spiel solcher Instrumente weit mehr als bloss technische Aspekte und die flinke Beweglichkeit aller Finger. Es kommt vor allem darauf an, unmittelbar aus der Seele zu spielen, rhetorisch wirksam Affekte, also Gemütszustände, wie Freude, Trauer, Zorn, Glück oder Liebe unmittelbar auszudrücken und im Zuhörer zu wecken bzw. zu erregen.

Zett: Das heißt, klassisch antike Wertmaßstäbe spielen eine wichtige Rolle?
 
Peter Waldner: Ja, vor allem was die Vermittlung, den Vortrag von Musik betrifft: da muss Authentizität unbedingt auf Gestaltungs- bzw. Suggestionskraft und Individualität des Interpreten treffen. Der Musiker auf der Bühne ist wie ein Redner, der sich einer Menge rhetorischer Mittel bedient, um seine Zuhörer
innerlich und äußerlich zu fesseln und zu bewegen. Vor allem barocke Musik bezieht sich ja sehr stark auf die antike Rhetorik nach Quintilian und Cicero; insofern ist sie eine nonverbale Sprache, über die der Musiker mit seinem Publikum kommuniziert, eine Klangrede eben!

Zett: In Vorträgen und im Unterricht versuchen Sie, diesen Wert Alter Musik auch zu vermitteln…
 
Peter Waldner: Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass Studenten und Musikbegeisterte einen möglichst unkomplizierten, direkten Zugang zu Alter Musik und deren Grundlagen bzw. Hintergründen finden. Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass selbst routinierte Klavierlehrer an Musikschulen der Musik früherer Epochen überdrüssig sind oder wenig mit ihr anzufangen wissen, sie zwar vorschriftsgemäß nach Lehrplan, meist aber mit wenig Freude oder Begeisterung spielen und unterrichten. Ich versuche, ihnen unkonventionelle Zugänge aufzuzeigen, sie auf Gehalt, Affekte und rhetorische Aussagekraft der Musik hinzuweisen und sie behutsam und sensibel zu einem liebe- und fantasievollem Spiel anzuregen. Insofern empfinde ich das weite Feld der Alten Musik auch als ein umfangreiches pädagogisches Gebiet, dessen Inhalte und Werte für uns Menschen des 21. Jahrhunderts hochaktuell sind.

Kurzbiographie:
Peter Waldner stammt aus Mals im Vinschgau, studierte Orgel, Cembalo und Klavier am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck und spezialisierte sich anschließend in Holland, Frankreich und der Schweiz im Bereich Alter Musik. Derzeit ist er als Dozent am Tiroler Landeskonservatorium und am Mozarteum sowie als Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf in Innsbruck tätig. Seine Konzerttätigkeit führt ihn durch ganz Europa. Er leitet die Konzertreihe „Abendmusic – Lebensmusik“, spielt laufend CDs vor allem im Bereich der Renaissance- und Barockmusik auf historischen Instrumenten ein und ist als Referent international tätig. Weitere Informationen sind auf www.peterwaldner.at zu finden. 
Bernhard Pattis - Zett/Die Südtiroler Zeitung am Sonntag
Alte Musik wäscht Drachen kuschelweich

Innsbruck – Kinder und Alte Musik, geht das zusammen?
Die Tiroler Pädagogin und Psychologin Verena Wolf und der bekannte Südtiroler Cembalist, Organist und Musikwissenschafter Peter Waldner sind davon überzeugt.

Wolf, die schon mehrere Kinderbücher verfasst hat, in denen sie schwerpunktmäßig historische Themen kindgerecht aufarbeitet, hat eine bezaubernde Geschichte über eine kleine Prinzessin geschrieben, der es mit Hilfe der Musik gelingt, einen bösen Drachen in ein sanftmütiges Wesen zu verwandeln. „Die große Freude der kleinen Prinzessin“ (Studia Universitätsverlag), so lautet der Titel des Kinderbuchs, dessen liebevoll-charmante Zeichnungen auch von der Autorin stammen. Auf der mitgelieferten CD wird die Geschichte vom Schauspieler Wolfgang Hundegger spannend erzählt und mit Musik aus der Spätrenaissance und dem Frühbarock, gespielt von Peter Waldner (Spinett) und Wolf (Traversflöte), zum Hörgenuss. Die meisten Stücke sind im „Fitzwilliam Virginal Book“, einem berühmten Sammelband mit vorwiegend englischer Tastenmusik um 1600, überliefert. Es ist aber nicht nur ein Buch über die Liebe zur Alten Musik – die Prinzessin spielt sich mit ihrem Spinett in alle Herzen –, sondern auch über Freundschaft und darüber, dass sich mit einer Portion Phantasie immer eine Lösung finden lässt. Und was sagt die vierjährige Testleserin und Testhörerin zu dem Projekt?

Als die ersten Töne der Alten Musik ertönen, springt sie auf und sagt: „Komm, lass uns tanzen.“ Mission erfüllt. Obwohl ihr die Musik offensichtlich gefällt und sie die Geschichte packend findet, das Buch will sie wieder und wieder vorgelesen bekommen, dauert ihr die einstündige Hörversion jedoch zu lange. Tipp: Hörbuch häppchenweise verabreichen.

Alexandra Plank -  Tiroler Tageszeitung 

 

Eine Prinzessin geht mit Alter Musik auf Reisen

Was ist denn ein Spinett?

Die kleine Prinzessin ist jedenfalls ganz verrückt nach dem alten Musikinstrument. Es gibt auch ganz besondere Klänge von sich.

Am 4. Mai waren wir bei dem Familienkonzert „Die kleine Prinzessin und die Zauberkraft der Musik“: Verena Wolf trägt ein mittelalterliches Kleid und erzählt uns die Geschichte von der kleinen Prinzessin; Peter Waldner spielt das Lieblingsinstrument der Prinzessin: er begleitet die Geschichte auf dem Spinett. Das Spinett ist ein altes Tasteninstrument. Es wird gespielt wie ein Klavier, ist aber viel kleiner und leichter.

Die Prinzessin lernt einige Tiere in ihrem Reich kennen, unter anderem einen Igel und einen Frosch. Die Tiere begleiten sie und sind überzeugt, dass ihre Musik magisch sein muss. Wenn man die Klänge des Spinetts hört, ist man nämlich fröhlich und will gar nicht mehr aufhören zu hüpfen und zu tanzen.

Das alte Musikinstrument hilft der Prinzessin und ihren Freunden sogar auf ihrer Reise. Sie werden nämlich immer wieder vor Probleme gestellt. Die frühbarocken Musikstücke helfen ihnen aber, die Hindernisse zu überwinden.

Bei diesem Konzert können Kinder Alte Musik einmal anders kennenlernen. Die Musik ist in der Geschichte eingebunden und verbindet die Handlung.

Das Buch zum Stück von Verena Wolf und Peter Waldner empfiehlt sich zum Vorlesen für kleine Kinder.

Sofia - Toni Times der Tiroler Tageszeitung  


Innsbrucker Orgelhighlights

Broschürenpräsentation des Orgelprogrammes in Innsbruck

26.03.2012 (AA) Gemeinsam mit den Konzertveranstaltern präsentierte Kulturstadträtin Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser am 26. März den Programmfolder „Orgelstadt Innsbruck 2012“. Unter den anwesenden Gästen waren: Prof. Hans Erhardt (Igls), Domorganist Prof. Reinhard Jaud, Stiftsorganist Kurt Estermann (Wilten), Mag. Peter Waldner (Mariahilf), Kulturamtsleiter Horst Burmann und Mag.a Natalie Pedevilla (Amt für Kultur).
„Die Orgel, als Königin der Instrumente, stellt ein wertvolles Kulturgut dar. Gerade aus diesem Grund ist es mir eine besondere Freude, dass die Eleganz und Schönheit der Orgelmusik jahresdurchgängig neben Messfeiern auch im Rahmen spezieller Konzertreihen genossen werden kann“, so Kulturstadträtin Patrizia Moser: „Der Orgelfolder 2012 ist der perfekte Leitfaden zu diesen musikalischen Hochgenüssen.“

Orgelstadt Innsbruck
Jährlich gibt das Kulturamt der Stadt Innsbruck eine umfangreiche und übersichtliche Broschüre zu den Orgelkonzerten heraus, um einen besseren Überblick über die zahlreichen Konzerte zu liefern. Das diesjährige Orgelprogramm beinhaltet 55 Konzerte, welche die kulturelle Bedeutung Innsbrucks als Orgelstadt hervorheben. Ihr Können an den kostbaren, historischen Orgeln werden sowohl Innsbrucks professionelle Organisten als auch internationale Gastorganisten unter Beweis stellen. Dabei werden sie Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelsohn-Bartholdy zum Besten geben.

Der Programmfolder erscheint heuer erstmals dreisprachig (Deutsch, Englisch, Italienisch), um auch internationalen Gästen eine gute Orientierung bieten zu können. Neben einer übersichtlichen Liste aller Spiel- und Konzerttermine enthält die Broschüre wissenswerte Informationen zu den Orgeln und Kirchen. So können sich Interessierte beispielsweise über die Herz-Orgel in der Stiftskirche Wilten informieren, die mit ihrem hohen Originalbestand zu den Schätzen der ältesten Orgeln in Tirol gehört.

Veranstaltungsorte der größtenteils kostenlosen Veranstaltungen werden auch heuer wieder der Dom St. Jakob, die Hofkirche, die Stiftskirche Wilten, die Basilika Wilten, die Pfarrkirche Mariahilf, die Georgskapelle - Altes Landhaus sowie die Pfarrkirche Igls sein.

Die kostenlose Broschüre „Orgelstadt Innsbruck“ ist ab sofort im Kulturamt der Stadt Innsbruck sowie bei den Veranstaltern erhältlich. Auf der Homepage der Stadt Innsbruck innsbruck.gv.at ist der musikalische Programmfolder online abrufbar.

 

 

Zur Freude der Tastenfreunde

Organist und Cembalist Peter Waldner hat sich auf Alte Musik und historische Aufführungspraxis spezialisiert. Nun legt er eine neue CD-Reihe mit dem verheißungsvollen Namen „Tastenfreuden“ auf. Demnächst erscheint die zweite CD.

Peter Waldner, künstlerischer Leiter der Konzertreihe „AbendMusic-Lebensmusik“, Gründer des Tiroler Ensembles für Alte Musik "vita & anima", Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf und Professor am Tiroler Landeskonservatorium sowie am Mozarteum in Innsbruck hat sich seit langem auf historische Tasteninstrumente und die entsprechende dazugehörige Aufführungspraxis spezialisiert. Unter dem klingenden Motto "Tastenfreuden" legt der vielseitige Künstler nun eine eigene kleine, feine CD-Reihe mit unterschiedlicher Tastenmusik auf. Diese wird auf historischen Instrumenten gespielt und unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis interpretiert.

Die erste CD der Reihe mit Musik der Spätrenaissance und des frühen Barocks wurde in Südtirol aufgenommen und Ende letzten Jahres präsentiert. Waldner gilt als einer der profundesten Kenner der einzigartigen Baldachinorgel auf der Churburg aus dem Jahre 1559. Das Instrument wurde von Orgelbauer Michael Strobl aus Ammergau im Auftrag von Jacob VII Trapp, von 1529 bis 1563 Herr auf der Churburg, erbaut und sollte ihm zur Verfügung stehen - zum Musizieren im familiären Kreis. Nur ausgewählten Musikern wird heute erlaubt die Orgel zu spielen. Peter Waldner darf es. Für die Cd suchte er 37 abwechslungsreiche, charakteristische Stücke von fünfzehn bekannten und anonymen Komponisten aus. Knapp achtzig Minuten lang kann man in das Lebensgefühl des 16. und frühen 17. Jahrhunderts eintauchen. Im beigelegten Booklet wird das ungewöhnliche Instrument detailreich beschrieben, Farbfotografien vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von der erstaunlichen kunsthandwerklichen Qualität des Orgelpositivs von Weltruf.

Die zweite Tonscheibe ist in Arbeit und wird demnächst erscheinen. Sie kreist thematisch um die Liebe. Gerade die Musik ist prädestiniert dazu, über dieses Phänomen zu „räsonieren“, es adäquat darzustellen und hörbar zu machen. Das Programm der CD spürt der zeitlosen Thematik mittels eines reichhaltigen Repertoires an europäischer Tastenmusik der späten Renaissance sowie des frühen Barock nach und präsentiert Werke bedeutender Komponisten wie William Byrd, Hans Leo Hassler von Roseneck, Girolamo Frescobaldi, Samuel Scheidt oder Matthias Weckmann.

CD Nummer drei ist Franz Schuberts spätem Klavierwerk gewidmet. Die Aufnahmen wurden im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum realisiert. Auf zwei Kopien von Hammerflügeln des frühen 19. Jahrhunderts spielt Waldner Impromptus, Walzer, Sonaten und den heiteren Grazer Galopp des großen Romantikers.

Info und CDs: www.peterwaldner.at 

Ulla Fürlinger - Magazin der Tirol Werbung

 

Entschlackt-neu

Peter Waldner begeisterte mit berührendem Schubert

Einen großartigen Schubert-Abend gab der Südtiroler Pianist Peter Waldner am Dienstag Abend im Innsbrucker Canisianum in einem Konzert der Reihe „AbendMusic-Lebensmusik“. Das Besondere: Man hörte Klaviermusik von Franz Schubert auf einem Hammerflügel wie neu und entschlackt. „Dem Himmel nahe – Claviermusik aus Schuberts letzten Lebensjahren“ lautete das Motto des Konzerts, das auf den Tag genau an Schuberts 215. Geburtstag stattfand.

Und Peter Waldner konnte mit herzergreifenden Meisterwerken, ja geradezu „Ohrwürmern“ aufwarten: mit Schuberts Impromptus Nr. 1 (c-moll) und Nr. 2 (Es-Dur), mit acht „Valses sentimentales“, einem „Grazer Galopp“ und der herrlichen, episch breiten Klaviersonate in B-Dur (D. 960), Schuberts letzter Klaviersonate. Sehnsuchtsmusik!

Waldner, an sich ja meist auf Cembalo, Virginal oder Orgel zu hören, spielte auf der Kopie eines Wiener Hammerflügels von Jacob Bertsche (um 1815) aus der Werkstatt des renommierten Klavierbaumeisters Robert A. Brown, also auf einem Instrument, das Schuberts Klangwelt sehr, sehr nahe kommt. Und welch schöne Klangwelt! Verhältnismäßig dünn und fein die Bässe, keine Überlagerungen gefinkelter Mittelstimmen durch „dicken“ Nachhall, keine opulente Dynamik, sondern schlanker, transparenter, filigraner Hammerklavierklang.

Dazu präsentierte sich Waldner in einer Hochform, die das Publikum im ausverkauften Saal des Canisianums zu schätzen wusste.

Bei ihm klingt Schubert unprätentiös, ehrlich, musikantisch, weil er auf agogische Effekthascherei verzichtet, und - in der Summe - sehr berührend.

Ein großer musikalischer Abend!

Thomas Nussbaumer - Kronenzeitung

 

Ein wahres Klangfest zum Geburtstag

Innsbruck - Peter Waldner feierte den 215. Geburtstag von Franz Schubert am 31. Jänner 2012 mit einem Solo-Abend am Hammerflügel, der im Rahmen der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" in der Aula des Canisianums stattfand.

Er kontrastierte leichte, tänzerische Gebrauchsmusik Schuberts mit gewichtigen Werken: zwei der Impromptus D. 899 sowie der berückenden letzten Klaviersonate D. 960.

Der Klavierbauer Robert A. Brown stellte einen fantastischen Nachbau eines Hammerflügels der Wiener Klavierbauschule von Jacob Bertsche (um 1815) zur Verfügung. Waldner ließ so mit wunderschönem, einzigartigem Klavierklang nach einem Modell der Lebzeit Schuberts aufhorchen, und erreichte große dynamische Abstufungen auch ohne Einsatz der sechs Pedale, mit denen er zudem raffinierte Färbungen erzielte.

Fern von trübsinnigem Weltschmerz interpretierte er die Musik in ungezwungener Frische. Vor allem in den Impromptues ließ er immer wieder mit starken agogischen Schwankungen aufhorchen, welche die Musik ins romantische Licht rückten.

Den Kopfsatz der Klaviersonate nahm Waldner vergleichsweise rasch, wodurch er den Rahmen zu den letzten beiden Sätzen spannte. Im Scherzo ließ er mit dem Pedal des Janitscharen- und Fagottzugs sogar knallige "alla turca" - Stimmung aufkommen.

Mit immer wieder überraschenden Impulsen und Phrasierungen, Übergängen ausnehmender Detailgestaltungen sowie dem Mut, beim Tempo den Klanggegebenheiten des Flügels stattzugeben, hielt er jeden Satz in sich zusammen.

Ein würdiges Geburtstagskonzert.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Und wie erlebte das Publikum den Schubert-Abend?

Hier einige schriftliche Rückmeldungen:

Hervorragend! Man konnte den Geist Schuberts spüren; der Flügel: eine Klangfarbenpracht! Besonders die Sonate grosse Klasse! Danke für den grossartigen Abend!

In Deinem Schubert-Abend am Dienstag lag ein Zauber, der mich sehr berührt hat und lange nachklingt. Wie in einem wirklichen Märchen! Herzlichen Dank!

Ganz herzlichen Dank für das schöne Konzert; Du hast wunderbar gespielt. Ein Geschenk!

Danke für den wunderschönen Abend!

Vielen Dank für die wunderschöne Musik von Schubert!


Die Orgel ist eine Art Orchester

Portrait - Professor Peter Waldner

s15_290 Professor Peter Waldner, langjähriger Dozent für Cembalo, Orgel und historische Aufführungspraxis in Innsbruck und gebürtiger Malser, zeigt in seiner Heimat auf Einladung des Pfarrgemeinderates Reschen sein Können.

Ich treffe Waldner an der Orgel der Pfarrkirche beim Einspielen während der Vorbereitungen zu seinem Konzert. Er unterbricht sein Spiel, nimmt sich Zeit und lässt sich bereitwillig fotografieren.

Im anschließenden Gespräch erinnert er sich an seine Zugänge zur Orgelmusik.

Peter Waldner ist in Mals im Vinschgau geboren und aufgewachsen. Damals gab es im Ort noch keine Musikschule und nur wenig Möglichkeiten, Musik zu erlernen. Prägend für ihn war das Orgelspiel in der Kirche, dem er schon als kleines Kind, später dann als Ministrant immer wieder aufmerksam zuhörte. Als Sechsjähriger fand er schliesslich über das Akkordeonspiel selbst zur Musik: bei einem bekannten Unterhaltungsmusiker aus seinem Heimatdorf nahm er 5 Jahre lang Unterricht und spielte damals vor allem Tanzmusik, Schlager und Volkslieder.

Mit elf Jahren kam Peter Waldner in die Mittelschule ins Johanneum nach Dorf Tirol, in eine Schule, die über viele Klaviere, eine Orgel und einen eigenen Klavierlehrer verfügte. Dort hatte er zum ersten Mal die Möglichkeit, am Tasteninstrument einen guten Basisunterricht zu bekommen und sehr viel Musik zu hören; das war für ihn der Auslöser, sich bis zur Matura intensiv mit klassischer Musik und mit dem Spiel verschiedener Tasteninstrumente zu beschäftigen. Ihm war dann klar, dass er an der Universität und am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck Musikwissenschaft, Germanistik, Orgel, Cembalo und Klavier studieren würde. Diese Entscheidung wurde vor allem auch vom Elternhaus unterstützt. Die Mutter singt heute noch im Kirchenchor, war als Mädchen und junge Frau Mitglied der Volkstanz- und Theatergruppe von Burgeis und spielte Gitarre. "Wir haben daheim auch oft gemeinsam gesungen." Das waren wertvolle frühe Prägungen, die dazu führten, daß er schon als Kind mit Musik in Berührung kam. Die Begegnung mit den Lehrern am Johanneum, vor allem aber mit seinem Klavier- und Musiklehrer Prof. Cyprian Czuchinsky, der ihn all die Jahre hindurch nachhaltig gefördert und ihm den Weg gewiesen hat, waren für Waldners weiteren Entwicklungsweg sehr wesentlich.

