SOLOPROGRAMME:

 

Italienische & süddeutsche Orgelmusik der Renaissance und des Frühbarock

Annibale Padovano, Andrea Antico, Marco Antonio Cavazzoni da Bologna, Giovanni de Macque, Vincenzo Pellegrini, Costanzo Antegnati, Giovanni Gabrieli, Giovanni Paolo Cima, Giovanni Picchi, Antonio Valente, Giovanni Salvatore, Carolus Luython, Hans Leo Hassler, Girolamo Frescobaldi, Johann Jacob Froberger, Johann Caspar Kerll, Tarquinio Merula, Michelangelo Rossi, Bernardo Storace & Bernardo Pasquini

Das abwechslungsreiche und zugleich auch unterhaltsame Programm stellt Orgelmusik der Renaissance und des Frühbarock aus Italien und Süddeutschland vor; es gewährt einen unmittelbaren Einblick in den überraschenden Formenreichtum dieses Repertoires und zugleich in die reichhaltigen musikalischen Schatzkammern berühmter, aber auch kaum bekannter Komponisten, die unter anderem auch der Orgel ihre Aufmerksamkeit schenkten. 

 

Englische Musik um 1600 aus dem "Fitzwilliam Virginal Book"

William Byrd, John Bull, Orlando Gibbons, Giles Farnaby & Peter Philips

Die englische Tastenkunst erreichte um 1600 - zur Regierungszeit der berühmten Königin Elisabeth I. - eine erste Hochblüte und zeichnet sich durch erstaunlichen musikalischen Reichtum und unverwechselbare Diktion aus. 

Die unmittelbare Frische und Lebendigkeit dieser einerseits oft fast naiven, andererseits aber enorm komplexen Variationskunst sind von unwiderstehlichem Reiz.

 

Jan Pieterszoon Sweelinck & sein Schülerkreis

Jan Pieterszoon Sweelinck, Heinrich Scheidemann, Samuel Scheidt, Jacob Praetorius & Paul Siefert

Der in Amsterdam tätige Organist Jan Pieterszoon Sweelinck war schon zu Lebzeiten nicht nur ein in ganz Europa bekannter Komponist, sondern auch ein äusserst gefragter Lehrer, der Schüler und Studenten aus aller Herren Länder, vor allem aber aus dem benachbarten Deutschland anzog. Daher bezeichnete man ihn auch gerne als den "deutschen Organistenmacher".

Unter Sweelincks Schülern befanden sich auch die norddeutschen Organisten Heinrich Scheidemann, Samuel Scheidt, Jacob Praetorius und Paul Siefert, die - später selbst bedeutende Komponisten - den norddeutschen Orgelstil des 17. Jahrhunderts begründeten.

 

Girolamo Frescobaldi & seine Schüler

Girolamo Frescobaldi, Johann Jacob Froberger & Johann Caspar Kerll

Was Jan Pieterszoon Sweelinck in Amsterdam für den norddeutschen Raum bedeutete, war Girolamo Frescobaldi in Rom für den Süden.

Frescobaldi, als päpstlicher Organist am Petersdom tätig und schon zu Lebzeiten eine internationale Berühmtheit, begründete einen völlig neuen, ja geradezu revolutionären Stil im freien Spiel an Orgel und Cembalo, in dem er auch an seine Schüler ausbildete:

Johann Jacob Froberger & Johann Caspar Kerll entwickelten den Individualstil ihres Lehrers konsequent weiter und verbreiteten ihn - wieder nach Süddeutschland zurückgekehrt - in ganz Europa.

 

Bernardo Storace "Selva di varie compositioni"

Bernardo Storace, seines Zeichens Vizekapellmeister am Hof von Messina auf Sizilien, veröffentlichte seine bedeutende Sammlung von Tastenmusik mit dem schönen Titel "Selva di varie compositioni per cimbalo ed organo" im Jahre 1664.

Storaces Druck, der sich - glücklicherweise! - nur in einem einzigen Exemplar erhalten hat, beinhaltet herrliche, ausgesprochen spielfreudige und vitale Kompostionen für Cembalo und Orgel und führt die beeindruckende Formenvielfalt der italienischen Tastenmusik seiner Zeit vor.