In Amsterdam, Paris und Basel spezialisierte er sich schließlich nach dem erfolgreichen Abschluß seiner Studien in Innsbruck mithilfe mehrerer Stipendien bei renommierten Meistern ihres Fachs wie Gustav Leonhardt, Kees van Houten, Hans van Nieuwkoop, William Christie und Jean-Claude Zehnder auf das Spiel historischer Tasteninstrumente sowie auf Interpretation und Aufführungspraxis Alter Musik.

Auf die Frage, ob Musik das Wort Gottes verständlich machen könne, antwortet Waldner:

"Ja, selbstverständlich! Einer der Bereiche, in denen ein Organist tätig ist, das sind die Gottesdienste: er hat für ihre abwechslungsreiche musikalische Gestaltung zu sorgen. Orgel- und Kirchenmusik haben - neben dem gelesenen und gesprochenen Wort - auch eine Verkündigungsfunktion. Nicht umsonst ist in vielen protestantischen Kirchen die Orgel unmittelbar über der Kanzel vorne im Kirchenraum plaziert. Über wert- und gehaltvolle Musik können religiöse und spirituelle Botschaften an die Zuhörer vermittelt werden. Orgelmusik trägt dazu bei, einen sakralen Raum wie die Kirche zu beleben und mit entsprechendem Inhalt zu füllen. Auch während eines Konzerts, in dem sakrale Orgelmusik gespielt und vorgestellt wird, können Konzertbesucher unter Umständen religiöse Erfahrungen machen."

Kann man über Musik eine Gotteserfahrung erleben?

"Ich glaube schon, denn Musik ist in ihrem innersten Wesen etwas Immaterielles. Mit ihrer Hilfe kann man Wege dorthin aufzeigen. Ludwig van Beethoven zum Beispiel formulierte es folgendermassen: 'Meine Musik: das sind die göttlichen Gedanken'. Er war der Meinung, dass über seine Musik göttliches Gedankengut zugänglich wird."

Musik wird im Warenhaus oder auf dem Waffenplatz als Mittel zum Zweck und zur Manipulation eingesetzt. Kirchenmusik auch?

"Jede Art von Musik ist immer auch eine Form der Beeinflussung und kann leicht instrumentalisiert werden: im Dritten Reich zum Beispiel wurde Musik schamlos für Propaganda-Zwecke eingesetzt und in den Dienst einer menschenverachtenden Ideologie genommen. Mit meinen musikalischen Aktivitäten möchte ich allerdings niemanden manipulieren oder steuern: davon bin ich wirklich meilenweit entfernt! Orgel- und Kirchenmusik sollen den Zuhörer natürlich schon nachhaltig beeindrucken und bewegen, seine Seele berühren, Erfahrungen ermöglichen, Emotionen bei ihm auslösen, ihn aufbauen, ihm Trost spenden, ihm Hoffnung machen und neue Welten aufzeigen, die für das seelisch-geistige Gleichgewicht des Menschen von grosser Wichtigkeit und besonderer Bedeutung sind: der Mensch lebt ja bekanntlich nicht nur vom Brot allein. Kirchenmusik soll aber auf keinen Fall manipulieren, Druck ausüben, mit moralischem Zeigefinger drohen oder belehren, sondern - meiner Meinung nach - einen Freiraum eröffnen, in dem der Zuhörer ungezwungen, intuitiv seine ureigensten persönlichen Erfahrungen machen und vor allem die Kraft und Schönheit wesentlicher Musik erleben kann."

Welche Beziehung haben Sie zur Orgel?

"Was mich an diesem herrlichen Instrument schon immer faszinierte, ist der totale Körpereinsatz, aber auch der Einsatz von Geist und Seele, der notwendig ist, um dieses universale, oft auch als "Königin der Instrumente" bezeichnete Instrument zum Klingen zu bringen. Der Organist spielt die Orgel mit Händen und Füßen, mit Geist und Herz, mit Kopf, Verstand und Gemüt, letztlich mit allem, was ihm zur Verfügung steht. Er kann sehr viel Musik selber darstellen, ohne auf andere Musikerkollegen angewiesen zu sein. Jede Orgel, ob groß oder klein, ist auch eine Art Orchester: sie verfügt über viele verschiedene Klangfarben und Register; der Organist kann sein Instrument in unterschiedlichsten Registrierungen zum Erklingen bringen und sich dabei sehr individuell und kreativ ausdrücken. Die Orgel ist aber zugleich auch eine Art komplexe Maschine, mit deren Hilfe der Organist musikalisch-seelische Botschaften klar und deutlich artikulieren und übermitteln kann. Durch einen jahrelangen Übungsweg, der sehr viel Geduld und Disziplin erfordert, geht das Orgelspiel dem Organisten dann schliesslich in Fleisch und Blut über."

Wie gefällt Ihnen die Orgel in Reschen?

"Diese Orgel ist ein sehr, sehr schönes und wertvolles Instrument; sie spielt sich ausgesprochen angenehm und verfügt über eine auffallend leichtgängige Traktur und Mechanik: eine Tatsache, die mir persönlich sehr entgegenkommt, denn ich spiele ja auch sehr viel und gerne Cembalo. Die klangliche Qualität der Orgel hier ist außergewöhnlich. Die Bevölkerung von Reschen kann sich über ein vielseitig einsetzbares Instrument freuen: denn diese Orgel ist nicht nur ein Instrument, das gut funktioniert, sondern vor allem auch ein sehr schönes Konzertinstrument von hoher Qualität."

Nach unserem Gespräch widmet sich Peter Waldner mit konzentrierter Ruhe und sichtlicher Freude am Musizieren seinem Konzert.

"Ich habe mein Konzertprogramm speziell auf die Orgel von Reschen, die von der Schweizer Firma Felsberg im norddeutschen Stil konzipiert und gebaut wurde, abgestimmt und entsprechend zusammengestellt: in erster Linie weihnachtlich festliche Barockmusik vor, um und nach Johann Sebastian Bach rund um den Choral 'Wie schön leuchtet der Morgenstern'."

Waldner lässt Orgelwerke von William Byrd, Thomas Morley, Giles Farnaby, William Tisdall, Ingenuin Molitor, Johann Pachelbel, Friedrich Wilhelm Zachau, Dieterich Buxtehude, Johann Kuhnau und Johann Sebastian Bach erklingen, sehr zum Wohlgefallen der Einheimischen und der Gäste in der Pfarrkirche von Reschen.

Andreas Waldner - Vinschgerwind


Neues von Peter Waldner

Peter Waldner, Jahrgang 66, gebürtig aus Mals im Vinschgau, ist einer der bedeutendsten Organisten, Cembalisten und Spezialisten für Alte Musik im Alpenraum und längst auch international anerkannt. Zahlreiche Auszeichnungen bestätigen mittlerweile sein herausragendes Können und sein musikalisches Schaffen. Dennoch ist er bescheiden geblieben, hängt seinen Ruhm nicht an die große Glocke und meldet sich bei der lokalen Presse immer nur dann, wenn es von ihm etwas "Neues" gibt.

"Der Vinschger" hat mit ihm über seine zwei neuesten CDs gesprochen, die erst kürzlich erschienen sind.

Der Vinschger: Herr Waldner, Sie sind für kurze Zeit auf Urlaub in Ihrem Elternhaus in Mals, nehmen die Arbeit aber immer mit?

Waldner: Ja, so ist es: die Musik gehört zu meinem Leben, ist überhaupt mein Lebenselixier; sie hält mich sowohl geistig als auch seelisch beweglich und frisch. Im Moment bin ich intensiv mit Claviermusik von Franz Schubert an zwei Kopien historischer Wiener Hammerflügel aus der Schubert-Zeit und den Vorbereitungen für meine nächste CD-Aufnahme im Jänner beschäftigt. Auch werde ich in der Pfarrkirche von Reschen ein Orgelkonzert geben (hat bereits stattgefunden, Anm. d. Red.)

Der Vinschger: Also auch fast in Ihrer Heimat. In Mals sind Sie aber schon länger nicht mehr aufgetreten?

Waldner: Ja, es ist schon etwas eigenartig und für mich ziemlich befremdend, dass ich überall sonst laufend zu Konzerten und Workshops eingeladen werde, in meinem Geburts- und Heimatort Mals allerdings aber eher selten.  

Der Vinschger: Künstler werden im eigenen Dorf oder in der eigenen Stadt leider sehr oft verkannt. Nun aber zu dem, was Sie Neues mitgebracht haben.

Waldner: Es gibt nun zwei neue CDs von bedeutenden historischen Orgeln, die gerade erst erschienen sind: eine Neuaufnahme an der Baldachin-Orgel der Churburg in Schluderns und die allererste CD-Einspielung der wunderbaren Orgel in der Silbernen Kapelle der Hofburg in Innsbruck.

Der Vinschger: Stellen Sie bitte ihre Werke vor!

Waldner: Vor rund 14 Jahren habe ich bereits eine erste CD auf der einzigartigen Baldachin-Orgel der Churburg, einem Originalinstrument aus dem Jahre 1559, eingespielt. Im Juni 2011 wurde dort eine Neuaufnahme gemacht, im vergangenen Oktober ist die CD erschienen. Es gibt dazu ein ausführliches Booklet (Begleitheft, Anm. d. Red.) von 44 Seiten, auf denen ich dieses weltweit bedeutende historische Tasteninstrument aus der Spätrenaissance - begleitet von zahlreichen Abbildungen - und auch das musikalische Programm, das ich eigens für diese CD-Einspielung zusammengestellt habe, vorstelle. Die Musik stammt aus der Erbauungszeit der Orgel, passt also genau zur damaligen Epoche. Die Texte zur CD habe ich selbst recherchiert und in liebevoller Detailarbeit geschrieben.

Die zweite CD ist in Innsbruck entstanden: auf der weltberühmten Renaissance-Orgel in der Silbernen Kapelle der Hofburg, datiert auf etwa 1580. Diese Orgel ist das früheste erhaltene Exemplar eines sogenannten "organo di legno", also eines Orgelinstruments, das vorwiegend mit Holzpfeifen ausgestattet ist. Es handelt sich hierbei um die allererste CD-Aufnahme dieses bedeutenden mitteltönig gestimmten Orgelinstruments der Spätrenaissance. Auch in diesem Fall gibt es ein umfangreiches, reich bebildertes Booklet von 44 Seiten mit detaillierter Information zur Orgel und zur eingespielten Musik. Die Texte stammen von mir und Dr. Franz Gratl, dem Musikkustos des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum in Innsbruck. Die CD wurde im vergangenen Juli aufgenommen und ist Mitte Dezember in der CD-Reihe des Ferdinandeums "musik museum" erschienen.

Der Vinschger: Vielen Dank, Herr Waldner und weiterhin viel Erfolg!

Weitere Auskünfte unter www.peterwaldner.it

Daniela di Pilla-Stocker - Der Vinschger

 

Seltene Register ziehen

Die Renaissance-Orgeln in der Hofkirche, der Silbernen Kapelle und auf der Churburg in Südtirol sorgen für wunderbare Klangmomente.

Innsbruck – Drei wunderbaren, weltweit einzigartigen Orgeln aus dem 16. Jahrhundert sind neue CD-Veröffentlichungen gewidmet, die diese weitgehend original erhaltenen Kostbarkeiten aus Nord- und Südtirol dokumentieren: die Ebert-Orgel in der Innsbrucker Hofkirche, von dort aus erreichbar die hölzerne Orgel in der Silbernen Kapelle und die Baldachin-Orgel auf der Churburg bei Schluderns in Südtirol.

Im Falle der Ebert-Orgel geht es vor allem um die erstmalige Präsentation der „Klagenfurter Orgeltabulatur“ aus der Zeit um 1560. Sie ist die älteste bekannte Handschrift in Buchstabennotation mit Werken von Ludwig Senfl, Josquin Desprez, Pierre de la Rue, Jean Mouton und anderen frühen Meistern. Sie verstaubte jahrhundertelang in den Archiven, jetzt sind die kostbaren Werke von dem österreichischen Organisten Manfred Novak herausgegeben und auf zwei CDs eingespielt worden (MDG/Gramola). Als ideales Instrument dafür wählte er die mitteltönig gestimmte Ebert-Orgel von 1561.

Viele Werke dieser fragmentarisch erhaltenen Sammlung von Mess-Sätzen, Chansons, Motetten u. a. sind in keiner anderen Quelle überliefert, darunter „Preambulum“, das einzige Orgelwerk von Ludwig Senfl, der am Innsbrucker Hof Maximilians I. tätig war. Mit dem einzigartigen Klang der Ebert-Orgel bringt Novak die Stücke prachtvoll zur Geltung, mit seinen Registrierungen verleiht er ihnen Leben. Von großem Nutzen für den Hörer dieser Doppel-CD ist nicht nur Novaks Einführung und die Orgelpräsentation durch Kustos Reinhard Jaud im Booklet, sondern auch die klingende Vorführung der einzelnen Register.

Peter Waldner stellt erstmals auf CD die natürlich ebenfalls mitteltönig (auf reinen Terzen beruhend) gestimmte Renaissanceorgel aus der Zeit um 1580 in der Silbernen Kapelle der Innsbrucker Hofburg dar. Mit ihren hölzernen Pfeifen gehört sie einem spezifisch italienischen Orgeltypus an und ist das weltweit einzige erhaltene Instrument dieser Gattung. Ihr weicher, gedeckter Klang ist von individueller Schönheit, Waldner beschreibt u. a. „die Leichtigkeit und Beweglichkeit des wunderbaren Flötenregisters“ und „die Gänsehaut erzeugende, sinnliche Schwebung der 'voce umana', die fein differenzierte, funkelnde Farbpalette der verschiedenen ,Ripieno‘-Register“ und summiert: „Die Orgel ist von einzigartigem Klangreiz.“

Für ihre erste CD-Präsentation interpretiert Waldner einfühlsam und präzise ein abwechslungsreiches, zeitlich und regional abgestimmtes Programm (Werke von Frescobaldi, G. Gabrieli, Pasquini, Hassler u. v. a.), das in vielen Registerkombinationen das Instrument umfassend dokumentiert (musikmuseum/Tiroler Landesmuseum).

Die mitteltönige Baldachin-Orgel auf der Churburg, mit der der Südtiroler Organist und Cembalist von Kindheit an vertraut ist und der er 1997 ein erstes Tondokument widmete, präsentiert Waldner nun erneut: die CD erscheint als erste Veröffentlichung seines Labels „Tastenfreuden“ im Eigenverlag. Das ungeniert kraftvoll und farbenfroh tönende Werk Michael Strobls von 1559 wird von ihm mit geistlicher und weltlicher Orgelmusik aus Renaissance und Frühbarock gefüttert und im aufwändigen Booklet liebevoll dargestellt.

Drei Orgeln, nahezu original klingende Zeugnisse aus der Renaissance und reich verziert. Aus der optischen Fülle drei Details: an der Ebert-Orgel ist der psalmodierende König David kniend dargestellt; das italienische Werk schmücken zwei barbusige Seejungfrauen und die Baldachin-Orgel zwei Nachtigallen als Symbole der Liebe.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Alte & Neue Musik aus Tirol

Mit seiner 2009 kreierten CD-Reihe „musikmuseum“ wagt Franz Gratl, Musikkustos am Tiroler Landesmuseum, den Sprung in den ganz großen Medienteich. Für die mittlerweile neunteilige CD-Reihe ist das Heidelberger Label Note 1 als Vertrieb gewonnen worden.

Gratl, der am Donnerstag im Ferdinandeum seine neuesten Produktionen und Pläne vorstellte, präsentiert in der Konzert- und CD-Reihe Tiroler oder in Tirol wirkende Komponisten aus Renaissance und Barock bis zur Gegenwart und verpflichtet dafür vorrangig Tiroler Interpreten. Eine Partnerschaft besteht mit Karlheinz Siessls Orchester der "Akademie St. Blasius" und Peter Waldners Ensemble für Alte Musik "vita & anima"; aber auch Gerhard Sammers Kammerorchester " InnStrumenti" fand auf der Suche nach Veröffentlichungsmöglichkeiten seiner schon vor sechs Jahren aufgenommenen Kompositionen von Haimo Wisser Aufnahme in der CD-Reihe "musikmuseum"...

Soeben erschien Nr. 9 mit 33 romantisch verzauberten Liedern von Josef Pembaur – eine Entdeckung! Aufgestockt wird "musikmuseum" noch in diesem Herbst mit sakraler Bläsermusik und dem ersten Klangdokument der Renaissanceorgel in der Silbernen Kapelle, eingespielt vom Tiroler Organisten, Cembalisten und Spezialisten für Alte Musik Peter Waldner.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Kollektives Schwelgen in innigem Wohlklang  

Ich habe genug
vita & anima
- Markus Flaig - Bass, Marcel Ponseele - Barockoboe, Peter Waldner - Orgelpositiv, Gottfried von der Goltz - Konzertmeister
16. Oktober 2011
 

Das Motto des zweiten Konzertabends der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" lautete - nach J.S. Bachs Kantate BWV 82 - "Ich habe genug".

Dass das Publikum in der vollbesetzten Stiftskirche Wilten davon und auch von der Kantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" BWV 56 sowie von Alessandro Marcellos Oboenkonzert d-moll nicht genug kriegen konnte, lag an den erstklassigen Interpreten.

Mit dem deutschen Bassisten Markus Flaig fand sich eine Stimme, die so wunderbar voll in den Tiefen und bei Bedarf so sanft und weich wie ein Flügelschlag in den Höhen Bachs Glaubensbekenntnis über eine konfessionell gebundene Verkündigung hinaus zum prickelnd ergreifenden Erlebnis werden ließ. Den belgischen Barockoboisten Marcel Ponseele an seiner Seite, auf jede Nuance des Gesanges reagierend, verwöhnten Flaig und Ponseele das Publikum mit innigstem Wohlklang. Intuitive Zweisamkeit wie man sie nur selten erleben darf.

Mit dem Oboenkonzert d-moll von Alessandro Marcello, einem wahren Hit des Barock, ist an und für sich leicht glänzen, zu süffig und charmant legen sich die Melodien ins Ohr. Aber was Ponseele mit Empfindsamkeit in das Werk legte, verursachte kollektives Schwelgen in der Stiftskirche. Tonbildung, Artikulation, Phrasierung, verzierungstechnische Ausdeutung, schöner, intensiver kann man das Werk wohl kaum erleben.

Nicht unwesentlichen Anteil an der sinntiefen wie emotional so dichten Realisierung der Stücke hatte das solistisch besetzte Ensemble mit dem beim Freiburger Barockorchester als künstlerischer Leiter tätigen Gottfried von der Goltz als Konzertmeister und Peter Waldner am Orgelpositiv.

Dem Namen des Ensembles "vita & anima" wurde man in jeder Beziehung gerecht. Man hatte nicht genug!

Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung

 

Musik zwischen Himmel und Erde

"AbendMusic–Lebensmusik" 2011/12 mit Konzerten, Oper, Vorträgen & Film

"Sorgfältig programmierte Aufführungen im Originalklang, in authentischer Art und Weise und unter Berücksichtigung der Kenntnisse historischer Aufführungspraxis lebendig vermittelt“, ist das Credo von Peter Waldner, dem künstlerischen Leiter der Innsbrucker Konzertreihe „AbendMusic-Lebensmusik“. Das Programm der Saison 2011/12 stellte er unter das Motto „Himmel & Erde“.

Einen Gutteil der Konzerte­ gestaltet Waldner selbst, solistisch­ oder mit Partnern. Angesetzt hat er dafür Barockmusik aus Deutschland, Italien, Frankreich und Südtirol (Ingenuin Molitor) und einen Schubert-Abend. Eingeladen sind die Ensembles "I Sonatori de la Gioiosa Marca", "Zefiro Torna", "Ars Choralis Coeln" und "Ars Antiqua Austria".

Die "Lautten Compagney Berlin" wird Händels Oper „Rinaldo“ konzertant aufführen. Vorkonzerte binden Barockmusik-Schüler ein, es gibt auch wieder ein Kinderkonzert. Zu den Konzerten kommen die Orgelwanderungen und Orgel:momente (www.lebensmusik.at).

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Himmlische Klänge - Irdische Freuden

Zwischen »Himmel und Erde« liegen die musikalischen Genüsse bei Abendmusic – Lebensmusik 2011/12. Die Innsbrucker Konzertreihe für Alte Musik hat sich dafür internationale Virtuosen und heimische Könner eingeladen.

Sakrale und weltliche Musik gibt es bei den zwölf Konzerten und zwei Orgelwanderungen zu hören, die der Cembalist, Organist und künstlerische Leiter von »Abendmusic – Lebensmusik« Peter Waldner für die Saison 2011/12 zusammengestellt hat – gerade so, wie auch der Mensch mit Erde und Himmel verbunden ist. Den Anfang macht gleich Peter Waldner selbst, der mit dem Cellisten Marco Dalsass Barockmusik aus Deutschland und Italien spielt (18.09.2011), und auch noch in weitern Konzerten (Dem Himmel nahe, 31.1.2012 und L'Ange et le diable, zusammen mit Martin Bauer am 11.03.2012) wird Waldner zu hören sein. Ein »Stammgast« bei Abendmusic - Lebensmusik ist das Ensemble vita & anima, das mit wechselnden Mitgliedern stets die besten heimischen Kräfte versammelt, diesmal zu hören am 16. Oktober 2011 mit Musik von Johann Sebastian Bach und Alessandro Marcello und am 10. Mai 2012 mit Geistlichen Motetten von Ingenium Molitor. Nicht nur der französische, auch der italienische Engel und Teufel sind zu Gast, wenn die Sonatori de la Gioiosa Marca am 7. November 2011 gemeinsam mit dem Violinisten Giuliano Carmignola auftreten. Dem Göttlichen auf der Erde widmet sich hingegen das Ensemble Zefiro Torna im Weihnachtskonzert am 29. Dezember 2012.

Von der "Ars Choralis Köln" werden die Besucher ins Paradies und in die Hölle entführt (21.04.2012), während Daniel Sepec und Freunde am 10. Juni 2012 »Bibers Himmelslust« und Gunar Letzbor und Ars Antiqua Austria am Tag darauf »Bibers Erdenfreuden« in Erinnerung rufen – beide selbstverständlich mit Musik von Heinrich Ignaz Franz Biber.

Hinzuweisen ist auch noch auf das Kinderprogramm "Die kleine Prinzessin und die Zauberkraft der Musik", erzählt und illustriert von Verena Wolf, die auch die Traversflöte spielt, und begleitet am Spinett von Peter Waldner.

 

Akustische Leckerbissen zur nächtlichen Stunde

Mit dem "Erlkönig" durch das Nachtkonzert in Jennelt

Das Nachtkonzert des "Krummhörner Orgelfrühlings" fällt immer etwas aus dem Rahmen - auch dieses Mal, als Sopranistin Gudrun Sidonie Otto und Organist Peter Waldner ein - ja was eigentlich - zelebrierten? War das ein Konzert für Orgel und Gesang oder ein Konzert mit szenischer Lesung? Auf jeden Fall verwoben sich Musik und Literatur zu einer höchst reizvollen Einheit, die mit Liedern und Arien überwiegend des 18. Jahrhunderts gestaltet wurde. Das war eine wirklich reizvolle Idee, die die Wirkung eines guten Hörspiels hatte...

Waldner zauberte auf der kleinen Constabel-Orgel von 1738 die angenehmste Stimmung und erzeugte eine enorme klangliche Vielfalt auf dem einmanualigen Werk. Das Publikum wusste den nächtlichen Leckerbissen sehr wohl zu würdigen: Viel Applaus für Gudrun Sidonie Otto und Peter Waldner.

Ina Wagner - Emder Zeitung


Die Klänge sichtbar gemacht

Im nächtlichen Jennelt beleuchteten Gudrun Sidonie Otto (Sopran) und Peter Waldner (Orgel) Johann Wolfgang von Goethes Ballade vom "Erlkönig" aus neuen und zum Teil provokanten Sichtwinkeln. Einblicke in tiefe Abgründe von Angst, Verlangen und Verführung wurden szenisch verdeutlicht und in Liedern, Arien sowie freien Orgelstücken temperamentvoll dargestellt. Analytisches Musiktheater zu später Stunde - diesen Abend wird man nicht so schnell vergessen.

Barbara Fischer - Ostfriesen-Zeitung

 

Lockere Gespräche und viele neugierige Menschen

10. Krummhörner Orgelfrühling beendet

Die Nähe des Publikums zu den Künstlern, die ungezwungenen Gespräche üben eine enorme Zugkraft aus. Ebenso die klangliche Vielfalt, die diese vom 15. Jahrhundert an gebauten Orgeln offenbaren. Oder die spannende Gewichtung zwischen Meistern aus Renaissance und Barock, den romantischen Neuerern und den Zeitgenossen. Zudem natürlich der Auftrieb der hochrangigen Interpreten von Gustav Leonhardt aus Amsterdam über Zsigmond Szathmáry aus Freiburg bis zu Peter Waldner aus Innsbruck.

Horst Hollmann - Nordwest Zeitung


Die Gunst der Stunde voll genützt Musik zwischen Himmel und Erde

"Vita & anima" nennt Cembalist Peter Waldner seine Ensembles, wobei er wechselnde Musiker im Rahmen der Innsbrucker Konzertreihe für Alte Musik "Abendmusic - Lebensmusik" um sich schart.

Diesmal trafen drei namhafte Musiker der Alten Musik-Szene mit Waldner aufeinander, die zuvor noch nicht gemeinsam gearbeitet hatten: die Barockgeiger François Fernandez und Daniel Sepec sowie Vittorio Ghielmi an der Viola da gamba; sie wurden am Freitag im Canisianum dem Namen des Ensembles durch lebendiges und beseeltes Musizieren besonders gerecht. Das war umso erfreulicher, als die Herausforderung ausgefallen hoch war: neben Musik von Biber, Schmelzer, Rosenmüller, Muffat, Buxtehude und Goldberg standen auch Werke der Wiener und Innsbrucker Hofkapellmeister Antonio Bertali und Giovanni Buonaventura Viviani auf dem Programm, welche die Musiker zuvor noch nicht kannten. Zudem spielten Sepec und Fernandez nicht auf ihren gewohnten eigenen Instrumenten, sondern auf zwei historischen Violinen von Jacob Stainer aus dem Besitz des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum.

Die Musiker fanden vorzüglich zusammen, indem jeder seine eigenen Stärken einbrachte: Sepec setzte mit betont körperlichem Spiel Impulse und sorgte für hohe Intensität. Fernandez fügte Feinheit, Farben und dynamische Abstufungen hinzu. Ghielmi sorgte für Tiefe im Ausdruck. Waldner wirkte hellhörig und beschwingt. 

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Mare & Terra

 Für das Abendprogramm konnte das Ensemble „Oni Wytars“ für ein Konzert gewonnen werden. Das Ensemble präsentierte gemeinsam mit dem Organisten Peter Waldner „Musik am spanischen Hofe zu Neapel“ aus dem 16. Jahrhundert unter dem Titel „Mare & Terra“. Durchwegs sehr mitreißend interpretiert; das Publikum war begeistert und der anhaltende Applaus wurde mit mehreren Zugaben belohnt.

Dorit Wocher - Erta-News

 

Auf dem Wasser zu singen

Dramatik im Kleinen

Der deutsche Bariton Thomas E. Bauer und der Tiroler Spezialist für historische Tasteninstrumente Peter Waldner konzertierten in Innsbruck mit Liedern und Balladen von Franz Schubert und Carl Loewe zum Thema "Wasser".

Thomas E. Bauer zeigte auf sympathische Art seinen hellen, angenehmen Bariton, scheinbar bruchlos durch die Register. Selten textdeutlich bis ins hauchende Pianissimo schaffte er es, die Balladen packend zu schildern und die agierenden Gestalten überzeugend zu charakterisieren. Auch in den Liedern reicherte er die Worte durch Farbschattierungen mit Bedeutungsnuancen an und zeigte gerade hierin eine besondere Begabung, selten ungekünstelt Ausdruck hervorrufen zu können.

Peter Waldner debutierte als Liedbegleiter. Mit den charakteristischen Farbmöglichkeiten des originalen Hammerflügels von Conrad Graf (Wien, um 1830) aus der kleinen, aber feinen Tasteninstrumentensammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum malte er erfreulich vielseitig und förderte insbesondere in den spannungsgeladenen Balladen die Dramatik.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung


Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser

CD-Neuheit mit Tirol-Bezug

Drei Barockkomponisten mit Tirol-Bezug vereint eine neue CD des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum unter dem Titel „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ (musikmuseum).

Da werden eingängige Motetten des um 1630 vermutlich in Innsbruck geborenen Leopold von Plawenn mühelos von der Kunst des berühmten Innsbrucker Hofkapellmeisters Johann Stadlmayr übertroffen, dessen Auswahl an kurzen Motetten ebenso repräsentiert wie berührt. Dritter im Bunde auf diesem Tonträger ist der Franziskaner Ingenuin Molitor, der sich als Organist in Bozen ganz zu Recht einen Namen machte. Die Schönheit seiner figurierten, aber auch kantablen Musik macht heute noch – oder wieder – Eindruck.

Das Ensemble "vita & anima" mit Peter Waldner am Orgelpositiv und die Solisten Sabine Neumann, Satoshi Mizukoshi und Peter Kooij musizieren - wie versprochen – animiert.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Musik für die Damen - Mit einer sehr differenzierten Herangehensweise überzeugt

Peter Waldner spielt in der Aureliuskirche Hirsau an Virginal und Orgel

Nicht gerade häufig hat man das Glück - und dies selbst bei Festivals, die sich auf Alte Musik spezialisiert haben - im Rahmen eines Konzerts den Klängen eines Virginals lauschen zu können. In der Aureliuskirche in Hirsau war nun die seltene Gelegenheit hierfür gegeben, und man konnte noch dazuhin ein äußerst klangschönes und dabei sehr fülliges und basskräftiges Instrument dieser Bauart kennenlernen.

Im Unterschied zum Cembalo und zum Spinett handelt es sich beim Virginal um eine rechteckige Kistenform. Die Tastatur liegt an der Breitseite, die wie beim Cembalo mit Kielen angerissenen Saiten sind hier längs angeordnet. Gebaut wurden diese Instrumente im 16. und 17. Jahrhundert und da vornehmlich in England und in den Niederlanden. Vor allem in England war das Virginal als Hausinstrument weit verbreitet, es diente dort der musikalischen Unterweisung und überhaupt dem Musizieren der kunstsinnigen Damen, daher der vom Lateinischen abgeleitete Name (Virgo = Jungfrau).

Eine ganze Gruppe englischer Komponisten des Elisabethanischen Zeitalters bezeichnet man heute dank ihres Schaffens für dieses Tasteninstrument als „Virginalisten“. Dazu zählen etwa John Bull, Giles Farnaby und eine Vielzahl von anonymen Meistern, aber auch hinsichtlich seines Anteils an Tastenmusik etwa William Byrd. Und natürlich lässt sich auf dem Virginal auch die Musik eines Jan Pieterszoon Sweelinck und die seiner Schüler Samuel Scheidt und Heinrich Scheidemann spielen. Sie alle waren Teil des Programms des Cembalisten und Organisten Peter Waldner, der damit zum Teil auch die Rohlf-Orgel der Aureliuskirche heranzog.

Um mit der Orgelmusik zu beginnen: In der „Echo-Fantasie“ Sweelincks war Peter Waldners klangliche Ausrichtung mit den beiden sehr stark voneinander getrennten Manualen vielleicht doch ein wenig zu kontrastreich geraten, und die volumenreiche Klangfülle der Scheidemann-Intavolierung des „Benedicam Domino omni tempore“ von Praetorius hätte man gewiss auch noch ein wenig zurücknehmen können, ohne dem Ausdrucksanspruch Abbruch zu tun. Im Eingangsstück des Konzerts, Sweelincks „Ballo del Granduca“ gefiel aber das festliche Gepräge und die Wahl von Peter Waldners unterschiedlichen Registermischungen für dieses intradenartige Stück.

In den Werken für das Virginal überzeugte der Interpret mit einer sehr differenzierten Herangehensweise. In der ersten Dreiergruppe mit Stücken William Byrds etwa gefiel der hier aufgebaute Spannungsbogen, der seinen Ausgang nahm von einem betont runden und geschlossenen Klangbild ("Monsieurs Alman"), der dann an rhythmischem Profil gewann ("Callino Casturamae") und der in der "Fantasia" eine Fülle von verschiedenen Satzmustern vom streng imitatorischen Stil bis hin zu frei schweifenden Passagen, für sich genommen eigentlich allesamt Trennendes, organisch zusammenzuführen vermochte. Prägnant und konturiert zugeschnitten zeigten sich auch der "Brabanschen ronden dans" eines anonymen Komponisten aus dem 16. Jahrhundert sowie John Bulls Stück mit dem etwas sperrigen Titel "A Gigge. Doctor Bull’s my selfe", ebenso aber auch die "Dalling Alman" eines anderen Anonymus.

Peter Waldner fand für alle diese Werke immer den rechten Zugang, seien es gegebenenfalls eine angemessene Wärme und Geschmeidigkeit, oder bei tänzerischer Textur der artikulatorische Elan, oder in den Choral- und den Liedvariationen die Deutlichkeit und die Transparenz des Liedursprungs.

Thomas Bopp - Schwarzwälder Bote

 

Ein vergnüglicher Konzertabend rund um das Virginal

Peter Waldner konzertiert in Calw-Hirsau.

Eine doppelte Premiere bietet der nächste Abend der Konzertreihe Sankt Aurelius in Hirsau am Sonntag, den 24. Oktober 2010.

Der Innsbrucker Spezialist für historische Tasteninstrumente Peter Waldner gibt dabei sein Hirsauer Debüt.

Im Mittelpunkt seines Konzerts wird das einem breiten Publikum wohl eher unbekannte Virginal stehen. Dieses wie Cembalo und Spinett aus der Familie der Kielklaviere stammende Tasteninstrument wurde im 16. Jahrhundert vor allem in den Niederlanden und im 17. Jahrhundert auch in England gebaut. Es war dort zur Zeit des Barock das am weitesten verbreitete Tasteninstrument.

Entsprechend der zeitlichen und räumlichen Verbreitung und Bedeutung dieses Instruments stellt Peter Waldner Werke der englischen Komponisten William Byrd, John Bull und Giles Farnaby vor, die allesamt vom Ende des 16. bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts wirkten.

Wegen ihrer fast ausschließlichen Konzentration auf dieses Instrument sowie der von ihnen dafür entwickelten speziellen Satz- und Spieltechniken werden diese drei Komponisten in der Musikwissenschaft als "Virginalisten" bezeichnet. Daneben erklingen Werke des Amsterdamer Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck und seiner Schüler, darunter die beiden Norddeutschen Heinrich Scheidemann und Samuel Scheidt.

Als Kontrast und zur Auflockerung des Konzertabends wird Waldner einzelne Werke der genannten Komponisten auch auf der Rohlf-Orgel der Aureliuskirche interpretieren, so dass der ganze Reichtum an Klangfarben und Interpretationsmöglichkeiten dieser Kompositionen hörbar wird.

Unterlegt und ergänzt wird das Ganze durch fachkundige, aber auch unterhaltsame Erläuterungen des Künstlers, der bei so berühmten Lehrern wie Gustav Leonhardt, William Christie, Jean-Claude Zehnder und Nikolaus Harnoncourt studierte und zu den herausragenden Interpreten der Gegenwart auf den historischen Tasteninstrumenten gehört.

Neben seiner Solistentätigkeit ist Waldner außerdem ein gefragter Lehrer und Kursleiter. Auch in der Praxis der Kirchenmusik verfügt der Solist über eine reiche Erfahrung. Schließlich obliegt ihm die Planung und künstlerische Leitung der internationalen Konzertreihe für Alte Musik "Abendmusic – Lebensmusic" in Innsbruck, einer der bedeutendsten Reihen für Werke in historisch-informierter Aufführungspraxis in Europa.

Peter Michael Schlang - Schwarzwälder Bote

 

Virtuosen der Musik und des Hörens feiern

Mit einem Festabend begeht der Verein „Alte Musik in Innsbruck – Mariahilf“ sein zehnjähriges Bestehen.

Der Organist und Cembalist Peter Waldner ist mit "vita & anima", Leib und Seele, der Alten Musik verfallen.  

Angefangen hat alles mehr als ein Jahrzehnt früher mit Konzerten, die Peter Waldner unter dem Titel „AbendMusic – Lebensmusik“ veranstaltete. Was nun heute in der Innsbrucker Landschaftlichen Pfarre Mariahilf mit einem Konzert, danach im Pfarrsaal und insgesamt mit einer Doppel-CD gefeiert wird, ist die Institutionalisierung der Konzertreihe vor zehn Jahren durch die Gründung des Vereins „Alte Musik in Innsbruck – Mariahilf“.

Von den Innsbrucker Festwochen kam scharfer Gegenwind, aber Peter Waldner und seine Obfrau Wilfriede Hribar hatten die wichtigste Subventionshürde bei Land Tirol und Stadt Innsbruck geschafft, um der Alten Musik übers Jahr ein qualitatives Kontinuum zu geben.

Die erste starke Saison 2001/02 mit dem Eröffnungskonzert des großen Gustav Leonhardt sowie Hopkinson Smith, Rolf Lislevand, den Hilliards und Accordone bestätigte das Konzept, Waldners Auftritte mit solchen prominenter Gäste abzuwechseln. Eine Hundertschaft an Konzerten hat seit damals in vielen Fällen bezaubert.

Waldners Musizierstil ist beredt und farbig, erfüllt von virtuoser Energie und lyrischem Empfinden. Das spiegelt sich auch im Namen seines Ensembles "vita & anima", das er je nach Bedarf besetzt. Da finden sich heimische und internationale Musiker von Rang.

Bach ist und bleibt ein Schwerpunkt; eine Orgelreihe entstand, es gibt Orgelwanderungen und Kulturfahrten, Sonderprojekte wie die Vogelführung im Hofgarten, Kinderprogramme und in dieser Saison mit "Das Wasser" in dritter Folge ein Jahresmotto.

Heuer ist Waldner in fünf von den zwölf Konzerten vertreten, bestreitet zwei Sonderkonzerte und zwei Orgelfahrten (www.lebensmusik.at). Knapp 200 Abonnenten und viele weitere Getreue stützen die Reihe und ihren Erfolg.