 

Deutsche Clavichord- und Cembalomusik um 1700 

Johann Sebastian Bach, Dieterich Buxtehude, Jan Adam Reincken, Georg Böhm, Johann Kuhnau, Johann Caspar Ferdinand Fischer, Johann Jacob Froberger, Johann Caspar Kerll & Matthias Weckmann

In bunter Reihenfolge wird klangschöne, erfrischend unterhaltsame Cembalo- und Clavichordmusik bedeutender deutscher Komponisten des Barock vorgestellt, die Johann Sebastian Bachs Stil und Werdegang erwiesenermassen nachhaltig beeinflußten und ihm auf seinem musikalischen Entwicklungsweg wichtige Vorbilder waren.

 

Capricci, Toccaten & Canzonen

Barocke Orgelmusik aus Tirol

Weitgehend unbekannt sind die barocken Orgelkompositionen aus Tirol, die in diesem Konzertprogramm erklingen und erst vor kurzem in verschiedenen Tiroler Klosterarchiven neu entdeckt und frisch ausgegraben wurden.

Ein spannender Streifzug durch faszinierende, längst versunkene, völlig zu Unrecht vergessene Klangwelten!

 

Johann Caspar Ferdinand Fischer  "Musicalisches BlumenBüschlein"

Johann Caspar Ferdinand Fischer  "Musicalischer Parnassus"

Die faszinierende, heute leider viel zu selten gespielte Cembalomusik Johann Caspar Ferdinand Fischers stellt eine unerhörte Fundgrube abwechslungsreicher stilistischer Vielfalt und eleganter, vom französischen Kompositionsstil beeinflusster musikalischer Formen dar.

Während Fischers "Musicalisches BlumenBüschlein" reich und fantasievoll ausgeschmückte Suiten im damals neuesten französischen Stil präsentiert, setzt sich sein "Musicalischer Parnassus" aus neun stark charakterisierten Suiten zusammen, die jeweils einer der neun Musen gewidmet sind.

 

Alessandro Poglietti "Il Rossignolo"

Alessandro Poglietti, ab 1661 Hoforganist Kaiser Leopolds I. in Wien und 1683 während der grossen Türkenbelagerung Wiens grausam ermordet, beschäftigt sich in seiner Tastenmusik-Sammlung "Il Rossignolo" ausgiebig mit dem kunstvollen Gesang der Nachtigall, den er in verschiedensten musikalischen Formen fantasievoll verarbeitet und virtuos imitiert.

Ein erfrischendes Programm mit selten gespielter barocker Tastenmusik, die auch ornithologisch einiges zu bieten hat.

 

Georg Muffat  "Apparatus musico-organisticus"

Georg Muffats bedeutende Sammlung aus dem Jahre 1690 enthält zwölf Toccaten, eine Ciacona, eine Passacaglia sowie eine "Nova Cyclopeias Harmonica": alles in allem erstklassige Orgel- & Cembalomusik, die das hohe Niveau der Musikkultur im süddeutschen Raum um 1700 widerspiegelt und eindrucksvoll dokumentiert. 

Ein unkonventioneller Orgelabend - ganz im Zeichen üppiger barocker Musizier- & Lebensfreude.

 

Johann Kuhnau  "Frische ClavierFrüchte"

Johann Kuhnau, Johann Sebastian Bachs Amtsvorgänger im Leipziger Thomaskantorat, war nicht nur ein äusserst produktiver und einfallsreicher Komponist, sondern auch ein begabter Schriftsteller und Übersetzer, rühriger Jurist und polyglotter Universalgelehrter.

Seine Kompositionen für Tasteninstrumente, kostbarste Edelsteine der Claviermusik an der Schwelle hin zum grossen Johann Sebastian Bach, zeugen - obwohl heutzutage leider kaum gespielt - von erstaunlicher musikalischer Phantasie und enormer handwerklicher Meisterschaft.

Das Programm stellt die schönsten Stücke aus Kuhnaus Sammlungen "ClavierÜbung" (1689/1692) und "Frische ClavierFrüchte" (1696) vor und kann auch mit einer unterhaltsamen Lesung aus Kuhnaus satirischem Roman "Der musikalische Quacksalber" (1700) kombiniert werden.

 

Johann Kuhnau  "Die sechs biblischen Historien"

Im Jahr 1700 veröffentlichte Johann Kuhnau seine „Biblischen Historien“. 

Sechs abwechslungsreiche Geschichten aus dem Alten Testament werden in Sonatenform musikalisch nacherzählt und durch bunte, lebensnahe Bilder und Farben illustriert. 

Kuhnaus originelle Sonaten gelten als frühe Beispiele echter Programmmusik.

 

Bachs Mentoren

Georg Böhm, Dieterich Buxtehude, Jan Adam Reincken & Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach, bereits mit 12 Jahren Vollwaise, hatte in seinen jungen Jahren nicht die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum hinweg bei einer berühmten Lehrerpersönlichkeit seiner Zeit ein vollwertiges Studium zu absolvieren. Vieles erlernte er rein autodidaktisch durch eifriges Studium von Partituren jener Komponisten, die er sich zum Vorbild nahm.

Sein ältester Bruder Johann Christoph Bach, der bei Johann Pachelbel in Erfurt studiert hatte und in dessen Haus Johann Sebastian unmittelbar nach dem Tod seiner Eltern lebte, war seines Zeichens wohlbestallter Organist an der Michaeliskirche zu Ohrdruf und vermittelte ihm die Grundlagen im Spiel der verschiedenen Tasteninstrumente.

Als junger Musiker scheute Johann Sebastian Bach keine Mühe und besuchte die bedeutendsten norddeutschen Organisten, Cembalisten und Komponisten seiner Zeit, die ihm wesentliche künstlerische Impulse vermittelten, von denen er in der Kunst der Komposition und des Spiels auf den Tasteninstrumenten viel lernte und die man zu Recht als seine Mentoren oder Lehrmeister bezeichnen kann.

Georg Böhm, Dieterich Buxtehude und Jan Adam Reincken beeinflussten und prägten den jungen, lernbegierigen Bach nachhaltig auf dem spannenden Entwicklungsweg hin zu seinem völlig eigenständigen, unverwechselbaren Kompositionsstil.

 

Johann Sebastian Bach  Orgelwerke

Die Orgel ist eines jener Instrumente, die der jahrelange Berufsorganist Johann Sebastian Bach meisterhaft beherrschte und so brillant zu spielen verstand, dass er seine Zuhörer immer wieder überraschte und nicht selten verblüffte. 

Das ist sicherlich mit ein Grund, dass er der Orgel einen beträchtlichen Teil seines umfangreichen kompositorischen Schaffens zudachte. 

Bachs reichhaltige, fantasievoll ausgearbeitete und - im Fall der Choralbearbeitungen - die Choraltexte detailliert ausdeutende Orgelwerke sind universale Meisterwerke von zeitloser Gültigkeit, überragen alles, was vor und nach ihm für die "Königin der Instrumente" komponiert wurde, und berühren unmittelbar durch ihre starke musikalisch-seelische Ausdruckskraft.

 

Johann Sebastian Bach  "Goldberg-Variationen" BWV 988

Johann Sebastian Bach  "Die Kunst der Fuge" BWV 1080

Die "Goldberg-Variationen" und die "Kunst der Fuge" gelten als Meilensteine in der Geschichte der europäischen Tastenmusik und stellen absolute Höhepunkte in Johann Sebastian Bachs Gesamtwerk dar.

In diesen beiden konsequent architektonisch aufgebauten und minutiös angelegten Kompositionszyklen verdichtet sich Bachs atemberaubendes kontrapunktisches und kombinatorisches Können wie in einem Brennpunkt zu höchster Perfektion.

In einem nahezu alchemistischen Destillationsprozess wird das jeweilige Thema nach allen Regeln der Polyphonie ausgeschöpft und durchgeführt, immer wieder gewandelt, in unterschiedlichsten Erscheinungsformen vorgestellt und schliesslich zu reinstem musikalischen Gold geläutert. 