Die Jubiläums-CD ist mit Live-Mitschnitten aus Konzerten ausschließlich Peter Waldners Ensemble "vita & anima" gewidmet. Da finden sich unter vielen anderen fabelhafte Wegbegleiter wie die Barockgeiger Daniel Sepec, Francois Fernandez und Ursula Wykypiel, Bassist Walter Rumer und Traversflötistin Linde Brunmayr-Tutz. Vokal- und Instrumentalmusik von Bach, Buxtehude, Scheidt, Cavalli, Corelli, Pergolesi und - wie üblich - weniger bekannten Meistern belegen das Niveau.

Im Booklet wird zwölf Seiten lang gejubelt: Waldner freut sich darüber, „unermüdlich und kontinuierlich“ Musik vom Mittelalter bis zur Romantik zu erschließen, Abonnenten gratulieren, und dem Vorstand des Vereins wird schliesslich für 10 Jahre Einsatz und Engagement gedankt.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Il recital dell'organista austriaco Peter Waldner

Sabato 25 settembre alle 20,45 il XXII Festival Organistico Internazionale "Città di Treviso e della Marca trevigiana" riaccende l'organo più antico della città di Treviso, realizzato da Pietro Nacchini nel 1750 nella chiesa di S.Croce per il recital dell'organista austriaco Peter Waldner. La chiesa/auditorium nell'ex complesso ospedaliero di S.Maria dei Battuti riecheggerà di suoni e ritmi risalenti a quella che il programma definisce "L'epoca d'oro del madrigale", ossia della forma poetica-musicale che a partire dalla seconda metà del XVI secolo espresse, nei suoi vari stili, i più raffinati ideali del rinascimento musicale.

Waldner proporrà composizioni del Cinque-Seicento che rielaborano brani vocali a forme che sebbene siano nate guardando al modello vocale si propongono con autonomia strutturale e stilistica in un linguaggio decisamente strumentale, ma anche composizioni che derivano da forme di danza e altre che nascono già nella ricerca di ciò che la tastiera può suggerire. In programma brevi e luminose pagine di numerosi autori quali Annibale Padovano, Andrea Antico da Montona, M.A.Cavazzoni da Bologna, Anonimo XVI sec., Antonio Valente, Vincenzo Pellegrini, Costanzo Antegnat, Giovanni Gabrieli, Andrea Cima, Carolus Luython, Hans Leo Hassler, Giovanni Picchi, Girolamo Frescobaldi, Tarquinio Merula, Michelangelo Rossi, Giovanni Salvatore, Bernardo Pasquini, Bernardo Storace.

Peter Waldner, versatile artista dalla vasta discografia, si occupa sia di strumenti a tastiera piuttosto rari quali il virginale, il clavicordo o il clavicembalo liuto, sia di organi antichi del quale è un riconosciuto culture e "specialista". Da anni la parte più importante del suo impegno artistico riguarda la musica del Rinascimento, Barocco e del primo Classico. Per il meriti acquisiti nell'interpretazione della Musica Antica ha ottenuto il premio Jacob-Stanier del Land Tirolo.

Bellunodolomiti.it

 

Ein Stück vom Glück

In der Silbernen Kapelle der Innsbrucker Hofkirche ließ Organist Peter Waldner die hölzernen Pfeifen der kostbaren, aus langjährigem Dornröschenschlaf erweckten altitalienischen Renaissanceorgel mit einem auf das Instrument perfekt zugeschnittenen Programm ihren unverwechselbaren Klang entfalten.

Jutta Höpfel - ÖMZ (Österreichische Musikzeitschrift)

 

Der silbrige Klang wurde vergoldet

Im vorletzten Konzert der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik spielte Peter Waldner in der Hofkirche mediterrane Orgelmusik.

Die Hofkirche birgt neben der berühmten Ebert-Orgel noch eine weitere Rarität aus der Zeit der Renaissance: ein „organo di legno“ in der Silbernen Kapelle. Nach altitalienischer Art um etwa 1580 erbaut, bestehen fast alle Pfeifen aus Zypressenholz. Der schlanke, silbrige Klang passt ideal zum silbernen Marienaltar.

Waldner stellte für sein Konzert einen Streifzug durch die Orgelmusik der Renaissance und des Frühbarock aus Italien, Spanien und Süddeutschland zusammen. Abwechslungsreich erklangen Übertragungen von Vokalmusik oder musikalische Schlachtengemälde sowie Musik der Gattungen Toccata, Capriccio, Ricercar oder Fuge, vermengt mit vielen mechanischen Geräuschen. Namen bekannter Komponisten wie Frescobaldi, Gabrieli oder Pasquini mischten sich mit 17 weniger geläufigen Namen von Antegnati über Hassler bis Ximenez. Dramaturgisch geschickt verstärkte Waldner den Eindruck der Kompositionen gewagter Harmonien noch dadurch, dass er ihnen musikalisch anspruchslosere Werke voranstellte.

Waldners fließendes Spiel war getragen von feinen, leuchtenden und strahlenden Klängen. Die einzelnen Linien der Renaissancepolyphonie waren trotz weicher Konturen deutlich nachzuvollziehen. Harmonische Verläufe der Barockwerke erklangen durch geschickte Phrasierung sinnfällig. Die Enden forcierte er oft, indem er den Impuls änderte, mit eiligen Generalpausen überraschte, starke Ritardandi zelebrierte und dabei die Lautstärke bis fast ins Pathetische steigerte.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Gesang der Meerjungfrauen

Nach Renovierungsabschluss der Silbernen Kapelle in der Hofburg ist in einem Festwochenkonzert die italienische Renaissanceorgel wieder zu hören.  

Die Silberne Kapelle in der Innsbrucker Hofkirche beherbergt eine der bedeutendsten italienischen Renaissance-Orgeln: Ein „organo di legno“, eines jener seltenen Instrumente, die nahezu ausschließlich aus Holzpfeifen bestehen.

Die kostbare italienische Renaissanceorgel in der Silbernen Kapelle genießt weltweite Hochachtung.

Der weiche, runde, singende, charakteristische Klang der Orgel ist Samstagabend unter dem Motto „Tastensilber“ im letzten Konzert der heurigen Festwochen nach langer Zeit wieder zu hören. Peter Waldner hat ein ausgesuchtes Programm mit Musik alter Meister wie Frescobaldi, Giovanni Gabrieli, Merula, Pasquini, Ximenez, Hassler u. a. auf das kostbare Werk zugeschnitten.

Die kleine, überwiegend aus Zypressenholz gefertigte Orgel wurde um 1580 von einem anonymen italienischen Meister erbaut und dürfte später von Anna Katharina Gonzaga, der aus Mantua stammenden zweiten Gemahlin Erzherzog Ferdinands II. nach Philippine Welser, nach Innsbruck gebracht worden sein. Das Werk mit dem reich dekorierten Schrankgehäuse ist einst wohl in Konzerten und zu Repräsentationszwecken erklungen; es ist ein weltliches Instrument, worauf nicht zuletzt die beiden dekorativen barbusigen Meerjungfrauen hinweisen.

Peter Waldner, Spezialist für frühe Tasteninstrumente, der demnächst auf der Orgel der Silbernen Kapelle auch eine CD einspielen wird, schwärmt vom „frischen, charakteristischen Klang“ und den wunderbaren Registerkombinationen, mahnt aber auch: „Die Orgel ist extrem heikel zu spielen. Die Traktur des Instruments ist leichtgängig wie die eines Cembalos, verlangt einen äusserst präzisen Anschlag und eine hohe Beweglichkeit der Finger."

Die Orgel steht bereit und will singen.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Glanzvoller Beginn der Europäischen Orgelakademie 2010

Schluderns – Mit einem Konzert auf der Baldachin-Orgel der Churburg hat am 15. Juli die Europäische Orgelakademie 2010 begonnen, zu der der neue Schutzherr der Akademie, Johannes Graf Trapp, zahlreiche Besucher begrüßen konnte. ­

Peter Waldner aus Mals, einer der wenigen Orgelspieler, die der Graf an das alte, aus der Renaissance stammende Instrument heran lässt, erklärte Aufbau und Funktionsweise dieses ehrwürdigen Instruments, das er dann mit Musik aus der Renaissance und des Frühbarocks zum Klingen brachte. Die alte Musik im Zusammenspiel mit dem Ambiente der Churburg schuf eine zauberhafte Stimmung im Jakobszimmer des Renaissanceschlosses.

Der Vinschger


Schwungvoller Auftakt zur Europäischen Orgelakademie 2010 mit Renaissancemusik

Das Ambiente einmalig, das Instrument ebenso: im Jacobszimmer der Churburg in Schluderns wurde am Donnerstagabend die Europäische Orgelakademie 2010 eröffnet.

An der berühmten Baldachin-Orgel, die Michael Strobl aus Ammergau für den damaligen Schlossherrn Jacob Trapp erbaute und im Jahr 1559 fertigstellte, spielte Peter Waldner unter anderem Werke von Sweelinck, Scheidt, Scheidemann, Byrd, Farnaby und begeisterte die Zuhörer mit seinem Spiel. Die "Alte Musik" im Zusammenspiel mit dem mittelalterlichen Ambiente der Churburg schuf eine zauberhafte Stimmung.

Michael Fink - Dolomiten

 

Zwei Tiroler Komponisten des 17. Jahrhunderts im "Festival geistlicher Musik" 2010

Konzert in der Franziskanerkirche Bozen  

In der Musik des Innsbrucker Hofkapellmeisters Johann Stadlmayr (1575-1648), des Benediktinerpaters Leopold von Plawenn (1630-1682), der während des 30-jährigen Krieges mehrere Monate im Kloster Marienberg verbrachte, und des Bozner Franziskaners Ingenuin Molitor (um 1610-1669) zeigte sich einerseits die Anbindung an den weltläufigen musikalischen "Mainstream", andererseits jedoch auch ein Rückzug in eine vertraute, geordnete, innere Welt, die von altbiblischen oder mythologischen Figuren bevölkert wird, in der alles seine Ordnung hat.

Molitors Canzonen für zwei Violinen & basso continuo, Stadlmayrs und Plawenns Motetten sind liturgische Musik hoher Qualität und zeugen von einer zuweilen fast naiv anmutenden Erzählfreude, wie man sie auch in der Malerei dieser Zeit findet.

Mit dem Instrumentalensemble "la dolcezza" unter der Leitung von Peter Waldner und mit den einfühlsamen Solisten Sabine Neumann, Satoshi Mitsukoshi und vor allem Peter Kooij hat das Festival geistlicher Musik ideale Interpreten engagiert. Mit ihrer sauberen und kompetenten Interpretation gelang es den Künstlern, die Zeit anzuhalten und drei vergessene, für Tirol aber sehr bedeutende Kapitel im "Buch" der Musikgeschichte wieder aufzuschlagen: Stadlmayr, Plawenn und Molitor.

Als der Stundenschlag der Uhr des grossen Saals hörbar die Gegenwart anzeigte, verließ ein zufriedenes Publikum den Kirchenraum, um den Musikern weitere Aufnahmen für eine demnächst erscheinende CD, auf die man sich freuen kann, zu ermöglichen.

Anton von Walther - Dolomiten

 

Barocke Musik neu entdeckt

Unter dem Titel "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" stellte Peter Waldner in Zusammenarbeit mit der Musikabteilung des Landesmuseums Ferdinandeum die beiden Barockkomponisten Leopold von Plawenn und Ingenuin Molitor vor. Als Musiker lud er das Instrumentalensemble "la dolcezza" sowie mit Sabine Neumann, Satoshi Mitsukoshi und Peter Kooij renommierte Gesangssolisten ein.

Stadlmayr war einst eine Berühmtheit in Europa. Seine marianischen Antiphonen wirkten aber eher einfach, vielleicht weil es sich um Gebrauchsmusik am Beginn der konzertierenden Kirchenmusik im Barock handelt. Die geistlichen Motetten des um eine Generation jüngeren Innsbruckers Leopold von Plawenn wirkten im Vergleich deutlich anspruchsvoller. Aufgelockert wurden die Motetten durch Instrumentalcanzonen von Ingenuin Molitor, einem schwäbischen Franziskanerpater in Bozen.

Die Musiker setzen sich, getragen vom schwungvollen Orgelspiel Peter Waldners, mitreissend für die Musik ein. Besondere Triebkraft ging vom ungewöhnlich präsent spielenden Gambisten Arno Jochem aus, von Andreas Arend an der Theorbe gut unterstützt. Die beiden Geigerinnen Judith Steenbrink und Maite Larburu spielten mit der leicht ruppigen, beredten Artikulation üblicher historisch informierter Aufführungspraxis. Mezzosopranistin Sabine Neumann zeigte feine Ausdrucksnuancen in dunklem Timbre. Der Tenor Satoshi Mitsukoshi berührte durch deutliche Artikulation und beste dynamische Abstufungen. Peter Kooij, berühmt für seinen schlanken, wendigen Bass und durchdachte Interpretationen, wurde seinem Ruf gerecht.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Licht und Schatten

Mit Werken von Pater Ingenuin Molitor (um 1610-1669) und Pater Leopold von Plawenn (um 1630-1682) beendete "AbendMusic-Lebensmusik" in der Wallfahrtskirche Absam eine erfolgreiche Konzertsaison.

Molitors Canzonen für Streicher und Basso continuo sind von reicher Ornamentik und lebhaften Violindialogen geprägt. Plawenn schuf mit seinen Motetten  dramatische, packende religiöse Bekenntnismusik. Das Instrumentalensemble "la dolcezza", fantasievoll von Peter Waldner am Orgelpositiv geleitet, vermochte die Musik vital und lebensfroh umzusetzen.

Thomas Nussbaumer - Kronenzeitung

 

Mit Kindertrampeln und Cembalo durch Europa 

Alte Musik für junge Ohren“, hieß es am Freitag bei der Jeunesse-Veranstaltung Piccolo im Hyposaal in Innsbruck. Vier Theaterflöhe von der Jugendgruppe des Tiroler Landestheaters erzählen den Kindern im Publikum, dass die Alte Musik wie unter einer Eisdecke verborgen liegt. Der Organist und Cembalist Peter Waldner gesellt sich dazu und bringt auch gleich eine Reiseleiterin mit. Gemeinsam wird man den Städten London, Antwerpen, Paris, Leipzig und Salzburg einen Besuch abstatten und die Alte Musik unter die Lupe nehmen. Verena Wolf als spritzige Stadtführerin fordert denn auch gleich alle Kinder auf, die holprige Kutschenfahrt mit Trampeln zu begleiten.

Peter Waldner hat das Kinderprojekt im Rahmen der Konzertreihe „AbendMusic-Lebensmusik“ gemeinsam mit Verena Wolf entwickelt. Die Idee zu dieser munteren Konzert- und Unterrichtsstunde ist hübsch. Alte Musik gibt Waldner an diesem Nachmittag mit Klavierstücken des 16. bis 18. Jahrhunderts weiter, die für Kinder und u.a. von dem Wunderkind Mozart geschrieben worden sind. Natürlich kommen dabei ausschließlich die historischen Tasteninstrumente Cembalo, Virginal und Clavichord zum Einsatz. Unkompliziert wird das Zupfen und Anschlagen der Metallsaiten auch gleich anhand eines Gummibandes erklärt. Zwischen den einzelnen Stationen erfahren die Zuhörer noch einiges, z.B. über Englands Königin Elizabeth I., die ganz ausgezeichnet auf dem Virginal spielen konnte, oder warum das Clavichord so schrecklich leise ist.

Die Kostproben umfassen Stücke von Giles Farnaby, Francois Couperin, der in der Prunkzeit von Versailles am Hof von Ludwig XIV. unterrichtete, aber auch Stücke aus dem Susanne-van-Soldt-Klavierbuch und von Johann Sebastian Bach. Bei letzterem dürfen sich die Erwachsenen an ihre Kindertage und Pezi erinnern. Die Theaterflöhe musizieren mit. Abschließend ziehen Kompositionen und Geschichte des kindlichen Mozart nochmals Klein wie Groß in ihren Bann. 

Sabine Strobl - Tiroler Tageszeitung

 

Von kleinen & alten Meistern

Das diesjährige Kinderprojekt der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" begleitet ins barocke Europa.

Vergangenes Jahr stand das Puppenspiel "Der blaue Kurfürst" auf dem Programm der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik". Heuer wird in Zusammenarbeit mit "Jeunesse" ein lang gehegtes Kinderprojekt von Peter Waldner verwirklicht. Der Cembalist und Verena Wolf erarbeiteten unter dem Titel "Alte Musik für junge Ohren" ein Programm für Menschen ab sechs Jahren.

Das Stück, eine musikalische Zeitreise, führt durch das barocke Europa. Die Kutsche hält in den Städten London, Antwerpen, Versailles, Leipzig und Salzburg an. Vier Mitglieder der "Theaterflöhe" vom Tiroler Landestheater begleiten den Musiker und die Reiseleiterin und wollen so manches wissen; über die damalige Zeit, ihre Komponisten und die alten Tasteninstrumente etwa, erklärt Peter Waldner das Konzept. Gesucht und gefunden wird Claviermusik für Kinder oder von Kindern. Da ist Salzburg und Wolfgang Amadeus Mozart nicht weit, der bereits mit fünf Jahren sein erstes Stück komponiert hat. Mit Cembalo, Virginal und Clavichord im Gepäck hält die Truppe auch in London und macht Bekanntschaft mit den "Toys", Kinderstücken von Giles Farnaby. Francois Couperin, der die königlichen Kinder unterrichtete, trifft man in Versailles. In Antwerpen schaut man in das Clavierbuch der zwölfjährigen Susanne van Soldt, der Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns. Ein anderes Clavierbüchlein liegt in Leipzig bereit, dieses hat Johann Sebastian Bach für seinen neunjährigen Sohn Wilhelm Friedemann geschrieben.

Wie Peter Waldner sagt, wird die Kinderschiene von "AbendMusic-Lebensmusik" weiterentwickelt. Nächstes Jahr stehen historische Blasinstrumente im Mittelpunkt. Waldner beschreibt das junge Publikum als "spontan und lebendig" und nicht immer leicht zu gewinnen. Was der Kenner Alter Musik nicht mag, ist Schnellkost: "Das Kinderprogramm muss ein gewisses Niveau haben." Schliesslich sollen Kinder wie Erwachsene eine bleibende Erinnerung mitnehmen.

Sabine Strobl - Tiroler Tageszeitung 

 

Alte Musik für junge Ohren 

Neues Kinderprojekt von Peter Waldner & Verena Wolf

Peter Waldner ist ein Pionier der Alten Musik. Mit seiner Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" hat er in den vergangenen Jahren das Konzertleben Innsbrucks geprägt. Mit "Alte Musik für junge Ohren" setzt er zusammen mit der Kindergartenpädagogin Verena Wolf seine Pionierarbeit jetzt fort. Im Bereich der Alten Musik ist für Kinder bis dato gar nichts angeboten worden. Peter Waldner, international renommierter Musiker und Spezialist für Alte Musik, will dem jetzt Abhilfe schaffen.
Das Konzertprojekt "Alte Musik für junge Ohren" stellt ausschliesslich Musik vor, die für Kinder oder von Kindern komponiert wurde.
"Es wird für die Kinder eine spannende Reise in die Vergangenheit und führt sie quer durch das barocke Europa", sagt Waldner. Und dass Alte Musik den "jungen Ohren" Spaß macht, hat man bei den Probenarbeiten beobachten können.