 

Johann Sebastian Bach  "Französische Suiten" BWV 812-817 

Johann Sebastian Bach  "Englische Suiten" BWV 806-811

In den jeweils sechs "Englischen Suiten" und "Französischen Suiten" setzte sich Johann Sebastian Bach erstaunlich kreativ und einfallsreich mit den gängigsten Tanzformen seiner Zeit auseinander.

In abwechslungsreicher, bunter Vielfalt werden unterschiedlichste barocke Tänze vorgestellt, die Bach für das Tasteninstrument geschmackvoll stilisierte, harmonisch anreicherte und bis ins kleinste Detail meisterhaft ausarbeitete.

Während jede der sechs grosszügig angelegten "Englischen Suiten" mit einem meist virtuos-konzertanten, klangprächtigen "Prélude" eröffnet wird, verzichtete Bach in den etwas einfacher und schlichter gehaltenen "Französischen Suiten" bewusst auf einen eigenständigen Einleitungsatz.

Die einzelnen Suitensätze, in denen das Universum der menschlichen Affekte und Seelenzustände minutiös ausgeleuchtet und beeindruckend differenziert dargestellt wird, zählen zu den kostbarsten Juwelen aus den reichhaltigen kompositorischen Schatzkammern Johann Sebastian Bachs, der immer wieder gerne als das "A & O" der Barockmusik bezeichnet wird.

 

Johann Sebastian Bach  Inventionen BWV 772-786

Johann Sebastian Bach  Sinfonien BWV 787-801

Johann Sebastian Bachs fünfzehn zweistimmige Inventionen BWV 772-786 und fünfzehn dreistimmige Sinfonien BWV 787-801 zählen - obwohl in erster Linie für Unterrichtszwecke komponiert - zum Standartrepertoire eines jeden Cembalisten.

Sehr kompakt komponiert, eröffnen sie in jeder Hinsicht Johann Sebastian Bachs grossartigen musikalischen Kosmos: ein Universum in Miniaturform.

 

Johann Sebastian Bach  Das Lautenwerk am Lautenclavier

Gemeinsam mit dem Leipziger Orgel- und Cembalobauer Zacharias Hildebrandt entwarf Johann Sebastian Bach den Plan für ein zu seiner Zeit völlig neuartiges Tasteninstrument, das möglichst unverfälscht den Klang der Laute nachahmen sollte: das Lautenclavier. 

 Bach schätzte dieses sanfte Instrument vor allem wegen seiner Lieblichkeit und reichen Tonfülle; zum Zeitpunkt seines Todes besass er - wie aus seinem Nachlass eindeutig hervorgeht - zwei Lautenclaviere. 

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist ein Grossteil seiner Lautenmusik für dieses besonders resonanzreiche, wohltönende Tasteninstrument, das Lautenwerk, geschrieben. 

So eröffnet dieses unkonventionelle Konzertprogramm einen völlig neuen, spannenden Zugang zu einem längst bekannten Repertoire. 

Eine Revitalisierung!

 

Johann Sebastian Bach & Italien

Johann Sebastian Bach setzte sich im Laufe seines intensiven und reichen Musikerlebens auch immer wieder mit italienischer Musik seiner Zeit auseinander, die ihn nachhaltig und stark beeinflußte. 

Neben Bachs genialen Cembalotranskriptionen verschiedener "Concerti" aus der Feder Antonio Vivaldis oder Benedetto Marcellos stehen Bach´sche Originalkompositionen, in denen deutlich italienische Spuren zu finden sind.

 

Johann Sebastian Bach & die Franzosen

Johann Sebastian Bach, Jean-Nicolas Geoffroy, Louis-Claude Daquin, Jean-Francois Dandrieu & Nicolas de Grigny

"In der Orgelkunst nahm er sich Bruhnsens, Reinckens, Buxtehudens und einiger guter französischer Organisten ihre Werke zu Mustern", schrieb Carl Philipp Emanuel Bach über die Vorbilder seines Vaters in den ersten Jahren seiner Organistenlaufbahn.

Der Einfluss der französischen Orgelkomponisten auf Johann Sebastian Bach ist in vielen seiner Orgelwerke unüberhörbar. Grignys "Livre d´orgue" zum Beispiel kopierte Bach um 1703 eigenhändig.

Geoffroy, Daquin und Dandrieu waren vor allem für ihre "Noels", weihnachtliche Orgelstücke, berühmt.

Ein weihnachtlicher Orgelabend im Zeichen echter Lebensfreude und musikalischer Vitalität!

 

Johann Sebastian Bach & seine Söhne

Johann Sebastian, Wilhelm Friedemann, Johann Christian & Carl Philipp Emanuel Bach

Johann Sebastian Bachs Meisterschaft im polyphonen Komponieren war vollkommen und in ihrer Art nicht mehr zu übertreffen.

So schlugen die drei komponierenden Söhne Bachs - obwohl von Kompositionsstil und Unterricht ihres Vaters stark geprägt und nachhaltig beeinflusst - völlig neue, eigenständige Wege ein und wurden dadurch zu Wegbereitern und Pionieren der beginnenden "Wiener Klassik".

Ein abwechslungsreiches Konzertprogramm am Cembalo, das die komponierende Bach-Familie und das enorm fruchtbare Spannungsfeld zwischen den Generationen fantasievoll vorstellt.

 

„In diesem großen Bach sey nur ein einziger Krebs gefangen worden.“

Orgelmusik von Johann Sebastian Bach & Johann Ludwig Krebs

Mit diesem humorvollen Wortspiel kennzeichnet Johann Nikolaus Forkel, der erste Bach-Biograph, die Beziehung zwischen Johann Sebastian Bach und seinem wohl produktivsten und begabtesten Schüler Johann Ludwig Krebs.

Krebs, Organist an der berühmten Trost­-Orgel in der Schlosskirche von Altenburg, trat als bedeutender Orgelkomponist seiner Zeit in Erscheinung.

Ein Programm, das ausgewählte Werke von Lehrer und Schüler zu einem bunten musikalischen Blumenstrauss verbindet.

 

Die göttlichen Sänger - Vogelstimmen in der Orgelmusik des Barock

Girolamo Frescobaldi, Johann Caspar Kerll, Louis-Claude Daquin, Alessandro Poglietti, Francois Couperin, Jean-Philippe Rameau, Johann Sebastian Bach & Joseph Haydn

Zu allen Zeiten hat der kunstvolle Gesang der Vögel die Menschen in seinen Bann gezogen. Während die Fische im Wasser völlig stumm sind und die Tiere auf der Erde nur undifferenzierte Schreie und Laute von sich geben, singen die Vögel, die im Flug die Schwerkraft mühelos überwinden und so dem Himmel und dem Transzendenten nahe sind. 

Lange vor Olivier Messiaen vertraten zahlreiche Musiktheoretiker der Barockzeit die Auffassung, der Ursprung der Musik sei in der Imitation von Vogelstimmen zu suchen. Charakteristische Vogelrufe wurden in der Kunstmusik als Inspirationsquelle und thematisches Material häufig und gerne verwendet. 

Peter Waldner betätigt sich in seinem Solorecital, das ganz im Zeichen der „göttlichen Sänger“ in der Barockmusik steht, als musikalischer Ornithologe an der Orgel.

Beginnend mit dem Erwachen der Vögel, wie es Rameau eindrucksvoll schildert, heftet er sich mit Frescobaldi, Kerll, Poglietti, Daquin, Couperin und Haydn auf die Spuren von Kuckuck, Nachtigall, Hahn und Henne, Hänfling und Wachtel. Er folgt dem Flug der Vögel auf den weiten Schwingen Bachscher Fantasie, lässt die zwitschernde Schar zum meditativen Gebet innehalten und begleitet ihren ekstatischen Freudentanz.