Moni Brüggeler - Kronenzeitung 

 

Lebensmusiker Peter Waldner

"Wie dieser Spieler ins Instrument hineingreift, so schallt es auch heraus: Direktmusik vom Feinsten", schwärmt Michael Gassmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Spieler ist Peter Waldner. Schon sehr früh zeigte sich das musikalische Talent des gebürtigen Südtirolers wie auch seine Liebe zur Alten Musik. Eltern und Lehrer waren die ersten Wegbereiter seiner Karriere. Eine Karriere, die Peter Waldner als Studenten in die Hochburgen der Alten Musik führte. Heute ist Innsbruck sein Zuhause: da arbeitet er als Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf, als Lehrer am Konservatorium und Mozarteum, als Musiker, der Konzerte in ganz Europa gibt und international vielbeachtete CDs aufnimmt. Da programmiert er seine Reihe "AbendMusic-Lebensmusik", die längst zu den hochwertigsten Programmpunkten im Tiroler Kulturleben gehört.

Moni Brüggeler - Kronenzeitung

 

Wachtel, Nachtigall und Henne 

Wenn Orgelpfeifen tirilieren

"Der Vogel, der im Flug die Schwerkraft überwindet und so dem Himmel und dem Transzendenten nahe kommt, ist ein uraltes Symbol für die menschliche Seele und ihre Bewegtheit; in der Theologie steht er für das Gotteslob in der Musik. Die Nachtigall speziell hat Liebessymbolik. Die Beziehungen sind sehr umfangreich", erläutert Peter Waldner. "Ich habe mich auf die Suche nach Vogelstimmen im Bereich der historischen Tastenmusik gemacht. Es ist spannend, wie die Komponisten mit dem Material umgehen, viele polyphon, Daquin dagegen viel spielerischer. Die Musik setzt die Vorstellungskraft frei."
Der Triller des Hänflings, der Ruf des Kuckucks, die Rouladen der Nachtigall, das Volkslied der Wachtel, von der Henne die Repetition und ein wenig die Hysterie dieses Federviehs: Anlass biologischer Betrachtung und durch die Jahrhunderte hindurch Anregung für Komponisten. Peter Waldner hat von Vögeln und Geflügel inspirierte Musik berühmter Meister aus der Barockzeit zusammengetragen und unter dem Motto "Die göttlichen Sänger" an der Orgel der Pfarrkirche Mariahilf eindrucksvoll vorgetragen. Frühmorgens hatten sich 70 Interessenten im Hofgarten eingefunden, um unter kundiger Führung dem Gesang der Vögel zu lauschen. Und auch sie haben gut hingehört, die Herren Frescobaldi, Kerll, Poglietti, Couperin, Rameau, Daquin und etwas später auch Haydn. Vernahmen den Ruf der Natur und spielten sich mit den Themen. Ihre Imitationen der Vogelstimmen waren im Konzert durch originale Einspielungen gut auszumachen, aber auch durch Waldners Formulierungs- und Registrierungskünste. Mit vier Werken Johann Sebastian Bachs erweiterte Waldner den imitatorischen Bereich in einen assoziativen: mit dem Flug, Fest, Gebet und Freudentanz der Vögel. Seine ebenso kunstvollen wie leidenschaftlichen Bach-Bekenntnisse haben mehr als die Phantasie angeregt: Bach lässt alles weit zurück.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Milde der Kriegsmusik

Mit kriegerischer Musik der Renaissance und des Frühbarock begeisterten das Bläserensemble "Les Sacqueboutiers de Toulouse" und der Organist Peter Waldner ihr Publikum in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf. Das Programm war in der Tat denkwürdig: lauter musikalische Schlachtengemälde von Komponisten wie Flecha, Janequin, Kerll, Ximenez, Scheidt und Banchieri mit Titeln wie "La Guerra", "Battaglia" und "Batalla". Was einst zur Verherrlichung siegreicher Herrscher bestimmt war, klingt heute harmonisch, anregend und rhythmisch akzentuiert - besonders dann, wenn mit den "Sacqueboutiers de Toulouse" und dem AbendMusik-Chef Peter Waldner fünf Musiker am Werk sind, die auf Zink, Schalmei, Pommer, Posaune, Dulcian und Orgel sprudelnde, fein abgestimmte und transparente Klangfarbengeflechte schaffen. Das Martialische, transformiert in federnde Rhythmik, wirkte überrraschend mild, wohltuend, subtil und stimmig im Einklang mit den Glockenschlägen, die vom Kirchturm kamen. Ein schöner Abend!

Thomas Nussbaumer - Kronenzeitung

 

Wo Musik den Krieg besiegt 

Was die heroische Musik um 1600 von Kriegsgetümmel, Befehlen, Signalen, Nationalliedern, aber vor allem von Siegen zu berichten wusste

Mit den stets vozüglichen "Sacqueboutiers de Toulouse" bot Peter Waldner unter dem Motto "Battaglia, allarmi, battaglia" in der Pfarrkirche Mariahilf Schlachtenmusik aus der Übergangszeit der Renaissance zum Barock. Zink, Schalmei, Pommer, Posaune, Dulcian und Orgel klangen von Kerll und Scheidt bis Gabrieli und Banchieri, von Janequins "Bataille" bis zu den spanischen Organisten prachtvoll, im Falle des Herrn Arauxo auch martialisch, und doch siegte die Musik über die Schlacht.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Vielfarbige Klangwelt 

Start der "AbendMusic" im Innsbrucker Canisianum

Nicht weniger als neun verschiedene Tasteninstrumente aus der Werkstatt des Innsbruckers Herbert Kuen waren die "Stars" des ersten Herbstkonzerts der beliebten Reihe Alter Musik, die in dieser Saison unter dem Motto "Der Mensch und die Natur" steht. Mitglieder von "vita & anima" brachten das Holz zum Klingen. Der Instrumentenbauer selbst war neben dem bewährten Peter Waldner und der virtuosen Martina Schobersberger auch als berufener Interpret an den Vorbildern nachgebauten Tasteninstrumenten aktiv.

Zu hören bekam das interessierte Publikum in der vollen Aula des Canisianums Barock- und Renaissancemusik, die massgeschneidert zu den neun Instrumenten passte.

Viel Applaus für einen aussergewöhnlichen Abend!

Jutta Höpfel - Kronenzeitung

 

Spielen wie zuhören ist ein Genuss

Er kommt immer wieder gerne über den Brenner: der in Innsbruck arbeitende und aus dem Vinschgau stammende Cembalist und Organist Peter Waldner. Diesmal nahm er auch Freunde mit: Geiger, die er durch seine internationale Musiziertätigkeit kennengelernt hatte; eine Continuogruppe, die sich bewusst war, welche Aufgabe sie als musikalisches Fundament zu leisten hat... Peter Waldner zeigt seine Virtuosität und vor allem sein makelloses Spiel bei Händels Orgelkonzert in B-Dur, op. 7 Nr. 1, ein eher selten gespieltes Werk, das auf dem Orgelpositiv wunderbar klang. Das Metrum schlägt in pulsierender, aber nicht starrer Regelmässigkeit. Die Freiheit agogischer Gestaltung ordnet sich diesem ordnenden Prinzip unter. Und dazwischen wird verziert, mit Lust musikalisch fabuliert, mit lebendiger Erzähl-Freude präsentiert. Lächelnde Gesichter bei den Musikern wie beim Publikum. Ja, es macht Freude zu spielen und zuzuhören.

Urban Stillhard - Dolomiten 

 

Bach tut der Seele gut 

"Vita & anima" nennt Peter Waldner die Ensembles, mit denen er die Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" zu immer neuen Erfolgen führt. Welche Anziehungskraft Kammermusik von Johann Sebastian Bach besitzt, zeigte der Publikumsansturm Sonntag Abend auf das ausverkaufte Canisianum. Diesmal musizierte Waldner am klangschönen Cembalo gemeinsam mit zwei französischen Barockspezialisten: Marc Hantai, Traversflöte, und Francois Fernandez, Barockvioline. Die Herren präsentierten sich solo, im Duo und Trio, in jedem Fall beeindruckend und allen gewählten Formen, ob Sonaten, Partiten oder der Solo-Toccata, meisterlich gerecht werdend. In der e-moll-Solo-Toccata wusste Waldner das Cembalo farbenreich und zumal in der Fuge stets transparent zu behandeln. Prachtvoll potenzierten sich diese Vorzüge im Zusammenspiel, um in der Triosonate G-Dur zu gipfeln. Zu Ehren der französischen Gäste durfte das heftig applaudierende Publikum als Zugabe noch zwei animiert gespielte Trios von Jean-Philippe Rameau und Bach geniessen.

Jutta Höpfel - Kronenzeitung  

 

All´organo di Santa Maria del Carmine per il Festival Antegnati di Brescia

L´impeccabile Waldner

Un grande strumento, un ottimo organista, un folto pubblico, la cornice sempre emozionante della chiesa di Santa Maria del Carmine, volutamente più avvolta d´ombre che di luci, per una serata meditativa. Diciamo subito che Peter Waldner - studioso di quel periodo musicale - ha esibito una tecnica impeccabile, facendo ben "sentire" le cascate di note che ricamavano sul cantabile giocato con la mano sinistra, a sua volta, poi, chiamata a inseguire con pari "affano". Applausi insistiti, bis obbligati...

Egidio Bonomi - Giornale di Brescia 

 

Bachs Lautenclavier

ORF CD 3020. 2007 

J. S. Bach’s so-called lute works have been firm favourites among not only lutenists but classical guitarists for many decades now. Finally, thanks to harpsichordist and organist Peter Waldner, we are able to hear these works on the Lautenclavier or lute-harpsichord, the instrument for which they were originally conceived. Essentially a shortened version of a harpsichord, the Lautenclavier or Lautenwerk took its string proportions from the bass lute. Although two of these instruments were found in Bach’s house at the time of his death, not a single lute-harpsichord survives. American instrument maker Keith Hill has obligingly constructed one, based on the information contained in Jacob Adlung’s Musica Mechanica Organoedi (1768). Perhaps it was Bach’s penchant for the intimate sonority of instruments like the clavichord that moved him to want to imitate the sound of the lute; perhaps he wrote this music with a view that is should also be performed by lutenists. Whatever the reasons for their composition, the works Bach left for the lute-harpsichord rank among his very best for keyboard. Included in this live recital are the Prelude, Fugue and Allegro, BWV998 and the three suites BWV997, BWV995 and BWV1006a. Waldner plays these works with a real sense of fantasy and, in the dance movements, uninhibited vitality. The fugues especially are clearly articulated, without a hint of dryness. Hill’s instrument, though perhaps more brilliant and resonant than that of a lute, is nevertheless highly engaging and sufficiently different from that of a harpsichord. The CD is accompanied by a DVD featuring interviews and concert footage. 

William Yeoman - Goldberg Early Music Magazine

 

Mozart auf dem Clavichord

Wohlig dehnen sich die Saiten

Spieler eines Tastenininstruments sind vom Gegenstand ihrer Arbeit entfremdet. Bläst etwa ein Posaunist direkt in die Posaune, so muss sich der Tastenlöwe einer „Prothese“ bedienen. Zwischen dem elfenbeinbelegten Klötzchen, das er drückt, und dem Klangerzeuger (sei es Pfeife, sei es Saite) liegt allerhand Mechanik. Besonders ins Gewicht fällt das bei der Orgel, wo die Finger ein Gestänge in Bewegung setzen, das unter der Kirchendecke etwas zum Klingen bringt. Etwas besser ist es beim Klavier: Der Spieler bleibt Herr des Verfahrens, zumindest bis das Hämmerchen die Saite trifft; dann schnellt der Klöppel von allein zurück – regelrecht entkoppelt wird der Interpret. Und wer Cembalo spielt, kennt das wohlige Gefühl, wie sich eine Saite unter dem Druck der Finger dehnt, bis der Kiel sie zupft und erregt. Auch hier aber heißt es Abschied nehmen, wenn der Ton erklungen ist. Einzig das Clavichord darf unter den Tasteninstrumenten beanspruchen, den Musiker und seine Musik aufs engste miteinander zu verbandeln. Der Clavichordspieler bewegt Wippen, an deren Ende metallene Tangenten sitzen. Sie berühren die Saiten, deren Länge sie zugleich bestimmen. Während der Ton noch klingt, kann ein fingerfertiger Musikus die Tasten derart liebkosen, dass das hauchdünne Metall den Klang zu einem sanften Vibrato verführt. Ob man kräftig zulangt oder nicht, der Anschlag verändert Lautstärke und Sound; es säuselt, zirpt, schwebt, rumpelt, krakeelt nach Belieben, stets im Bereich zwischen sehr leise und noch nicht laut. Dies Instrument taugt deshalb für Konzertsäle nicht. So ist also in Vergessenheit geraten, welch bedeutende Rolle das Clavichord noch spielte bis zum Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Bach besaß eines dieser leicht zu transportierenden Übungsinstrumente, auch Mozart hatte eins: „Zauberflöte“ und „Titus“, auch noch sein Requiem soll er am Clavichord komponiert haben. Christopher Hogwood brachte im vorigen Jahr eine Platte heraus, auf der er einige selten gehörte Mozart-Stücke auf verschiedenen Clavichorden erklingen ließ. „The Secret Mozart“ hieß das Album: ein Stück Enthüllungsinterpretentum mithin. Geheim ist hier nichts, entgegnet nun Peter Waldner: Fast jedes Klavierstück Mozarts könne man auf dem verkannten Instrument gut zur Geltung bringen. Waldner tritt den Beweis an mit einer erstaunlichen CD: „Wolfgang Amadeus Mozart Sonaten und Variationen“ (Extraplatte 663, im Vertrieb von Sunny Moon) enthält die drei Sonaten KV 10, 311, 545 und die Variationen über „Ah, vous dirai-je, Maman“. Wie Waldner in der a-Moll-Sonate die akkordische Begleitung des singenden Themas dynamisch in Bewegung hält, im D-Dur-Werk weit entfernte Klänge nebeneinanderstellt und das Rondo mit solchem Vorwitz gestaltet, dass die Töne nach einem zu schnappen scheinen, wie er aus manchen Basstönen mit beherztem Zugriff Schlagzeug-Statements macht und in der Moll-Variation von „Ah, vous dirai-je“ die Kantilene leidenschaftlich zum Vibrieren bringt – man muss es gehört haben. Wie dieser Spieler ins Instrument hineingreift, so schallt es auch heraus: Direktmusik vom Feinsten.

Michael Gassmann - Frankfurter Allgemeine Zeitung 

 

Wunderbare Klanglesung aus dem Orgel-Büchlein

Eine der bedeutendsten Musiksammlungen des christlichen Kulturkreises, J.S. Bachs Orgel-Büchlein, führt Peter Waldner heute in Innsbruck auf. Seine berührende CD-Aufnahme liegt bereits vor... Vor allem Waldners differenziertes, ausdrucksstarkes, präzises Orgelspiel unterstreicht die liturgische Bedeutung von Bachs Orgel-Büchlein. Waldner stellt mit einfühlsamen Phrasierungen verblüffte Fragen über die himmlischen Zeichen und göttlichen Erscheinungen, er gibt mit seinem klaren Spiel in leuchtenden und strahlenden Registrierungen herzhafte Antworten. Er versinkt in behutsamem Anschlag in Trauer, findet passende Trostworte, lässt hoffnungsfroh die lichteren Harmonien aufkeimen und mit leisem Jubel innere Freude fliessen. Waldner sinnt nach und gibt den kompositorischen Verläufen inhaltlichen Sinn. Man hört ein musikalisches Staunen vor dem Wunderbaren. Waldner berührt auch das Unerklärliche, er sorgt für Spannung, wenn er unaufgelöste Akkorde deutlich absetzt und in der Stille der Pausen wirken lässt. Stilistisch befindet sich der Südtiroler Organist auf der Höhe gewissenhafter Bach-Pflege, geschult auch am Wissen von Lehrern wie Gustav Leonhardt oder Kees van Houten. Man hat Vertrauen in Waldners Spiel und damit in die Botschaft der Musik. Waldner folgt der Tradition, gottesdienstliche Orgelverrichtungen mit Präludien und konzertanten Stücken anzureichern. Perlend fliesst der breite Strom von Bachs Musik in Waldners Spiel, verinnerlicht ist das Lyrische.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

 

Johann Sebastian Bach Orgelmusik

Peter Waldner versteht es bestens, die klanglichen Vorzüge des Instruments zur Geltung zu bringen sowie die heutigen Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis einzubringen. So zeichnet sich seine Einspielung des "OrgelBüchleins" durch plastisches, durchsichtiges, musikantisches Spiel aus. Ein ungetrübter Hörgenuss!

Walter Sengstschmidt - Die singende Kirche

 

Strenger Kontrapunkt gegen Originalität

Interpret Peter Waldner betont Gegensätze, indem er beispielsweise in den Toccaten leidenschaftlich zupackt, die Tempi variiert und den Hörer immer wieder mit Verspieltheit und Temperament überrrascht. Andererseits hält er in den Fugen straff am Metrum fest, achtet auf klare Konturen, als sei über den Übermut jäh die Vernunft hereingebrochen. Die barocke Ornamentik stellt da kein Hindernis dar, so spontan und leicht, wie sie erklingt. Anschaulich wird die Darbietung durch Waldners erklärende Worte vor den einzelnen Programmpunkten. Als Musikwissenschaftler interessieren ihn die Weke nicht nur von der praktischen Seite her. Im Verlangen nach Authentizität verlässt er sich beim Musizieren auf die handgeschriebenen Noten. Waldner zeigt die Lebensfreude unverblümt, im Gespür für Tempi, in der Flexibilität zwischen einem schlichten Menuett und einem galant-impulsiven Allegro con brio oder in der Ausnutzung der klanglichen Möglichkeiten auf dem mit zwei Manualen versehenen flämischen Cembalo. Unterstützt durch Waldners souveränen Vortrag, wird das Instrument unter anderem von der virtuosen Seite gezeigt.

Markus Jakob Laimer - Dolomiten

 

Grosse und intime Momente

Mit Musik von Byrd bis Händel huldigte die Konzertreihe "AbendMusic - Lebensmusik" der Musica Britannica... Das Ensemble "vita & anima", von Peter Waldner gegründet, demonstrierte, dass auch Tiroler Spezialisten für Alte Musik den internationalen Vergleich keineswegs zu scheuen brauchen. Wie wohl sich Waldner auf seiner Truhenorgel fühlte, zeigte er mit lachendem, Purzelbäume schlagendem Herzen an Solostücken von Henry Purcell...

Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung

 

Kunstfertig schluchzend und flink zirpend

Peter Waldner, den unermüdlichen Missionar des Originaltons, kennt man seit langem, und immer wird das Vertrauen auf seine Kunstfertigkeit auf alten Tastomobilen belohnt. Verzierungskunst, Verführungskunst. Bruder Leichtsinn hält Hof. Wem so viel an Wissen und Können scheinbar spielerisch zu Diensten steht, hat es wohl leicht.Peter Waldner spielt Bachs Französische Suite in G-Dur BWV 816, schier endlos in sieben Sätzen, und doch voll Kurzweil. Die agogischen Freiheiten machen die Musik lebendig, die Verzierungen stehlen dem Metrum die Bedeutung, in der Gigue lacht das Cembalo.

Linde Dietz Lippisch - Dolomiten

 

Hineinhorchen in Marias Schmerzen

Fedele Fenarolis "Stabat mater" erklang im Rahmen der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" erstmals in Innsbruck. Das "Piccolo Concerto Wien" unter der Leitung von Roberto Sensi, die Sängerinnen Emanuela Galli (Sopran), Britta Schwarz (Alt) und Peter Waldner an der Orgel zeigten höchstes Einfühlungsvermögen. Bewegende polyphone Strukturen auf Basis ausdrucksstarker, eng an der Textaussage orientierter Motive verlangten vokal wie instrumental alle Konzentration und intensive Auseinandersetzung. Beides war den Akteuren anzumerken. Inspiriert hingebungsvoll und mit fein geschärftem Klangbewusstsein ging man ans Werk. Dem dicht verwobenen Stimmengeflecht von Vokal- und Instrumentallinien rang man faszinierende Ausdrucksmomente ab. Die ungemein klangfarbliche Nähe der beiden Stimmen verdeutlichte, wie tief sie und die Instrumentalisten in das Werk hineingehorcht hatten.

Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung

 

Ungeschönter Mozartklang

Peter Waldner spielt das Clavichord meisterhaft und erinnert auf seiner neuen CD (Wolfgang Amadeus Mozart Sonaten & Variationen) daran, wie Mozarts "Claviermusik" auf dem detailreichen Clavichord klingt, dessen mechanische Geräusche zum Klangbild gehören: lebhaft, wendig, auch rauh und witzig, sehr unmittelbar und sehr sprechend. "Mozarts Sonaten sind Psychogramme", sagt Waldner. "Ich möchte einen ungeschönten, ungewohnten Mozert zeigen."

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Mozart-Poesie im geschützten Raum

Mozart-Abend mit Brigitte Fassbaender & Peter Waldner

Wenn Peter Waldner auf dem nachgebauten Clavichord Variationen und Sonaten von Mozart spielt und Kammersängerin Brigitte Fassbaender den Briefwechsel der "Mozarts" aus der tragischen Pariser Zeit vorträgt, erleben wir das elende Gefühl der Trauer, weil das Fragen nach dem Tod eines geliebten Menschen in ein obsoletes Warum abgleitet und mit keinem Trost heimfindet. Der Tod seiner Mutter Anna Maria am 3. Juli 1778 in Paris war für Mozart ein Schockerlebnis... Das ewige Kind findet seinen geschützten Rahmen aber wieder als genialer Komponist, und den spielt Peter Waldner mit sublimer Differenziertheit, während Brigitte Fassbaender mit der klugen Dramaturgie der musikalischen Unterbrechung den Briefwechsel vorträgt. Ein Trosterlebnis von subtilem Einheitscharakter im Grenzbereich des Sinnlichen... Waldner kann mit wundervollen Schattierungen als herrliches Presto auf dem Clavichord die Hoffnung spielen.

C. F. Pichler - Dolomiten

 

Nachdrückliche Fürsprache für Buxtehude

Mit einem meisterlichen Kammerkonzert gedachte das Ensemble "vita & anima" des 300. Todestages von Dieterich Buxtehude. Peter Waldner am Cembalo versammelte dafür zwei namhafte Künstler Deutschlands um sich: den Geiger Daniel Sepec sowie die Gambistin Friederike Heumann. Waldner spielte gewohnt souverän den Generalbass und trumpfte im zentralen Orgelwerk auf. Obwohl Heumann eher getragen, Waldner fortschreitend und Sepec hingegen weiterfliessend musizierten, fanden doch alle drei durch die gleich grosse Spielfreude und übereinstimmende Intensität zu einem wunderbaren Zusammenspiel. Im Laufe des Abends wurden die Musiker immer freier, und so wurde der Abend zu einem fulminanten Plädoyer für diese faszinierend abwechslungsreiche Musik.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Musik für Kultur

Der Malser Künstler Peter Waldner freut sich immer wieder, wenn er in seinem Heimatort Mals vor heimischem Publikum auftritt. In seinem letzten Konzert erfüllte er die karolingische St. Benedikt-Kirche mit den wunderbaren Klängen Bachscher Musik auf dem Lautenclavier.

Sibille Tschenett - Gemeindeblatt Mals

 

Zauber der kleinen Orgel

Der junge Südtiroler Peter Waldner ist ein Meister seines Fachs und hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit historischen Instrumenten auseinandergesetzt. In Johann Pachelbels "Partita" sowie in Johann Caspar Ferdinand Fischers "Chaconne" und Suite "Thalia" (1738) bewies Peter Waldner, daß er imstande ist, auch auf einem kleinen Orgelwerk wie der Prozessionsorgel von Lajen aus dem Jahre 1721 große Musik zu interpretieren und dabei eine ganz eigene Atmosphäre zu verbreiten.

Ferruccio delle Cave - Dolomiten

 

Lebensmusiker im Sternenregen

Ob Innenschau oder Theatralik: Peter Waldner erweckt Tasteninstrumente. Der Tiroler verwandelt alle historischen Instrumente vom Regal, dem Clavichord und der Orgel bis hin zum Cembalo und zum Hammerklavier in gegenwärtige, so gar nicht verstaubte, Tonquellen. Auch die altehrwürdige Baldachin-Orgel auf der Churburg hat Waldner original und auf CD zu sprühendem Leben erweckt. Die Begabung des Tirolers spricht sich international herum. "Lebensmusic" steht als Motto und Programm des Musikers über einer CD mit Cembalowerken aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Aus vertrackten Tempowechseln lässt Waldner leuchtend und funkelnd die Oberstimme aus John Bulls "Walsingham" hervorsteigen, dissonante Reibungen in William Byrds "Fantasia" werden in Heiterkeit aufgelöst. In den Variationen über den Choral "Wie schön leucht´uns der Morgenstern" eines anonymen Komponisten taucht Waldner das Klanglicht in sanfte Brechungen, bis sich das repetierende Thema wie ein Sternenregen über dem Hörer ergiesst. Bis ihn Triller wie von Vögeln in Bernardo Storaces "Ciaccona" in die irdische Natur zurückholen. Auch die altehrwürdige Baldachin-Orgel auf der Churburg hat Waldner original und auf CD zu sprühendem Leben erweckt.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

 

Pasticciopreis Oktober 2004 - Peter Waldners Porträt der Rittener Orgeln

Der monatlich in Ö1 verliehene CD-Preis geht im Oktober an den Organisten und Cembalisten Peter Waldner. Der Südtiroler hat den sakralen Konzertsälen und Orgeln des Ritten, einer Gegend bei Bozen, ein zweiteiliges CD-Porträt gewidmet.

Der Ritten in Südtirol, eine Gegend bei Bozen, kann mit unzähligen Konzertsälen aufwarten - in den verschiedensten Größen und selbst an den entlegensten Orten der ländlichen Einschicht: denn über dreißig Kirchen und Kapellen der Region wurden im Lauf der Jahrhunderte mit Orgeln ausgestattet.

Seit der Brenner die Überquerung der Alpen ohne größeren Aufwand ermöglicht und so eine Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa schuf, gewann der Ritten an Bedeutung. Schon um 1200 wurde dort eine Verpflegungsstation für Reisende eingerichtet, die später in eine Kommende, eine Niederlassung des Deutschen Ordens, umgewandelt wurde.

Acht Portraits:

Der Südtiroler Organist und Cembalist Peter Waldner hat acht der sakralen Konzertsäle am Ritten und ihren Orgeln nun ein zweiteiliges CD-Porträt gewidmet.

Waldner spezialisierte sich auf die Interpretation an historischen Instrumenten und studierte bei internationalen Größen der Originalklangpraxis wie u. a. Gustav Leonhardt (Amsterdam) oder William Christie (Paris).

Für die beiden aktuellen CDs "Orgellandschaft Ritten" I & II - erschienen auf dem kleinen Wiener Label "Extraplatte" - machte sich Peter Waldner auf die Suche nach den interessantesten Orgeln der Gegend und der geeigneten Literatur dazu.

Seine Idee war es, Musik aus der Entstehungszeit der Instrumente zu präsentieren, dabei aber auch unbekannten Stücken zu einer Öffentlichkeit zu verhelfen. Faszinierend zu hören ist - auch für ungeübte OrgelmusikhörerInnen -, über welch selbstständige Charaktere die einzelnen Orgeln verfügen. Das Material, die Technik und natürlich der spezifische Raum geben dem Klang der Instrumente ihre unverwechselbare Aura.

Waldner legte Wert darauf, unterschiedliche Orgelbaukulturen vorzustellen: so sind neben der Süddeutschen auch die Nordtiroler sowie eine zeitgenössische Orgelbauweise vertreten. Von dem Außerferner Ignaz Franz Wörle (1719-1778), der sich in Bozen niederließ, stammen die Instrumente in den Kirchen Maria Himmelfahrt in Oberbozen und St. Peter in Siffian. Der Südtiroler Franz Reinisch (1801-1888) gilt als Orgelbauer der Kirchen Maria Saal (Lengmoos), St. Verena in Rotwand (Lengstein) und St. Peter (Wangen).

In den ausführlichen CD-Booklets werden die verwendeten Orgeln auch im Detail vorgestellt, inklusive einer Auflistung der Disposition, also der verfügbaren Register. Die Geschichte der Orgeln verrät viel über die Geschichte von Land und Leuten; etwa, dass im Ersten Weltkrieg ein Großteil der metallenen Prospektpfeifen als kriegswichtiges Material abgegeben werden musste.

Peter Waldner setzte sich für diese beiden CDs intensiv mit den Rittener Orgeln, ihrer Geschichte und ihrem spezifischen Klang auseinander. Er fand die jeweils passende Musik, darunter allseits bekannte Stücke wie etwa Hans Leo Hasslers "Danzen und Springen", aber auch Neuentdeckungen von Komponisten abseits des Repertoires wie Franz Xaver Murschhauser oder Georg Böhm.

Mit seinen CDs regt der Organist an, ihn auf eine musikalische Reise durch weitgehend unbekanntes Terrain zu begleiten, kleinere und größere Orgeln kennen zu lernen - und sie vielleicht auch einmal besuchen, die unzähligen Konzertsäle am Ritten.

CD-Tipp:
"Orgellandschaft Ritten" I & II. Peter Waldner - Orgeln. Extraplatte, EX 592-2

Helmut Jasbar - Homepage ORF Wien

 

Der mit Händen und Füßen spielt

Wie funktioniert eine Orgel?

Vier "Doremifa" - Reporterinnen haben in Innsbruck einen Musiker an seinem Instrument, der Orgel, besucht.

Seit 20 Jahren ist Peter Waldner Organist der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in Innsbruck. Er verriet unter anderem, wieso die Orgel Orgel heißt.

Das Festival "Klangspuren Schwaz", eines der größten Festivals zeitgenössischer Musik in Österreich, lädt Kinder regelmäßig zu musikalischen Entdeckungsreisen ein: "Klangspuren barfuß" heißt diese spezielle Veranstaltungsreihe.

Hier einige der Fragen, die Theresa (11), Isabell (11), Hanna (8) und Teresa (8) dem Organisten Peter Waldner gestellt haben:

Wieso heißt die Orgel Orgel?
Der Name kommt vom lateinischen Wort "organum", das heißt Werk. Die Orgel ist eine Art Werk, etwas sehr kunstvoll Gemachtes, aber auch die Werkstätte des Organisten, der Arbeitsplatz des Orgelspielers.

Wieso hat die Orgel zwei Stockwerke?
Du meinst die beiden Tastenreihen, die so aussehen wie beim Klavier? Das ist bei vielen Orgeln so. Es gibt Orgeln, die nur eine Tastenreihe haben. Diese da hat zwei. Es gibt aber auch Orgeln mit drei, vier oder sogar fünf Tastenreihen. Der Organist kann auf den verschiedenen Klaviaturen mit beiden Händen spielen.

Und wozu sind die vielen Metallröhren in der Orgel gut?
Die vielen Metallröhren einer Orgel nennt man Pfeifen. Die Orgel ist ja zugleich ein Blas- und ein Tasteninstrument! In der Pfeife entsteht der Ton. Eine Orgel hat deshalb so viele verschiedene Pfeifen, damit man viele verschiedene Töne - hohe, mittlere und tiefe - spielen und hören kann.

Warum sind da so Holzstäbe, wo man ziehen kann?
Diese Hebel sind die Registerzüge, so heißt das bei der Orgel. Wenn ich jetzt zum Beispiel die Orgel einschalten will, dann drücke ich auf einen Knopf: der Elektromotor startet. Ihr schaltet zuhause ja auch das Licht an, wenn es dunkel wird. Jetzt ist die Orgel eingeschaltet. Aber wenn ich jetzt auf der Klaviatur etwas spielen möchte, hört man noch keinen Ton. Um einen Ton zu bekommen, muss ich einen Registerzug herausziehen. Dann kann ich auf der Orgel schon Musik machen. So kann ich mir selber die Klangfarben zusammenmischen, die ich beim Spielen brauche.

Wieso hat die Orgel da unten so Holzdinger?
Die Orgel hat nicht nur zwei Manuale, auf denen man mit den Händen spielt, sondern auch ein Pedal, und das ist für die Füße. Der Organist spielt mit beiden Händen und beiden Füßen. Das, was Du gemeint hast, ist die Klaviatur für die Füße, das Pedal. Und genauso wie man oben mit den Händen spielt, spielt man unten mit den Füßen.

Wenn Du die Fußpedale drückst, wieso bewegen sich dann auch die Tasten?
Das ist so: wenn ich so einen Koppeltritt drücke (das ist einer dieser Hebel, die ich mit dem Fuß betätigen kann), dann gehen die Manualtasten einfach mit, wenn ich auf dem Pedal spiele, und es klingt auch die Klangfarbe mit, die ich oben registriert habe. Diese Orgel hier hat drei verschiedene Koppeln, die ich alle mit dem Fuß ein- und ausschalten kann. Wenn ich zum Beispiel die beiden Manuale zusammenkoppeln will, dann drücke ich diesen Tritt hier: jetzt gehen auch die Tasten am oberen Manual mit, wenn ich am unteren Manual spiele. Das sieht dann so aus, als ob da noch jemand mitspielt, den man gar nicht sieht.

Wofür ist das gut, dass das oben mitgeht?
So habe ich einfach viel mehr Klang zur Verfügung, mehr Ton, mehr Klangfarbe, mehr Volumen. Ich kann kräftiger spielen und viel farbiger registrieren.

Warum stehen Orgeln eigentlich in der Kirche?
Orgeln sind in Kirchen schon sehr lange in Verwendung. Die Orgel wird bei den Gottesdiensten, aber auch bei Konzerten gespielt. Das ist schon seit etwa 500 Jahren so. Es gibt aber auch andere Orgeln, die nicht in Kirchen stehen. Das sind oft kleinere Instrumente, die man transportieren kann, die sogenannten Orgelpositive. Aber es gibt auch riesige, grosse Orgeln in Konzertsälen, und manchmal findet man sogar eine Orgel im Kino; auf diesen Instrumenten wurde zu Stummfilmen Musik gemacht und improvisiert. Die meisten und die schönsten Orgeln sind aber in den Kirchen zu finden.

Renate Burtscher - Homepage ORF Wien

   

Peter Waldner - Baldachin-Orgel Churburg 1559

A volte la mia “compactoteca” (per dirla alla spagnola), frutto di acquisti occasionali o di scelte mirate, mi regala delle piacevolissime scoperte, come il CD oggetto di questa recensione.
A dire la verità non è merito della mia fortuna o delle mie letture; il CD mi è stato regalato e non credo sia facilmente reperibile in commercio, se non tramite la magica vetrina di internet.
Si tratta di una serie di brani eseguiti su un rarissimo organo da camera del 1559, anno della sua costruzione, restaurato circa 40 anni fa e conservato nel Castello Coira in Val Venosta (BZ).
E’ un organo “a baldacchino”, le cui canne sono racchiuse in un cassa di tale forma. L’aria viene fornita mediante due ampi mantici posti nella parte posteriore dell’organo.
Stante quanto riportano nel booklet, si tratta di un esemplare rarissimo, se non unico. Solo per questo meriterebbe l’interesse di chi apprezza l’organo o gli strumenti antichi.
Ma il CD offre ulteriori spunti interessanti, essendo una piccola enciclopedia di brevi pezzi Rinascimentali e del primo Barocco europeo, per lo più sconosciuti alle orecchie dei più (gli unici nomi a me familiari tra i compositori citati sono Josquin Desprez e Andrea Gabrieli).
Per la maggior parte si tratta di intavolature da autori anonimi che, vi assicuro, suonati su tale strumento ottengono una nuova vita e un nuovo splendore.
E questo anche grazie al sapiente lavoro di Peter Waldner, definito come colui che “resuscita strumenti a tasti”, non a caso capace di combinare la propria raffinata tecnica con i singoli registri di questo splendido strumento, al fine di trasportare l’ascoltatore in epoche passate.
Grazie a questa magia, non mi stupisco di immaginare le danze a corte accompagnate da imponenti trombe rinascimentali in “Est-Il Conclu” o sorridere pensando alle acrobazie di un giullare accompagnato dal piffero in “Rocal Fusa” né tantomeno di scoprire l’originalità armonica e compositiva di un brano come “Upon La Mi Re” o di essere rapiti dalle variazioni per “Primer Registro Bajo”.
Sentendo alcuni di questi brani rinascimentali, diventa chiarissima la derivazione del basso continuo di epoca barocca.
Neanche a dirlo, aspettatevi di sentire Branduardi, così debitore nei confronti di questi piccoli ori riscoperti e tirati a lucido.
Due parole solo sulla registrazione, davvero eccellente. Giustamente, si è molto vicini all’organo e se ne apprezzano tutte le sonorità e le “ruvidezze”. La stanza che lo contiene è raccolta, ma non influisce sull’intellegibilità dello strumento, che resta sempre ben definito in primo piano ma mai invasivo.
Cosa dire di più…mi riprometto di fare un giro nel ridente Trentino a scoprire questo piccolo tesoro. Vi saprò dire se mi colpirà quanto questo CD!

Peter Waldner, ORF, 1997, DDD

 

Eine Königin auf der Vinschger Churburg

Einer ist mit der "alten Dame" schon lange auf du und du: der Organist Peter Waldner, stammt er doch aus dem benachbarten Mals... Und nun zaubert Peter Waldner herrlich frische, prägnante Klänge aus den 41 Tasten der Baldachin-Orgel auf der Churburg.  Er stellt "live" vor, was die CD konserviert hat: Musik der Renaissance, sorgsam der Zeit und den Möglichkeiten des Instrumentes angepaßt. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, denn eine Fülle von Stilen und Formen macht den musikalischen Reichtum der Jahrzehnte um 1500 hörbar. Alles gerät atmend und beredt: Schätze Alter Musik, im Klang ihrer Epoche lebendig gemacht durch Kunst und Technik unserer Zeit.

Jutta Höpfel - Tiroler Tageszeitung

 

Triumphale Stille

Waldner gelang eine perfekte Übereinstimmung der akustischen Eigenschaften der Gumpp-Kiche mit den Möglichkeiten, die das volle Werk der herrlichen Pirchner-Orgel bietet. In Praeludium und Fuga BWV 564 war die Dynamik so ausgewogen, daß man vermeinte, das Klangereignis schwebe aus der Kuppel herab. Vor allem hervorzuheben ist Waldners rhythmisches Gespür, das eine brillante Technik bedingt. Waldner gestaltet auch die oft vertrackten Figurationen glasklar, daß jeder Ton nachvollziehbar ist, ohne jedes "Verschmieren", überwältigend.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Klang und Schweigen letzter Werke

Dann löste Peter Waldner am Cembalo das Versprechen ein, dass Bachs "Kunst der Fuge" durch ihr blosses Erklingen auch rein sinnlich erfahrbar sein kann. In einem tief konzentrierten Spiel verlieh Peter Waldner den affekthaltigen Teilen des Werks kontrastreiche Sinnlichkeit, so etwa dem 6. Kontrapunkt im französischen Stil. Noch beeindruckender war, wie Waldner trotz seiner Aufmerksamkeit für kleinste Details mit ruhigem Atem die Fugenlandschaft durchwanderte und dadurch den wuchtigen Gesamtbauplan von Bachs "Kunst der Fuge" zu Gehör und Bewußtsein brachte.