 

"Wie schön leuchtet der Morgenstern"

Metamorphosen eines Orgelchorals

Im Mittelpunkt dieses stimmungsvollen Orgelabends steht der Weihnachtschoral "Wie schön leuchtet der Morgenstern": im Spiegel unterschiedlichster Choralbearbeitungen bedeutender Komponisten des deutschen Barock wie Johann Pachelbel, Friedrich Wilhelm Zachau, Dieterich Buxtehude und Johann Sebastian Bach werden vielfältige, überraschende Wandlungen des bekannten Chorals vorgeführt.

 

Vom Werden & Vergehen

"Musicalische Sterbensgedanken" von Johann Pachelbel, Georg Böhm & Johann Sebastian Bach

Leben und Tod gehören zusammen wie Tag und Nacht.

Im Orgelrepertoire des 17. und 18. Jahrhunderts spielt diese Thematik eine wichtige Rolle: verschiedenste Komponisten haben sich ihre "musicalischen Sterbensgedanken" über die Fülle des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes gemacht.

Dieses Programm lässt sich auch hervorragend mit Lautenmusik von John Dowland, Johann Hieronymus Kapsberger und Silvius Leopold Weiss kombinieren.

 

Süddeutsche Orgelmusik des Barock

Johann Caspar Kerll, Johann Caspar Ferdinand Fischer, Georg & Gottlieb Muffat, Johann Speth, Johann Joseph Fux, Franz Xaver Murschhauser, Johann Estendorffer, Johannes Justus Will, Franz Xaver Schnitzer & Franz Xaver Sailer

In einem bunten Streifzug durch wenig bekanntes Orgelrepertoire des süddeutschen Barock werden musikalische Perlen, seltene Kostbarkeiten zutage gefördert.

 

Französische Cembalomusik des 17. & 18. Jahrhunderts

Jacques Champion de Chambonnières, Louis & Francois Couperin, Jean-Henry d’Anglebert, Jean-Philippe Rameau, Jean-Baptiste-Antoine Forqueray & Jacques Duphly

Dieses erfrischende Konzertprogramm ist als Reise durch die phantastisch reiche, sinnen-, klang- und lebensfreudige französische Cembalomusik des 17. & 18. Jahrhunderts konzipiert.

 

"Retour à la nature!"

Jean-Philippe Rameau "Pièces de clavecin"

Jean-Philippe Rameau war ein akribisch genauer Beobachter natürlicher Vorgänge und Ereignisse, die er in seinen "Pièces de clavecin" dann eindrucksvoll verarbeitete und virtuos imitierte:

Ob das nervöse Gackern und Scharren der Henne oder das lautstarke Erwachen der Vögel am Morgen, ob den vom Wind aufgewirbelten Staub in den Gärten von Versailles oder das grobe Hämmern der Zyklopen auf ihren Ambossen, alles stellte er in meisterhaften Kompositionen zeitlos gültig dar.

Eine spannende Cembalo-Expedition, die uns herrliche Natureindrücke musikalisch erleben lässt und uns wieder an den Nährbusen von Mutter Natur zurückführt!

 

"Piéces de clavecin" von Michel Corette & "Claviersonaten" von Joseph Haydn

Fantasievoll konfrontiert dieses Konzertprogramm Tastenmusik des Franzosen Michel Corette mit der des Österreichers Joseph Haydn. 

Beide waren Zeitgenossen und - obwohl in stilistischer Hinsicht sehr verschieden - ausgesprochen spritzig und virtuos in der kompositorischen Behandlung der Tasteninstrumente. 

Ein Abend an Cembalo und Fortepiano im Zeichen unbeschwerter Lebenslust und inspirierender Leichtigkeit.

 

Eine abenteuerliche musikalische Reise von William Byrd zu Wolfgang Amadé Mozart

Dieses unterhaltsame Konzertprogramm, vorgetragen an Cembalo und Hammerflügel, verfolgt die ungemein rasante und spannende Entwicklung der europäischen Tastenmusik zwischen 1600 und dem späten 18. Jahrhundert.

 

Wolfgang Amadé Mozart  Sonaten & Variationen

Wolfgang Amadé Mozart liebte das Clavichord und spielte es häufig. Das berühmte "Reiseclavier" der Familie Mozart war bezeichnenderweise ein Clavichord.

Dieses Programm stellt eine Auswahl von Sonaten und Variationen Mozarts in unkonventioneller Interpretation am Clavichord vor.

Ein neuer, authentischer, dem Originalklang verpflichteter Zugang zu Mozart, der eingefahrene Hörgewohnheiten bewusst durchbrechen und ein völlig neues Licht auf Mozarts Claviermusik werfen will.

 

Franz Schubert & Carl Loewe  Wasserlieder & -balladen

Ob als Sinnbild für den Fluss der Zeit, als Metapher für die Bedrohlichkeit und ungezügelte Kraft der wilden Natur oder als Wohnort geheimnisvoller, märchenhafter Wesen wie Nixe, Nöck und Elfenkönigin: in den Liedern und Balladen der Roman­tik spielt das Wasser eine bedeutende Rolle.

Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ stellt den rauschenden Bach immer wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Neben ausgewählten „Müllerin"-Liedern stehen aber auch andere, mehr oder weniger bekannte Wasser-­Kompositionen des öster­reichischen Liederfürsten, so zum Beispiel die hochdramatische Ballade „Der Taucher“, eine Schiller-­Vertonung des 17­-jährigen Schubert.

Carl Loewes meisterhaft komponierte und zugleich ausgesprochen gefühlsbetonte Balladen werden heute - obwohl in ihrer Textaus­deutung und bildhaften Tonmalerei einzigartig - völlig zu Unrecht eher vernachlässigt. 

Thomas E. Bauer – Bariton
Peter Waldner – Hammerflügel (Conrad Graf - Wien, um 1835)

 

Felix Mendelssohn-Bartholdy  "Lieder ohne Worte" & Briefe

Felix Mendelssohn-Bartholdy war - so wie auch E.T.A. Hoffmann - syästhetisch begabt: er war nicht nur herausragend als Komponist und Musiker, sondern auch ein begabter Zeichner und eifriger Schreiber literarisch hochwertiger Briefe an seine Familie und Freunde. 

Dieses Projekt stellt Briefe aus unterschiedlichsten Lebensphasen des Komponisten seinen berührenden "Liedern ohne Worte" gegenüber. 

Sowohl die Briefe als auch die Klaviermusik Mendelssohns spiegeln auf eindrucksvolle und unverwechselbare Art sein reiches Innenleben.

Eine abwechslungsreiche Spurensuche mit Verena Mayr als Sprecherin und Peter Waldner am Hammerflügel.

 

 

ENSEMBLEPROGRAMME:

 

"Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser"

Pater Leopold von Plawenn OSB  Fünf geistliche Motetten für Alt, Tenor, Bass, zwei Violinen & Basso continuo (aus: "Sacrae Nymphae duplicium aquarum" - Ulm, 1672)

Pater Ingenuin Molitor OFM  Sechs Canzonen für zwei Violinen, Viola da gamba & Basso continuo (aus: "Fasciculus musicalis" - Innsbruck, 1668)

Erstaufführung in neuerer Zeit

Zwei völlig zu Unrecht fast vergessene Tiroler Klosterkomponisten des Barock stehen im Mittelpunkt dieses Konzertprojekts.

Leopold von Plawenn, der Spross eines Vinschgauer Adelsgeschlechtes, war Benediktiner und wirkte als Konventuale im schwäbischen Kloster Zwiefalten. 1647 hielt er sich längere Zeit zusammen mit dem Sohn des berühmten Innsbrucker Hofkapellmeisters Stadlmayr, einem Benediktiner aus Weingarten, im Südtiroler Kloster Marienberg nahe dem Stammsitz der Familie von Plawenn auf.

Die Motetten aus Plawenns Opus 4 mit dem sprechenden Titel „Sacrae nymphae duplicium aquarum“, 1672 im Druck erschienen, sind exemplarische Werke kleinbesetzter konzertierender Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts und Musterbeispiele subtiler musikalischer Textausdeutung.