Andreas Pfeifer - Dolomiten

 

Musikalische Kleinodien

Wenn man im Ausland nach aktiven und kreativen Musikern aus Südtirol Ausschau hält, dann ist der Weg nicht weit zu Peter Waldner nach Innsbruck. Und wenn man einmal in die Welt des gebürtigen Malsers Einblick erhalten hat, dann weiss man: Es ist die Welt eines Vollblutmusikers. Sein Arbeitszimmer ist vollgestapelt mit Noten und Büchern, nicht nur zur Musik. Seit seinen Studien am Konservatorium und an der Universität der Stadt Innsbruck beschäftigt sich Peter Waldner mit historischer Aufführungspraxis. Vertieft hat er seine Ausbildung bei ersten Meistern ihres Faches, etwa Gustav Leonhardt in Amsterdam oder William Christie in Paris. Peter Waldner hat in den vergangenen Jahren mehrere CDs veröffentlicht, darunter wirkliche Kleinodien. Eine solche stellt die Einspielung von Werken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert an der einzigartigen Baldachinorgel der Vinschgauer Churburg dar. Die spätmittelalterliche Klangwelt weiß der Musiker Waldner souverän und mit viel Einfühlungsvermögen und immer auf der Suche nach dem Historisch-Authentischen zum Leben zu erwecken.

Ewald Kontschieder - Rezensionen Distel-Vereinigung

 

Chororgel im Stift Stams

Peter Waldner hat für eine CD des ORF Tirol an der Chororgel von Stams deren Qualitäten aufmerksam ausgespielt, ihre überraschend große Farbpalette ausgenützt und ihre Position als eine der bedeutendsten historischen Orgeln Österreichs verdeutlicht. Peter Waldner erhält heute in Stams den Jakob-Stainer-Preis für Interpretation Alter Musik.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

 

Chororgel im Stift Stams 1757

Eine Einspielung, die keine Wünsche offenlässt!

Walter Sengstschmidt - Die singende Kirche


Der Morgenstern auf Zeitreise

Mit Metamorphosen des Weihnachtschorals "Wie schön leucht´uns der Morgenstern" führte Peter Waldner in der Innsbrucker Pfarrkirche Mariahilf durch 300 Jahre des Orgelchorals. Mehrfach eröffneten sich dabei - dank des überaus feinsinnigen und stets auf Durchhörbarkeit hin angelegten Orgelspiels von Peter Waldner - aparte musikalische Kontraste. Epochenübergreifende Zusammenhänge hörbar zu machen, gelang dem Organisten mit der zeitgenössischen Choralpartita von Bert Matter, in der er klangfarbliche Muster wirkungsvoll hervortreten ließ und die Strenge des tradierten Formenkanons in ein spannungsvolles Wechselspiel mit minimalistisch anmutenden Figuren brachte. Peter Waldner schöpfte bei seiner Reise durch die Musikgeschichte stilvoll das Klangpotential der Orgel mit wohldosierten Nuancen aus.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Jean-Sébastien Bach l´universel

Depuis toujours, Peter Waldner se passionne pour la recherche sur l´interprétation de la musique ancienne et s´intéresse vivement aux instruments historiques: "J´ai un grand amour pour les instruments historiques car au Tyrol nous avons une grande tradition de l´orgue ancien. Il y en a un certain nombre dans la région du Sud-Tyrol oú je suis né. J´ai pu jouer et enregistrer sur l´orgue de Churburg qui date de 1559. Il n´est pas facile á jouer mais c´est incroyable comme il est vivant! Ou encore, par exemple, sur l´orgue de l´abbaye de Stams qui date de 1757 et n´a jamais subli de modifications. De toute manière, c´est toujours á l´organiste de s´adapter á l´instrument." Peter Waldner et Bach l´universel: Musicologue passionné d´authenticité historique, le jeune organiste autrichien Peter Waldner, titulaire de la Mariahilf et professeur au conservatoire d´Innsbruck, est invité pour un unique récital Bach sur l´orgue Sévère de Saint-Paul de Rezé. Une autre révélation du Printemps des Arts et des Amis de l´orgue.

Edouard Reis Carona - Ouest-France

 

Grosses Konzert Tiroler Solisten

Peter Waldner, ein junger Südtiroler, zeigte sein Können am Cembalo mit der Französischen Suite in Es-Dur BWV 815 von Johann Sebastian Bach. Bei Waldner, der eine profunde Ausbildung an Cembalo, Orgel und Klavier vorzuweisen hat, war vor allem die technische Perfektion, mit der er Bach spielte, zu bewundern. Sein ruhiges, von jeglicher Allüre freies Spiel wurde für den Hörer zu einem starken Erlebnis.

Claudia Schiffkorn - Tiroler Tageszeitung

 

Grosses Konzert Tiroler Solisten

 Fantasievoll ist auch die Cembalomusik Dieterich Buxtehudes mit ihrem Laufwerk und ihren fugierten Abschnitten. Der Cembalist Peter Waldner verstand es, jeden Überraschungsmoment auszukosten und die ihm angemessene Sinnhaftigkeit zu verleihen.

Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung

 

Wenn der Vater mit dem Sohne... 

Musik von Johann Sebastian & Carl Philipp Emanuel Bach

Noch einmal vereinte Peter Waldner virtuose Passagen, spannungsgeladene Pausen und ausgezeichnete Registerwahl zu grossartiger Musik.

Thomas Zeiler - Tiroler Tageszeitung

 

Clavierfrüchte und Seelenduft

Peter Waldner widmete sich in der Pfarrkirche von Mariahilf nicht nur Kuhnaus "ClavierFrüchten", sondern auch den Orgel- und Clavichordfrüchten Bachs und einiger Zeitgenossen, die Bachs Werdegang nicht unwesentlich beeinflussten. Abgesehen von einer elegant vorgetragenen, in sanften Farben registrierten Ciaccona Dieterich Buxtehudes und der fugenlos verfugten Fuge BWV 578 Johann Sebastian Bachs an der Orgel spielte der junge Südtiroler mehr als eine Stunde am Clavichord, dem leisesten und sanftesten aller Tasteninstrumente. Waldners beseeltes und überzeugendes Spiel und die Art, wie er aus "ClavierFrüchten", die man schon um 1700 genossen hatte, frische Musik machte, rechtfertigten das Motto, unter dem das Konzert stand: "Vom Duft der Seele". Waldners Spiel ist faszinierend und originell. Ein lebhafter, fruchtbarer Beitrag zum Verständnis der Seele des Clavichords.

Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung

 

Die Sinnlichkeit der Fuge

Fesselnde Aufführung von Bachs "Kunst der Fuge" mit Peter Waldner

Peter Waldner beschritt diesen Weg mit empfindsamer, beherrschter, aber nie romantisierender Leidenschaftlichkeit. Er verstand es, den langen Spannungsbogen bis zur abschliessenden Doppelfuge fesselnd nachzuzeichnen und zugleich eine Vielzahl motivischer Feinarbeit mit Gespür für das Originelle nachzuvollziehen. Zum ausserordentlichen Können des Gustav Leonhardt - Schülers kommen seine ausgesprochen solide handwerkliche Fertigkeit und seine rhythmische Festigkeit. Waldners Spiel blieb auch in den bewegten Passagen durch die Plastizität der Themeneinsätze transparent. Er entlockte dem Instrument ein differenziertes Klangspektrum und demonstrierte eindrucksvoll, dass die Qualitäten der "Kunst der Fuge" nicht nur im musikalisch-mathematischen Bereich, sondern auch auf der rein sinnlichen Ebene liegen.

Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung

 

Heisse Rhythmen

Als werbenden Tänzer erlebte man den Südtiroler Pianisten Peter Waldner am Gröberschen Hammerflügel des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Er gestaltete den ständig von einer ostinaten Bassfigur durchwerkten Fandango des frommen Padre Antonio Soler zu einer lebensechten, feurigen Liebeserklärung. Bereits zuvor hatte er ein wenig schwärmerisch und melodieverliebt bei Mozarts Rondo in a-moll in die Tasten des heller klingenden Walterschen Flügels gegriffen, wobei besonders seine feine Anschlagskultur auf dem Hammerklavier auffiel.

Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung

 

Tastenreichtum

Dank Peter Waldners feinfühligem und gleichzeitig intensivem Spiel konnte man sich in die fast schon verklungene Welt des Clavichords versenken. Von Ton zu Ton kam mehr Klangvielfalt auf, irgendwann schwang ein vergangener Tanztrommel-Rhythmus mit.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

 

Orgelmeditationen

Der Südtiroler Organist Peter Waldner liess die ersten Variationen von Johann Sebastian Bachs Partita "Sey gegrüsset, Jesu gütig" in abgedämpften Klangfarben und kontemplativ im Hintergrund verklingen, steigerte die Dynamik unter gleichzeitiger Wahl stärkerer Registerfarben, bis der Choral wieder fest im Raum stand... Zu jedem der Bachschen Choralvorspiele liess sich Waldner etwas Besonderes einfallen, es entstanden stimmungsvolle und expressive Bilder.

Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung

 

Gar nicht puritanisch

Her Majesty´s Virginalist Peter Waldner

In der Haller Burg Hasegg trug Peter Waldner eine lebfrische, ornamentverblümte Auswahl aus dem "Fitzwilliam Virginal Book" vor. Der Südtiroler Cembalist, Organist und Pianist avanciert selbst zu "Her Majesty´s Virginalist". Die vorgetragenen Stücke boten ihm viele Möglichkeiten, sein Können zu zeigen. So führt Byrd in "The Bells" alle Glocken Londons kunstvoll zusammen... Lapidar anmutende Tanzthemen werden mit Lauffiguren und Verzierungen umspielt und variiert. Es rasselt, rauscht und trillert unablässig. Waldner, mit rhythmischem Gefühl und Transparenz im Liniengewirr, macht dem Konzertmotto alle Ehre.

Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung

 

Orgelkonzert im Brixner Dom

Peter Waldner spielt Werke des 18. und 19. Jahrhunderts

Der Konzertbesucher erlebte an diesem Abend nicht nur eine besonders ehrliche, weil nicht effektheischende Musik, sondern dank eines durchaus sorgfältig gestalteten Programms eine Lektion in Sachen Entwicklung der Orgelmusik im 18. und 19. Jahrhundert.

Barbara Fuchs - Dolomiten

 

Leise und leiseste Klänge

In eine Welt leiser und leisester Klänge führte das Clavichord-Konzert mit Peter Waldner in Landeck. Die Grundlage für den reizvollen Gesamteindruck des aussergewöhnlichen Konzerts bildeten die überaus bewegliche Fingertechnik Peter Waldners sowie sein im Studium und auf vielen Meisterkursen verfeinerter musikalischer Instinkt. "Musica dolorum medicina", diese Inschrift im seltenen Instrument, stand auch programmatisch für den gesamten Abend. Die Werke Johann Sebastian Bachs spielte Waldner mit Hingabe, technisch sicher und in der Differenzierung der Sätze das Publikum überzeugend.

Hans Pichler - Tiroler Tageszeitung

 

Ein "klingendes Einhorn"

Der Forscherdrang ist jenen Musikern eigen, die sich mit Alter Musik beschäftigen. Peter Waldner ist einer davon; er hat mit seiner CD-Einspielung von Johann Sebastian Bachs Werken für Lautenclavier für eine kleine Sensation gesorgt. Waldner ist bekannt für seine fundierte und seriöse Herangehensweise an Konzertprogramme und CD-Projekte. Zwischen den Zeilen zu lesen, die harmonischen Verbindungen zu entdecken, die richtige Spieltechnik zur Entfaltung der wahren Klangpracht anzuwenden, ist Aufgabe des Interpreten. Diesen Anforderungen wird Waldner mehr als gerecht.

Michael Fink - Dolomiten

 

Entschlacktes Orgelheiligtum

Organist Peter Waldner entschlackte das Heiligtum von allen romantischen Übersteigerungen und subjektiven Gefühlen, er stellte Bachs Passacaglia in c-moll BWV 582 in den musikgeschichtlichen Kontext. Also nichts von heilig, stattdessen steuernde Ratio und dezente Farbigkeit. Glanz und Grösse war dem Schluss vorbehalten. Bachs grossartige Toccata in C-Dur BWV 564 gelang dem geschickten Handwerker Waldner makellos, ebenso die interessant phrasierte und bis ins letzte Detail durchgearbeitete Fuge.

Isolde Dankelmaier - Tiroler Tageszeitung

 

Eine neue Klangwelt entdecken

Peter Waldner eröffnet mit seinem Spiel auf dem Clavichord ein völlig neues, faszinierendes Erleben von Mozarts Claviermusik. Er entführt gleichermassen auf höchst sensible wie virtuose Weise den Hörer in den authentischen Klang des 18. Jahrhunderts. Wie viele Zeugnisse belegen, forderte Mozart ein kantables Spiel. Das Clavichord ist für dieses Spiel wie kein anderes Instrument geeignet. Peter Waldner erfüllt diesen hohen Anspruch auf ideale Weise.

Linde Dietz Lippisch - Dolomiten

 

Bachs Lautenwerk auf CD

Waldners CD-Projekt gilt vor allem auch in Fachkreisen als herausragende Leistung.

Michael Fink - Der Vinschger

 

Bach und die Katharsis

Peter Waldner, Jahrgang 1966, ist ein smarter Bursche. Wenn er spricht, blitzen seine Augen. Und in der Konversation mit Nichttirolern transportiert er zudem dankenswerterweise lokalen Charme, ohne seine Zuhörer zu überfordern. Waldner, gefeierter Interpret auf Orgel und Cembalo, hat sehr viel zu erzählen... Im Brennpunkt seiner Leidenschaften, so bekennt der Musiker freimütig, stehen historische Tasteninstrumente, allen voran Orgel und Cembalo. Eine von Waldners interessantesten CD-Einspielungen sind die Bach´schen "Goldberg-Variationen", aufgenommen im Berliner Instrumentenmuseum, gespielt auf einem einzigartigen Cembalo, das Gottfried Silbermann, einem guten Bekannten von Bach, zugeschrieben und auf 1740 datiert wird. Das Ergebnis ist berauschend und entfaltet bei nahezu jedem erneuten Hören eine neue Facette.

Stefan Geszti - SIMs Kultur

 

Es ist wichtig, das Eigene zu finden

Peter Waldner zählt heute zu den renommiertesten Spezialisten im Bereich der historischen Aufführungspraxis. Ohne Bescheidenheit: europaweit. Nach dem Grund befragt, warum sich Menschen des 21. Jahrhunderts mit Musik aus längst vergangenen Zeiten beschäftigen, warum dieser "Boom" der Alten Musik, antwortet Waldner: "Die künstlerische und handwerkliche Qualität damals war enorm, ebenso unglaublich faszinierend ist das Menschen-, Lebens- und Weltbild, das dahintersteckt." Angesteckt von dieser Faszination, beschäftigt sich Waldner nunmehr seit Jahrzehnten intensiv mit den musikalischen Meisterwerken des Barock... Rückblickend bezeichnet Waldner seine Lehrjahre im Ausland als wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit und als ein Hinausschauen über den eigenen Tellerrand. Viele Impulse hat er erhalten, aber "das Wichtigste, das ich gelernt habe, war, dass man als Musiker das Ureigenste selber entwickeln muss." Diesen Ratschlag von Gustav Leonhardt befolgt Waldner heute noch und gibt ihn auch seinen Schülern weiter: es ist wichtig, das Eigene zu entwickeln und nicht in eine "Art des Kopierens" zu verfallen.

Michael Fink - Dolomiten

 

Entspannte Klagelieder

"vita & anima" mit Francois Couperins "Lecons de Ténèbres"

Ulrike Hofbauer und Raphaele Kennedy musizierten diese sinnenfreudige Klang-Kunst mit Johanna Valencia an der Gambe und Peter Waldner am neuen Orgelpositiv der Kirche... Im Orgel-Solo-Stück von Louis Marchand spielte Waldner genauso gewohnt souverän, wie er begleitete.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Geniale Verwicklungen

Peter Waldner meisterte Johann Sebastian Bach komplexestes und rätselhaftestes Werk, die "Kunst der Fuge", am Cembalo

Peter Waldner gelang es, kompetent das, was vom Hörer nicht bewusst wahrgenommen werden kann, durch die Gestaltung musikalischer Parameter hörbar zu machen und zu kompensieren. Es gelang ihm auf der Basis seines hervorragenden spieltechnischen Könnens und Einfühlungsvermögens, dem Zuhörer primär nicht schulmässig belehrend gegenüberzutreten, sondern Lust am Hören zu vermitteln.

Rainer Gstrein - Tiroler Tageszeitung

 

Ein ewig relevanter Baum

Peter Waldner ist seit Jahren ein profunder Bach-Interpret... Was sagt uns Bach in der heutigen Zeit? Eine ganze Menge, vielleicht mehr denn je. Wie unerforschbar tiefgründig sein Werk aber ist, können nur Musiker wie Peter Waldner bekunden, die sich auf das Intensivste mit dem Altmeister der Klaviermusik auseinandersetzen.

Helga Vill - Haller Lokalanzeiger

 

Kurzweilige Miniaturen

Peter Waldner spielte Cembalomusik des französischen Barock

Waldner stellte die zum Teil sehr humorvollen Szenen abwechslungsreich dar. Er machte die polyphonen Linien in ruhigem Fluss der Musik deutlich. Reich an plastischer Klangfülle und mit überraschend viel dynamischen Unterschieden und klanglichen Effekten sorgte er für Kurzweile.

Armin Berger - Tiroler Tageszeitung

 

Er brachte das Cembalo zum Singen

Im Rahmen des dreitägigen Bach-Festivals der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik spielte Peter Waldner auf dem Cembalo Bachs "Goldberg-Variationen" im Riesensaal der Hofburg. Er stellte zwei grundlegende musikalische Aspekte für seine Interpretation in den Vordergrund: die Kantabilität des Spiels und die Deutlichkeit der Stimmführung. Beides setzte er mit Nachdruck um, bot exzellent verfeinertes Linienspiel, das hinsichtlich der Transparenz der kanonischen Partien keinerlei Wünsche offen liess. Die melodische Polyphonie der langsamen Sätze breitete er mit hochmusikalischem Feingespür aus, brachte das Cembalo zum Singen, indem er mit wohldosierter Freiheit dem Klang Zeit zur Entfaltung einräumte. Den etüdenhaften Sätzen begegnete er mit Virtuosität und Spielwitz, überzog humorvoll Tempi in Passagen, um danach agogisch zu verzögern. Stets blieb der Interpret dabei souverän im Rahmen, stand über den Dingen. Bewundernswert die energisch disziplinierte und gleichzeitig überschäumende Spielweise, die Unabhängigkeit der Hände, mit denen er auf beiden Manualen brillant agierte, und die markante Schärfe, die er den fugierten Sätzen angedeihen liess.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Licht und Farbe

Auf seiner neuen CD spielt Waldner Bachs "Goldberg-Variationen" mit grosser Sensibilität am Silbermann-Cembalo. Er taucht ganz ein in diesen wunderbar klaren und kräftigen, einzelne Stimmlagen farbig deutlich absetzenden Silberklang: ein beredtes, kristallklares Musizieren voll Spannung, Licht und Farbe.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Was Bach von den Kollegen hielt

Peter Waldner über Bach und die italienische Musik

Organist und Cembalist Peter Waldner gelang ein stimmiger Nachvollzug jener musikalischen Reisen, die Bach etwa zu Antonio Vivaldi führten. Transparenz in der Stimmführung, brillantes Spiel, phantasievolles Durchmessen der polyphon konzipierten Abschnitte war gefordert, und Waldner trug es überzeugend sicher vor. Mit nicht weniger Tiefenschärfe stattete er seine Interpretationen der Bachschen Transkriptionen von Werken Benedetto Marcellos und Tomaso Albinonis aus. Waldner zeigte sich temperamentvoll mit viel Lust zum motorischen Zugriff in den kompakten "vollgriffigen" Passagen und nicht weniger beeindruckend in den gesanglichen Läufen voller Ausdruck und Gefühlsgehalt.

Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung

 

Mit blutvollem Temperament

Peter Waldner musizierte Johann Sebastian Bachs Fantasia über "Valet will ich dir geben" mit graduell abgestuftem Kolorit kantabel und homogen. In Bachs "Toccata, Adagio & Fuga" in C-Dur entfaltete er virtuos das von Manual zu Pedal wandernde Figurenwerk, bot klanglich ausgefeilten Ziergesang im langsamen Teil und bändigte die lebhaft sich gebärdende Fuge in einer subtil formulierten klanglichen Reminiszenz.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Ausserordentliche Leistungen junger Tiroler Künstler sollen mehr gewürdigt werden

1995 hat Peter Waldner Bachs gesamtes "Wohltemperiertes Clavier" im Haller Stadtsaal gespielt: einmal zweieinhalb, das zweite Mal fast drei Stunden Musik. Er hat diese riesigen Zusammenfassungen der Klaviermusik Bachs an zwei Abenden dargestellt. Eine kaum vorstellbare Konzentration psychischer, physischer und geistiger Kraft, vorzeigbar in jedem Musikzentrum der Welt! Peter Waldner hat die ganze Fülle der kosmischen Ordnung dieser Musik und die ganze Vielfalt der Bachschen Klangrede für ein grosses Publikum (!) reflektiert. Der Weg durch alle Tonarten war ein Abenteuer, gewagt mit dem vollen Risiko eines jungen Menschen, der zu Grossem berufen ist. Geistig Schaffende brauchen am Beginn ihrer Karriere öffentliche Anerkennung und Zuwendung. Junge Tiroler, die von Innsbruck, der "Weltstadt der Alten Musik", aus Leistungen in eine grössere Welt vermitteln wollen, brauchen Rezensionen wie das tägliche Brot. Mein Lorbeerkranz geht an Peter Waldner mit Respekt.

Dr. Othmar Costa - Tiroler Tageszeitung

 

Triumph und Schlichtheit

Peter Waldner spielte in Mariahilf Bachs "OrgelBüchlein"

Waldners durchwegs von grosser Disziplin und sensibler Bedachtnahme getragene Interpretation lässt auf eine intensive und gewiss auch verinnerlichte Auseinandersetzung mit Bachs "OrgelBüchlein" schliessen. Ob in den prunkvoll triumphierenden Chorälen oder den eher schlichten, kontemplativen und lyrischen Vorspielen: immer zeichnet sich sein Spiel durch hohe Ausdruckskraft und Anschaulichkeit aus, wobei der spannungsvolle Kontrast der führenden Sopranmelodie im Kontext figurierender Gegenstimmen mit bemerkenswerter Klarheit und spieltechnischer Sorgfalt verwirklicht wird. Eine auch auf die satztechnische Architektur fein abgestimmte Auswahl exquisiter Register ergibt ein abgerundetes, wohlgeordnetes und in sich stimmiges Klangbild, in dem auch der hintergründige Symbolgehalt erfahrbar bleibt.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Zur Ehre Gottes und zur Recreation des Gemüths

Peter Waldner spielt Bachs "Französische Suiten" in Hall

Auffallend war an Waldners Spiels der einheitliche und gleichmässige Stil. Dies bedeutet nicht, dass ein Stück wie das andere klang. Nur vermochte der Interpret mit einer solchen Gleichmässigkeit zu musizieren, dass die einzelnen Suiten, aber auch ihre Abfolge, als Einheit hervortraten. Peter Waldner bereitet sich auf jede Aufführung minutiös vor. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Werke Bachs nicht nur spielen zu können, sondern sie auch zu verstehen, sie zu durchdringen, bevor er sie aufführt. Das kann Monate an Vorbereitung beanspruchen. Dementsprechend niveauvoll ist der Vortrag. Auch im Detail der einzelnen Suiten vermochte Waldner zu faszinieren. Frappierend die Tempowahl der einzelnen Sätze, die grosses technisches Können erfordert. Zurück blieb der Eindruck, nicht einen Abend mit Peter Waldner, sondern mit Johann Sebastian Bach verbracht zu haben.

Helga Vill - Haller Lokalanzeiger

 

Das Cembalo als Orchester

Peter Waldner spielte am Cembalo im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg Werke aus verschiedenen Schaffensperioden Johann Sebastian Bachs. Er brachte die affekthafte Tonsprache, die zwischen musikalischem Übermut und tiefempfundener Klage wechselt, in wohldosierter Manier zum Erklingen, empfindsam ausgefeilt die ariosen langsamen Abschnitte. Scheinbar mühelos gelingt es ihm auch, in den schwierigeren Passagen Motive nachdrücklich zu betonen. Bei all dem überschreitet er nie die Grenze hin zur Übertreibung, sondern stellt die effektvollen, tonmalerischen Episoden in den Dienst einer kontrastreichen, farbigen Interpretation. Natürlich entfaltet er mitunter auf dem Kielflügel auch einmal ein virtuoses Rauschen, im nächsten Moment aber nimmt er es wieder nuanciert zurück und widmet sich mit "claviristischer" Sorgfalt den ornamentreichen Zutaten der Tanzsätze, deren sprühendes Laufwerk und rhythmisch federnde Passagen er mit überlegener Spielfertigkeit aus der Klaviatur zaubert. Kantabel und edel lässt er das Cembalo singen. Mustergültig realisiert er durch wohlabgestimmte Wechsel zwischen erster und zweiter Klaviatur eine konzertante Dynamik, führt er einen feinsinnigen Dialog zwischen Tutti und Solo eines freilich nur virtuellen Orchesters.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Verklärte Visionen vom Lebensabschied

Der Cembalist und Organist Peter Waldner unterzog sich der schwierigen Aufgabe, Bachs "Kunst der Fuge" in einem Block vorzustellen. Dem Künstler gelang es, der Intensität des Ausdrucks Form und Körper zu verleihen, wobei er in abgewogener Folge die höchst kunstvolle Konstruktion des Bachschen Tonsatzes in seinem dichten Geflecht von Melodie, Chromatik und Synkopen überzeugend herauszuspielen wusste. Waldner beschränkte sich nicht nur auf die klare Stimmführung, sondern gab zugleich die durch die Struktur typisierten Empfindungsgehalte wieder und wurde sowohl dem Affekt dieser Musik als auch deren künstlerischer Aussage gerecht.

Ferruccio delle Cave - Dolomiten

 

Tränen, Leid und stumme Schreie

Peter Waldner entlockte dem Virginal John Dowlands melancholische "Pavana lacrimae", Peter Philipps´ "Pavana & Gagliarda dolorosa" und eine intavolierte Motette von Alessandro Striggio: vierhundertjährige, delikate Figurationskunst mit der dezenten Expressivität sensibler Verinnerlichung.

Jutta Höpfel - Tiroler Tageszeitung

 

Das innere Wesen von Bachs Klangrede

Waldners geschlossener und stimmiger Vortrag der Bachschen Fantasien war geprägt von ruhigen Tempi und klar gezeichneten melodischen Linien, eine verinnerlichte Schau bar aller Effekte, eine auf das Wesen der Klangrede reduzierte Interpretation.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Präzision und hohe Musikalität

Die Ensembles "Prihsna" und "La Venexiana" standen unter der Leitung von Peter Waldner, der auch das Continuospiel an der Orgel besorgte. Mit grosser Präzision und hoher Musikalität wurde hier gestaltet. Begeisterter Applaus.

Barbara Fuchs - Dolomiten

 

David und Goliath in Sonatenform

Tiroler Erstaufführung von Johann Kuhnaus "Biblischen Historien in sechs Sonaten"

Die Sonaten, laut Originaldruck "auff dem Claviere zu spielen", trug Waldner teils auf der Orgel, teils am Clavichord und am Cembalo vor. Einmal mehr zeigte er dabei auf, dass er zu den versiertesten jungen Organisten und Cembalisten von heute zählt. Sein Spiel zeugt von erstaunlicher Virtuosität und grossem Einfühlungsvermögen vor allem in Affekte, die in der Musik dieser Zeit eine so grosse Rolle spielen.

Rainer Gstrein - Tiroler Tageszeitung

 

Ein wohltemperiertes Temperament

Fast wie zu Bachs Zeiten: Bei Kerzenlicht spielte Peter Waldner den ersten Band des "Wohltemperierten Claviers". Dieses Tastenkompendium der menschlichen Gefühle erschliesst sich erst bei entsprechender Ausdrucksstärke, von der Peter Waldner genügend ausspielte. Im stilvollen Umfeld zog Waldner die Zuhörer mit 150 Minuten Musik in den Bann. Spielfreudig stürzt er sich in die heiteren, munteren Präludien, lange besinnt er sich vor den leidvollen Stücken, um sie dann um so inniger vorzutragen. Waldner scheut auch Verzögerungen oder Beschleunigungen nicht, um besondere Emotionen zu betonen, er hält auch sein Temperament nicht zurück, wenn sich die wohltemperierten Töne zu Ausbrüchen des Frohsinns oder der Verzweiflung verdichten. Dabei aber immer gut dosiert in der Dynamik, transparent im Klang und exakt in der Artikulation: Peter Waldner - ein wohltemperiertes Temperament.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

 

Musikalische Meditationen über Freude und Trauer

Mit Böhms und Pachelbels Orgelpartiten über "Freu dich sehr, o meine Seele" führte Waldner eine beeindruckende Reichhaltigkeit von Registerkombinationen vor. Souverän entfaltete er in wechselnden Klangspektren die in verschiedenen Lagen präzise exponierten, mitunter reich kolorierten Choralzeilen. Bachs "Piece d´orgue" brachte er mit fulminanter Eindringlichkeit zu Gehör.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Neu auf dem Plattentisch:

Baldachin-Orgel Churburg 1559

Peter Waldner ist auf Spurensuche nach den Geheimnissen dieser einmaligen Orgel gegangen. Waldner, ein Experte in der Erforschung historischer Instrumente und ein vielfach preisgekrönter Organist und Cembalist, dokumentiert auf einer neuen ORF-CD eindrucksvoll die Klangwelt dieses aussergewöhnlichen Instruments.

Barbara Fuchs - Dolomiten

 

Baldachin-Orgel Churburg 1559

Eine wirklich grossartige Platte, die eine echte Bereicherung in der Sammlung des Musikliebhabers darstellt und auf die nicht nachdrücklich genug verwiesen werden kann!

Walter Sengstschmidt - Die singende Kirche








Die Baldachin-Orgel auf der Churburg

Die größte Kostbarkeit in diesem Raum wird meist kaum beachtet: die Baldachin-Orgel, ein 450 Jahre altes Unikat, das heute noch immer bespielt werden kann. Erst kürzlich hat Peter Waldner aus Mals, der Organist der Pfarrei Mariahilf in Innsbruck, in der Burg eine erste CD aufgenommen. Michael Stauder, der künftige Kastellan der Churburg, assistierte ihm dabei an den noch händisch zu bedienenden Blasbälgen. Der Burgherr selbstironisch zur Tatsache, dass die uralte Tischorgel noch immer funktioniert: „Zum Glück waren die Trapp so unmusikalisch, dass die Orgel unbeachtet blieb...“
Dass das seltene Instrument und die gesamte Burganlage noch so gut erhalten sind, schreiben die Einheimischen zum einen dem trockenen Vinschger Klima zu, zum anderen aber vor allem der Tatsache, dass es die Geschichte gut gemeint hat mit der Burg und ihren Besitzern.

Manfred Stöger - Pressewoche

Mich haben neben den Wehrgängen und Räumen vor allem zwei Dinge nachhaltig beeindruckt: Der Büßermantel aus dem 16. Jahrhundert des Hausherren und eine Baldachin Orgel von 1559. Ritter Jakob VII Trapp hatte eine Pilgerfahrt gegen 1560 ins Heilige Land unternommen. Geblieben ist ein grauer Filzmantel. Darauf gestickt ein weißer Kreis und ein rotes Kreuz, das Zeichen der Kreuzritter. Sechs Monate war der edle Ritter unterwegs, um ins Heilige Land zu kommen. Ob er sein Seelenheil fand, ist nicht bekannt. Der Aufwand muss aber gewaltig gewesen sein, aus Südtirol ins Heilige Land zu pilgern. Welchen Kulturschock muss es für den Ritter Trapp gegeben haben?

Einen Wahnsinnsklang gibt die Baldachin Orgel aus dem Jahre 1559 von sich.1996 spielte Peter Waldner für den ORF eine sehr hörenswerte CD ein. Die CD gibt es im schlosseigenen Souvenirshop oder direkt beim ORF. Es ist eine nahezu vollständig erhaltene Kleinorgel aus dem 16. Jahrhundert, die weltweit einzigartig ist. Cooler Sound und wahre Klänge des Mittelalters, anders als das pseudo Mittelaltergeklimpere von Mittelalterbands der Neuzeit.

Matthias J. Lange - Redaktion 42

Copertina di Peter Waldner Baldachin-Orgel Churburg 1559

A volte la mia “compactoteca” (per dirla alla spagnola), frutto di acquisti occasionali o di scelte mirate, mi regala delle piacevolissime scoperte, come il CD oggetto di questa recensione.
A dire la verità non è merito della mia fortuna o delle mie letture; il CD mi è stato regalato e non credo sia facilmente reperibile in commercio, se non tramite la magica vetrina di internet.

Si tratta di una serie di brani eseguiti su un rarissimo organo da camera del 1559, anno della sua costruzione, restaurato circa 40 anni fa e conservato nel Castello Coira in Val Venosta (BZ).
E’ un organo “a baldacchino”, le cui canne sono racchiuse in un cassa di tale forma. L’aria viene fornita mediante due ampi mantici posti nella parte posteriore dell’organo.
Stante quanto riportano nel booklet, si tratta di un esemplare rarissimo, se non unico. Solo per questo meriterebbe l’interesse di chi apprezza l’organo o gli strumenti antichi.

Ma il CD offre ulteriori spunti interessanti, essendo una piccola enciclopedia di brevi pezzi Rinascimentali e del primo Barocco europeo, per lo più sconosciuti alle orecchie dei più (gli unici nomi a me familiari tra i compositori citati sono Josquin Desprez e Andrea Gabrieli).
Per la maggior parte si tratta di intavolature da autori anonimi che, vi assicuro, suonati su tale strumento ottengono una nuova vita e un nuovo splendore.

E questo anche grazie al sapiente lavoro di Peter Waldner, definito come colui che “resuscita strumenti a tasti”, non a caso capace di combinare la propria raffinata tecnica con i singoli registri di questo splendido strumento, al fine di trasportare l’ascoltatore in epoche passate.

Grazie a questa magia, non mi stupisco di immaginare le danze a corte accompagnate da imponenti trombe rinascimentali in “Est-Il Conclu” o sorridere pensando alle acrobazie di un giullare accompagnato dal piffero in “Rocal Fusa” né tantomeno di scoprire l’originalità armonica e compositiva di un brano come “Upon La Mi Re” o di essere rapiti dalle variazioni per “Primer Registro Bajo”.
Sentendo alcuni di questi brani rinascimentali, diventa chiarissima la derivazione del basso continuo di epoca barocca.

Neanche a dirlo, aspettatevi di sentire Branduardi, così debitore nei confronti di questi piccoli ori riscoperti e tirati a lucido

Due parole solo sulla registrazione, davvero eccellente. Giustamente, si è molto vicini all’organo e se ne apprezzano tutte le sonorità e le “ruvidezze”. La stanza che lo contiene è raccolta, ma non influisce sull’intellegibilità dello strumento, che resta sempre ben definito in primo piano ma mai invasivo.

Cosa dire di più…mi riprometto di fare un giro nel ridente Trentino a scoprire questo piccolo tesoro. Vi saprò dire se mi colpirà quanto questo CD!

Peter Waldner, ORF, 1997, DDD


Schön leuchteten die Klänge

Benefizkonzert für rumänische Straßenkinder

Stimmungsvoll eröffnete Waldner dieses Weihnachtskonzert mit Bert Matters Partita über "Wie schön leuchtet der Morgenstern", in der er das bekannte Thema mit exquisiten Registerkombinationen in originellen Klangfarbenvarianten erblühen liess.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Bach im Dialog

Peter Waldner liess die pulsierend intonierten Stimmen und Gegenstimmen der klangprächtig vorgetragenen Orgelwerke Johann Sebastian Bachs in kontrastreichen und farbigen Registrierungen erklingen.

Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung

 

Musikantisch virtuos und elegant

Kleine Lehrstunde in Instrumentenkunde: Peter Waldner am Lautenclavier

Der Organist und Spezialist für historische Tasteninstrumente Peter Waldner vermittelte dem Publikum einen stimmungsvollen Eindruck von der Eleganz und dem klanglichen Reiz dieses Instruments. Dank Waldners differenzierter Charakterisierung der kontrastreichen Sätze wurden vor allem die vorgetragenen Suiten zum besonderen Erlebnis. Vor allem die schnellen Sätze gestaltete er mit musikantischer Virtuosität. Phrasenenden beeindruckten durch das Klangvolumen des Bassregisters. Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete reichlich Applaus.

Barbara Fuchs - Dolomiten

 

Organist Waldner geeft onverwachte inzichten

Gelukkig wist Waldner zich binnen de grenzen van het betamelijke te houden. Hij kreeg van mij tenminste steeds meer wardering. Nog weer eens ´n interpreet die een andere kijk op Bach heeft, die voortreffelijk uitdraagt en daarme adepten wint, zij het mogelijk soms pas bij nader inzien.

Frans Klomp - Brabants Dagblad Nederlands

 

Ein Meister der Innigkeit

Mit der Harfenistin Elisabeth Zeller, Peter Waldner am Cembalo und Dorian Keilhack am Klavier hatte Stefan Blunier in Frank Martins "Petite Symphonie Concertante" sich erstklassig integrierende Solisten.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Virtuose Tastenduette voll Geist und Gemüt

Das ist, an zwei Klavieren, eine Redseligkeit und ein Singen, ein Miteinander, Gegeneinander und Verschränken, ein Zuhören und Einwerfen, Zurufen und Andeuten, Antworten und Schweigen, ein Aufeinanderzukommen und Auseinandergehen!

Peter Waldner hatte drei "Lieder ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy wahrhaft bewegend gespielt, bevor sich die Partner in Mendelssohns Duett op. 92 zu lyrischer Anmut und energischer Virtuosität fanden.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

 

Die Register des Lebens

Peter Waldner ist ein begnadeter Organist und Cembalist - ein Musiker aus Passion und von Beruf. Der Mann ist so vielbeschäftigt und gefragt wie talentiert.

Veronika Smekal - Die Tirolerin

 

Canzona

Pozzetto, entstanden nach einem Orgelkonzert von Peter Waldner am 8. Dezember 2007 in Governolo (I)

There is life up there.

Above the kapellmeister´s head, the organ pipes gleam arrayed like ranks of armed cherubim.

Between silver sides I get glimpses of wooden machinery the colour of cinnamon and, at times, a flutter so tiny, tiny.

Below, in a pool of lamplight, the Austrian plays away, coaxing spills of molten gold from under the baroque canopy to climb up, up to fill the dome in the finale.

And standing up to applause, he points to the organ like musicians do for one another.

For one another.

He knows too: there is life up there.

Chiara Prezzavento