Plawenns erstklassige Vokalmusik wird ergänzt durch kunstvolle Instrumentalcanzonen aus der Feder von Pater Ingenuin Molitor, der als Organist im Bozner Franziskanerkloster tätig war und die Tiroler Franziskanermusik zu ihrer ersten Hochblüte führte.

Es musiziert das von Peter Waldner gegründete Ensemble „vita & anima“ in hochkarätiger internationaler Besetzung.

 

Kantaten von Francesco Cavalli, Tarquinio Merula, Barbara Strozzi, Alessandro Scarlatti, Antonio Vivaldi & Georg Friedrich Händel

Deutsche Kantaten für Altus, zwei Violinen, drei Gamben & Generalbass zwischen Heinrich Schütz & Johann Sebastian Bach

Dieterich Buxtehude Triosonaten für Violine, Viola da gamba & Cembalo

Johann Sebastian Bach Solo-Kantaten für Sopran, Alt & Bass

Johann Sebastian Bach Geistliche Kantaten mit obligater Orgel

Johann Sebastian Bach Triosonaten

Johann Sebastian Bach Musicalisches Opfer BWV 1079

Johann Sebastian Bach Konzerte für ein, zwei, drei & vier Cembali 

Johann Sebastian Bach Fünftes Brandenburgisches Konzert

Johann Sebastian Bach Die sechs Sonaten für Violine & obligates Cembalo BWV 1014-1019

Johann Sebastian Bach Die drei Sonaten für Viola da gamba & Cembalo BWV 1027-1029

Johann Ludwig Krebs Konzert in a-moll für zwei Cembali

Georg Friedrich Händel Orgelkonzerte

Georg Philipp Telemann Pariser Quartette

Französische Kammermusik des 17. & 18. Jahrhunderts

Antonio Vivaldi Stabat mater

Giovanni Battista Pergolesi Stabat mater

Fedele Fenaroli Stabat mater


 

KINDERPROGRAMME:

 

Alte Musik für junge Ohren - Eine musikalische Reise durch das barocke Europa für Kinder ab 6 Jahren

Ein Kinderprojekt von Peter Waldner & Verena Wolf

Peter Waldner - Virginal, Clavichord & Cembalo

Das Konzertprojekt "Alte Musik für junge Ohren" richtet sich an Kinder ab sechs Jahren sowie an junggebliebene Erwachsene und stellt ausschließlich Musik vor, die für Kinder oder von Kindern komponiert wurde.

Eine spannende musikalische Reise in die Vergangenheit führt uns quer durch das barocke Europa.

Wir sind zu Gast an bedeutenden Höfen, auf prächtigen Schlössern und in blühenden Handelsstädten.

London, Antwerpen, Versailles bei Paris, Leipzig und Salzburg sind die fünf Reisestationen, an denen wir Halt machen und uns etwas genauer umsehen.

In einem bilderreichen Dialog mit zwei Kindern werden nicht nur Komponisten, Musik und Instrumente vorgestellt, sondern auch ein lebhaftes Bild der jeweiligen Epoche gezeichnet.

Auf kindgerechte Art und Weise soll die faszinierende Welt der historischen Tasteninstrumente und das überraschend vielfältige Repertoire erklärt und erschlossen werden.

Dabei werden den Kindern Musikstücke in Miniaturform von Giles Farnaby, Francois Couperin, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart sowie aus dem Susanne van Soldt - Manuskript fantasievoll nähergebracht. 

 

Die kleine Prinzessin & die Kraft der Musik

Ein Musikmärchen von Peter Waldner & Verena Wolf 

Peter Waldner - Clavichord

Das moderne Märchen erzählt von der kleinen Prinzessin, die mithilfe ihres wunderbaren Clavichordspiels lähmende Einsamkeitsgefühle bewältigt, die Herzen der Menschen verzaubert, wertvolle neue Freunde gewinnt und die grössten Schwierigkeiten und Hindernisse überwindet.

Die lebhafte Märchenerzählung wird von fantasievollen Bildillustrationen und Clavichordmusik des 17. & 18. Jahrhunderts begleitet.


 

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